Kri­mi­nal­be­am­te er­mit­teln ge­gen Rich­ter

Nach Schlä­ge­rei auf Par­ty: Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um be­an­tragt Su­s­pen­die­rung ei­nes Straf­rich­ters

Saarbruecker Zeitung - - Erste Seite -

Kri­mi­na­lis­ten über­neh­men die Er­mitt­lun­gen ge­gen ei­nen Rich­ter, der bei ei­nem Streit auf ei­ner Fast­nachts­par­ty ei­nen Jus­tiz­wacht­meis­ter an­ge­grif­fen ha­ben soll.

Im Fall des Straf­rich­ters, der ei­nem Jus­tiz­wacht­meis­ter ei­nen Bier­krug ins Ge­sicht ge­schla­gen ha­ben soll, er­mit­teln jetzt Kri­mi­nal­be­am­te. Sie wer­den Rich­ter und Staats­an­wäl­te, die Par­ty­gäs­te wa­ren, als Zeu­gen la­den.

Saar­brü­cken. Die Ver­neh­mung von Zeu­gen ge­hört für Rich­ter und Staats­an­wäl­te zur all­täg­li­chen Ar­beit. Dem­nächst wer­den sich An­kla­ge­ver­tre­ter und Rich­ter aber selbst in der Rol­le ei­nes Zeu­gen wie­der­fin­den. Kri­mi­na­lis­ten des Lan­des­po­li­zei­prä­si­di­ums wer­den die Ju­ris­ten vor­la­den. Sie sol­len im Auf­trag der Ge- ne­ral­staats­an­walt­schaft den Vor­fall klä­ren, der sich am Fet­ten Don­ners­tag bei ei­ner Fast­nachts­par­ty im So­zi­al­raum der Staats­an­walt­schaft in der Saar­brü­cker Har­den­berg­stra­ße er­eig­net hat. Und des­halb sol­len Teil­neh­mer der gut be­such­ten Tra­di­ti­ons­ver­an­stal­tung als Zeu­gen ge­hört wer­den.

Nach dem bis­he­ri­gen Stand der Din­ge – die SZ hat be­rich­tet – wur­de kurz nach 20 Uhr bei ei­ner blu­ti­gen Schlä­ge­rei ein 32 Jah­re al­ter Jus­tiz­wacht­meis­ter ver­letzt. An­geb­lich kam es we­gen ei­ner als „Bie­ne Ma­ja“ver­klei­de­ten Frau zu dem Streit. Ein 33 Jah­re al­ter Straf­rich­ter am Amts­ge­richt Saar­brü­cken soll am Ran­de des när­ri­schen Ju­ris­ten-Trei­bens dem Wacht­meis­ter ei­nen Bier­krug ins Ge­sicht ge­schla­gen ha­ben. Po­li­zei und Ret­tungs­dienst wur­den alar­miert. Ge­gen den Rich­ter wird we­gen ge­fähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung er­mit­telt. Er und sein mut­maß­li­ches Op­fer sind der­zeit, so war aus Jus­tiz­krei­sen zu er­fah­ren, krank­ge­schrie­ben.

Das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um hat zwi­schen­zeit­lich beim zu­stän­di­gen Rich­ter­dienst­ge­richt den An­trag auf vor­läu­fi­ge Su­s­pen­die­rung des 33-Jäh­ri­gen ge­stellt. Ein Sp­re- cher sag­te, Prio­ri­tät ha­be, dass der Rich­ter – auch im ei­ge­nen In­ter­es­se – vor­erst sei­ne Di­enst­ge­schäf­te nicht wahr­neh­me.

Zum All­tag ei­nes Straf­rich­ters ge­hö­ren be­kannt­lich Ver­hand­lun­gen ge­gen An­ge­klag­te, de­nen ge­fähr­li­che Kör­per­ver­let­zung vor­ge­wor­fen wird. Wann das Rich­ter­dienst­ge­richt in die­sem Fall ent­schei­den wird, konn­te des­sen Vor­sit­zen­der Gün­ther Greis, Di­rek­tor des Le­ba­cher Amts­ge­richts, noch nicht mit­tei­len. Der An­trag war noch auf dem Di­enst­weg un­ter­wegs zu ihm. Zu­letzt hat­te das Rich­ter­ge­richt üb­ri­gens vor vier Jah­ren ge­tagt. mju

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