Der Dax wird nicht ewig auf Ja­mai­ka war­ten

Rieser Nachrichten - - 'eld ,eben - VON RO­BERT HALVER rat@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Der Dax ist auf dem Weg nach oben. Un­si­cher­heits­fak­to­ren wie Nord­ko­rea, Trump oder die deut­sche Re­gie­rungs­fin­dung stel­len zwar mög­li­che po­li­ti­sche Han­di­caps dar, die zu vo­la­ti­le­ren Ak­ti­en­märk­ten füh­ren kön­nen. Die Schwan­kungs­an­fäl­lig­keit an der Bör­se misst der Vo­la­ti­li­täts­in­dex VDax. Ge­mes­sen am ak­tu­el­len Schwan­kungs­ni­veau wä­re dem VDax zu­fol­ge für die nächs­ten 30 Han­dels­ta­ge mit Schwan­kun­gen im Dax zwi­schen et­wa 12223 und 13091 Punk­ten zu rech­nen. Pa­nik oder Crash­ge­fahr se­hen völ­lig an­ders aus.

Der deut­sche Ak­ti­en­markt scheint der­zeit noch kei­ne Bauch­schmer­zen mit ei­ner schwie­ri­gen Re­gie­rungs­bil­dung zu ha­ben. In Form der al­ten wie neu­en Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel gibt es zu­min­dest ei­ne Kon­stan­te. Der letz­ten GroKo weint die deut­sche Wirt­schaft kaum Trä­nen nach. Es wur­de re­agiert und ver­wal­tet, nicht re­giert und nicht vi­sio­när ge­han­delt.

Tei­le der deut­schen Wirt­schaft se­hen da­ge­gen in Ja­mai­ka den Charme ei­nes re­for­mis­ti­schen Neu­an­fangs. In den Punk­ten Bil­dung, Di­gi­ta­li­sie­rung und Ein­wan­de­rungs­ge­setz nach dem Vor­bild Ka­na­das gibt es zu­min­dest ei­ne kon­sens­fä­hi­ge Ba­sis. Al­ler­dings soll­te ei­ne neue Re­gie­rung nicht erst 2018 ste­hen. Deutsch­land galt in den letz­ten Jahr­zehn­ten im­mer als ei­nes der po­li­tisch sta­bils­ten Län­der. An­ge­sichts ei­nes im­mer noch nicht kri­sen­ge­heil­ten Eu­ro­pas und ei­ner vor­an­schrei­ten­den Glo­ba­li­sie­rung mit bru­tal zu­neh­men­dem Wett­be­werbs­druck über die di­gi­ta­le Re­vo­lu­ti­on darf es kei­nen brö­seln­den deut­schen Po­lit-Ko­loss ge­ben.

Je län­ger sich Ko­ali­ti­ons­ge­sprä­che wie Kau­gum­mi zie­hen, um­so ner­vö­ser und schwan­kungs­an­fäl­li­ger wer­den Mit­tel­stands­ak­ti­en aus MDax, SDax und TecDax. Sie ha­ben im Ge­gen­satz zu den in­ter­na­tio­na­len Dax-Kon­zer­nen ei­nen stär­ke­ren Hei­mat­be­zug. Das Schlimms­te wä­ren Neu­wah­len.

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