Land will NPD die Gel­der strei­chen

CDU/SPD-Lan­des­re­gie­rung plant Vor­stoß zur Par­tei­en­fi­nan­zie­rung im Bun­des­rat

Saarbruecker Zeitung - - LANDESPOLITIK - VON DA­NI­EL KIRCH

SAAR­BRÜ­CKEN Nach dem ge­schei­ter­ten NPD-Ver­bots­ver­fah­ren vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt will die saar­län­di­sche Lan­des­re­gie­rung er­rei­chen, dass die rechts­ex­tre­me Par­tei we­nigs­tens von der staat­li­chen Par­tei­en­fi­nan­zie­rung aus­ge­schlos­sen wird. Das Ka­bi­nett hat ges­tern da­her be­schlos­sen, in der Bun­des­rats­sit­zung am 10. Fe­bru­ar ei­nen ent­spre­chen­den An­trag zu stel­len. Mi­nis­ter­prä­si­den­tin An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er (CDU) teil­te mit, die staat­li­chen Zu­wei­sun­gen dürf­ten nicht erst ge­kürzt oder ge­stri­chen wer­den, wenn ei­ne Par­tei ver­bo­ten sei. „Wir müs­sen die Re­geln da­hin­ge­hend än­dern, dass ih­re straf­re­le­van­ten Hand­lun­gen sie in der Fi­nan­zie­rung ein­schrän­ken oder ganz aus­schlie­ßen. Es kann nicht sein, dass der Staat Par­tei­en fi­nan­zie­ren muss, die ihn of­fen­siv be­kämp­fen.“Rhein­land-Pfalz und Nie­der­sach­sen ha­ben ähn­li­che Initia­ti­ven be­schlos­sen.

Nach den Vor­stel­lun­gen der Saar-Re­gie­rung sol­len das Grund­ge­setz und das Par­tei­en­gesetz da­hin­ge­hend ge­än­dert wer­den, dass Par­tei­en, „die nach ih­ren Zie­len oder dem Ver­hal­ten ih­rer An­hän­ger ei­ne Be­sei­ti­gung oder Be­ein­träch­ti­gung der frei­heit­li­chen de­mo­kra­ti­schen Grund­ord­nung oder ei­ne Ge­fähr­dung des Be­stan­des der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land durch ein plan­vol­les Han­deln an­stre­ben, von der staat­li­chen Teil­fi­nan­zie­rung aus­ge­schlos­sen wer­den kön­nen“. Bei der Ein­schrän­kung staat­li­cher Leis­tun­gen soll et­wa ei­ne Rol­le spie­len, ob die Par­tei oder ih­re Funk­tio­nä­re ge­gen­den Volks­verh et zungs­pa­ra­gra­phen ver­sto­ßen ha­ben.

Auch soll die Bun­des­re­gie­rung ge­be­ten wer­den zu prü­fen, ob ver­fas­sungs feind­li­che Par­tei­en vom Zu­gang zu öf­fent­li­chen Ein­rich­tun­gen, der kos­ten­lo­sen Zu­tei­lung von Rund­funk sen­de­zei­ten oder von Fr akt ions zu­schüs­sen aus­ge­schlos­sen wer­den kön­nen. So soll ver­hin­dert wer­den, dass die­se Par­tei­en über den Um­weg an­de­rer staat­li­cher Leis­tun­gen ei­ne Ge­fahr für die De­mo­kra­tie dar­stel­len. Auch die der­zei­ti­gen Re­ge­lun­gen, wo­nach Zu­wen­dun­gen an Par­tei­en zu Steu­er­er­leich­te­run­gen füh­ren, sol­lenb ei ver­fas­sungs feind­li­chen Par­tei­en über­prüft wer­den.

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