Hu­go Lacour zu Haft­stra­fe auf Be­wäh­rung ver­ur­teilt

Dem Ex-Rot­licht­kö­nig wird Bei­hil­fe zum Dro­gen­han­del vor­ge­wor­fen – Er hat­te 6,5 Ki­lo Ma­ri­hua­na im Kof­fer­raum

Saarbruecker Zeitung - - FERNSEHEN - Von SZ-Re­dak­teur Wolf­gang Ihl

Das Land­ge­richt hat Hu­go Lacour we­gen Bei­hil­fe zum Dro­gen­han­del zu zwei Jah­ren Ge­fäng­nis auf Be­wäh­rung ver­ur­teilt. Ein wei­te­res Ver­fah­ren we­gen ei­nes ver­such­ten Raub­über­falls wur­de zu­vor ein­ge­stellt. Das sorg­te für Kri­tik.

Saar­brü­cken. Mit ei­nem Schlag­ab­tausch zwi­schen Ver­tei­di­gung und Staats­an­walt­schaft ist ges­tern vor dem Land­ge­richt die letz­te Run­de im Pro­zess ge­gen den frü­he­ren Saar­brü­cker Rot­licht­kö­nig Hu­go Lacour (71) ein­ge­läu­tet wor­den. Es ging um die Fra­ge, ob der schwer krebs­kran­ke Lacour da­für be­straft wer­den kann, dass er im März 2013 in den Nie­der­lan­den mit rund 6,5 Ki­lo­gramm Ma­ri­hua­na im Kof­fer­raum ei­nes Au­di er­wischt wor­den war. Der Ober­staats­an­walt wer­te­te dies als Bei­hil­fe zum Dro­gen­han­del und for­der­te ei­ne Haft­stra­fe von drei Jah­ren oh­ne Be­wäh­rung. Der Ver­tei­di­ger be­an­trag­te Frei­spruch. Aus sei­ner Sicht kann der fran­zö­si­sche Staats­bür­ger Lacour nicht für den rei­nen Trans­port von Dro­gen in­ner­halb der Nie­der­lan­de be­straft wer­den. Mehr als der Trans­port sei nicht be­weis­bar. Trotz­dem sol­le bei Lacour of­fen­bar „auf Teu­fel komm raus ei­ne ho­he Stra­fe raus­kom­men“. Weil ver­tuscht wer­den sol­le, dass Lacour in an­de­rer Sa­che we­gen Ver­dachts des ver­such­ten Rau­bes zu Un­recht drei Mo­na­te in Un­ter­su­chungs­haft ge­ses­sen ha­be.

Hin­ter­grund die­ses Raub-Ver­fah­rens laut An­kla­ge: Im Ok­to­ber 2012 und im Mai 2013 gab es zwei bis­lang nicht auf­ge­klär­te Über­fäl­le auf ver­mö­gen­de, äl­te­re Ehe­paa­re. Bei­de wur­den in ih­ren Häu­sern über­rascht, ge­fes­selt, schwer miss­han­delt und zur Preis­ga­be von Geld und Wert­ge­gen­stän­den ge­zwun­gen. In bei­den Fäl­len soll Lacour Mo­na­te zu­vor Kon­takt zu den spä­ter Be­trof­fe­nen ge­sucht ha­ben. Aus Sicht der Er­mitt­ler kam des­halb der we­gen Ge­walt­de­lik­ten und Mor­des vor­be­straf­te Lacour als mög­li­cher Be­tei­lig­ter in Fra­ge. Sie stell­ten ihm ei­ne Fal­le. Mot­to: En­de März 2015 kommt ein Mann mit mehr als 100 000 Eu­ro Bar­geld in ein Fe­ri­en­haus im Nord­saar­land. Er­geb­nis: An je­nem Tag war­te­ten Lacour und ein Be­kann­ter vor Ort. Sie hat­ten Hand­schu­he an, der Be­kann­te war mit ei­ner Pis­to­le be­waff­net, Lacour mit ei­ner Ta­schen­lam­pe nebst in­te­grier­tem Elek­tro­scho­cker. Ein Spe­zi­al­kom­man­do der Po­li­zei nahm bei­de fest. Die Staats­an­walt­schaft er­hob An­kla­ge we­gen ver­such­ten Rau­bes.

Aber dann kam ein neu­es Ur­teil vom Bun­des­ge­richts­hof in Karls­ru­he, wo­nach bei ei­ner Tat­pro­vo­ka­ti­on durch ver­deck­te Er­mitt­ler ei­ne deut­li­che Straf­mil­de­rung oder so­gar ei­ne Ein­stel­lung ge­bo­ten ist. Dar­auf be­an­trag­te die Staats­an­walt­schaft die Ein­stel­lung des Ver­fah­rens ge­gen Lacour. Be­grün­dung: Die für den ver­such­ten Raub nun noch mög­li­che Stra­fe fal­le ne­ben der Stra­fe für den Dro­gen­han­del nicht ins Ge­wicht. Das Land­ge­richt stimm­te die­ser Ein­stel­lung zu. Es ver­ur­teil­te Lacour we­gen Bei­hil­fe zum Dro­gen­han­del in ei­nem min­der­schwe­ren Fall zu zwei Jah­ren Haft auf Be­wäh­rung.

FO­TO: BE­CKER&BREDEL

Hu­go Lacour muss nicht zu­rück ins Ge­fäng­nis.

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