Bei wie­der­hol­tem Te­le­fo­nie­ren am Steu­er droht Fahr­ver­bot

Saarbruecker Zeitung - - MOTOR -

München. (np) Ei­ne 55 Jah­re al­te Au­to­fah­re­rin war mit dem Han­dy am Ohr am Steu­er er­wischt wor­den. Da­für wur­den 60 Eu­ro Buß­geld, ein Straf­punkt und 28 Eu­ro Aus­la­gen fäl­lig. Die Frau wehr­te sich ge­gen den Buß­geld­be­scheid. Sie ar­gu­men­tier­te, sie ha­be erst te­le­fo­niert, als es bei sto­cken­dem Ver­kehr zum Still­stand kam. Der Fall lan­de­te vorm Amts­ge­richt München. Dort stell­te sich her­aus, dass die Fah­re­rin zu­vor be­reits zwei­mal beim Te­le­fo­nie­ren mit dem Han­dy am Steu­er auf­ge­fal­len war.

Wird ein Au­to­fah­rer zum wie­der­hol­ten Ma­le beim Te­le­fo­nie­ren am Steu­er er­wischt, kann das Ge­richt die Geld­bu­ße er­hö­hen. Und wenn das mehr­ma­li­ge Te­le­fo­nie­ren als gro­ber oder be­harr­li­cher Ver­stoß ge­gen das Han­dy­ver­bot ein­ge­stuft wird, kann so­gar ein Fahr­ver­bot von bis zu drei Mo­na­ten ver­hängt wer­den.

Im kon­kre­ten Fall blieb das Ge­richt je­doch bei den 60 Eu­ro für den ak­tu­el­len Ver­stoß. Der Amts­rich­ter be­ton­te, dass auch bei sto­cken­dem Ver­kehr der Griff zum Han­dy ver­bo­ten ist. Das gel­te so­gar für Rad­fah­rer.

Ei­ne Nut­zung des Han­dys lie­ge vor, so­bald es auf­ge­nom­men und in der Hand ge­hal­ten wer­de. Am Steu­er sei dem­nach nicht nur das Te­le­fo­nie­ren ver­bo­ten, son­dern auch das Le­sen oder Schrei­ben ei­ner SMS oder E-Mail so­wie die Nut­zung ei­nes im Han­dy in­te­grier­ten Na­vi­ga­ti­ons­sys­tems – so­fern die Be­die­nung per Hand er­fol­ge. So­gar das Weg­drü­cken ei­nes An­ru­fers sei nicht er­laubt, er­klär­te das Ge­richt. Er­laubt sei der Griff zum Han­dy nur, wenn das Fahr­zeug ste­he und der Mo­tor ab­ge­stellt sei (Az.: 912 OWi 416 Js 101706/15).

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