Per An­non­ce zum Olym­pia

Saarbruecker Zeitung - - Hallo Saarland -

Han­ne­lo­re Zilch aus Klein­blit­ters­dorf ver­bin­det ih­re Er­in­ne­run­gen an ihr ers­tes Au­to mit der Saar­brü­cker Zei­tung. Wie das kam, er­zählt sie hier. Durch Dich, lie­be Saar­brü­cker Zei­tung, kam ich zu un­se­rem ers­ten Au­to im Jahr 1970 und das kam so:

Im 6. Mo­nat mei­ner drit­ten Schwan­ger­schaft ent­schloss ich mich flugs noch schnell den Füh­rer­schein zu ma­chen. Über­glück­lich hielt ich ihn hoch­schwan­ger (8. Mo­nat) in den Hän­den. (Der Fahr­leh­rer war froh, dass mir nichts pas­siert war und ich nicht even­tu­ell im Au­to mein 3. Kind be­kom­men hat­te).

Na­tür­lich hielt ich nicht lan­ge da­nach Aus­schau nach ei­nen güns­ti­gen Au­to, da un­se­re fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on am An­fang noch nicht so ro­sig aus­sah. Da fiel mir so­fort ei­ne klei­ne Anon­ce auf in der Saar­brü­cker Zei­tung. P II Opel Olym­pia Bau­jahr 1963 für 950 DM zu ver­kau­fen.

Auf­ge­regt gab ich mei­nen klei­nen Won­ne­prop­pen mei­ner Schwie­ger­ma­ma und ließ mich mit mei­nen zwei Kin­dern 5 u. 7 von ei­nem Be­kann­ten nach Saar­brü­cken kut­schie­ren. An­ge­kom­men in der Met­zer Stra­ße sah ich das Schmuck­stück hell­blau mit wei­ßem Dach und Weiss­band­rei­fen. Ich war fas­zi­niert. Der net­te Au­to­händ­ler mach­te mit uns ei­ne Pro­be- fahrt und wir wa­ren rest­los be­geis­tert. Mei­ne Kin­der woll­ten gar nicht mehr aus dem Au­to aus­stei­gen. Mit 50 DM An­zah­lung, mehr hat­te ich nicht da­bei, ver­sprach der lie­be Au­to­händ­ler bis zum nächs­ten Tag zu war­ten, um das rest­li­che Geld vor­bei­zu­brin­gen.

Mein Mann, der im Brü­cken­bü­ro der DB ar­bei­te­te, fiel aus al­len Wol­ken, da ich kei­ne Ah­nung vom Au­to, ge­schwei­ge Mo­tor hät­te. Am nächs­ten Tag, nach­dem ich ei­ni­ge Vor­wür­fe ein­ste­cken muss­te, fuhr mein Mann mit mei­nem Schwie­ger­va­ter zu dem Au­to­händ­ler, um das be­sag­te Stück zu be­gut­ach­ten und kri­tisch un­ter die Lu­pe zu neh­men. Nach län­ge­rer Zeit nick­ten sie gnä­dig und be­glück­wünsch­ten mich zu mei­nen, un­se­rem: neu­en Au­to. Der Au­to­händ­ler hät­te das Au­to so­gar 2 mal für mehr Geld ver­kau­fen kön­nen, aber er hat­te es mir ver­spro­chen.

Wir wa­ren oft zu­sam­men in Ur­laub und hat­ten viel Freu­de mit dem P II und ha­ben ihn heu­te noch in der Ga­ra­ge ste­hen. Han­ne­lo­reZilch Klein­blit­ters­dorf

Ein Blick ins spar­ta­ni­sche In­te­ri­eur des Opel Olym­pia, BJ. 1963.

Fotos: pri­vat

Han­ne­lo­re Zilch und ihr Opel Olym­pia.

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