Mo­tor­rad­fah­rer stürzt in Kur­ve auf Roll­splitt: Wer zahlt den Scha­den?

Saarbruecker Zeitung - - MOTOR -

Stürzt ein Mo­tor­rad­fah­rer in der Kur­ve ei­ner Ge­mein­de­stra­ße auf Roll­splitt, haf­tet die Ge­mein­de für sei­ne Schä­den, wenn un­mit­tel­bar vor der Un­fall­stel­le kein Warn­schild steht. Be­fin­det sich ein paar Kur­ven zu­vor ein Warn­schild, trifft den Bi­ker ei­ne Mit­schuld.

Schles­wig. (np) Ei­ne Ge­mein­de hat­te ei­ne ih­rer Stra­ße durch ein Un­ter­neh­men aus­bes­sern las­sen. Da­bei wur­de Roll­splitt be­nutzt. Knapp ei­ne Wo­che nach En­de der Ar­bei­ten ließ die Fir­ma die Warn­schil­der „Splitt“und „Roll­splitt“ent­fer­nen. Ste­hen blieb ein Warn­schild „Ge­fahr­stel­le“(schwar­zes Aus­ru­fe­zei­chen in ro­tem Drei­eck).

In ei­ner Rechts­kur­ve der Stra­ße stürz­te kurz dar­auf bei Ta­ges­licht ein Mo­tor­rad­fah­rer mit sei­ner Ya­ma­ha, als er beim Ver­las­sen der Kur­ve be­schleu­nig­te. Der Mann er­litt Ver­let­zun­gen an Hand und Knie und muss­te in der Fol­ge drei­mal ope­riert wer­den.

Die Ge­mein­de ver­klag­te er auf Scha­dens­er­satz und Schmer­zens­geld. Das Schles­wig-Hol­stei­ni­sche Ober­lan­des­ge­richt ent­schied, dass die Ge­mein­de haf­ten muss. Auch wenn sie die Re­pa­ra­tur der Stra­ße ei­nem an­de­ren Un­ter­neh­men über­tra­gen ha­be, sei sie zur Auf­sicht und Über­wa­chung ver­pflich­tet. Die­se Pflich­ten ha­be sie ver­letzt: Die Warn­schil­der sei­en be­reits ent­fernt wor­den, ob­wohl der Splitt noch nicht be­sei­tigt war.

Al­ler­dings tref­fe den Mo­tor­rad­fah­rer ein Mit­ver­schul­den. Er ha­be in der Kur­ve be­schleu­nigt und da­mit die Un­fall­ge­fahr er­höht. Zwar sei der Roll­splitt nicht er­kenn­bar ge­we­sen, doch der Mann hät­te das Warn­zei­chen ein paar Kur­ven vor der Un­fall­stel­le be­ach­ten und vor­sich­ti­ger fah­ren müs­sen. Er muss­te ein Drit­tel des Scha­dens an Helm und Mo­tor­rad selbst über­neh­men. Als Schmer­zens­geld wur­den ihm 4000 Eu­ro zu­ge­bil­ligt (Az.: 7 U 143/14).

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