Spät­schicht mit Part­nern aus Frank­reich

Po­li­zei­in­spek­ti­on Brebach hat bei Son­der­ein­satz ge­gen Al­ko­hol und Rausch­gift am Steu­er Hil­fe von der Po­li­ce Na­tio­na­le aus Saar­ge­münd

Saarbruecker Zeitung - - LOKALES - VON FRANK BREDEL UND FRANK KOHLER

SAAR­BRÜ­CKEN/KLEINBLITTERSDORF Orts­ein­gang Ril­chin­gen-Han­wei­ler an der B 51. Es ist Frei­tag, 18 Uhr. Wer jetzt die Stra­ße Rich­tung Frank­reich be­fährt, sieht ei­ne rot leuch­ten­de Po­li­zei­kel­le. Sie weist den Weg in die Von-der-Ley­en Stra­ße. „All­ge­mei­ne Ver­kehrs­kon­trol­le. Bit­te ma­chen Sie den Mo­tor aus, und zei­gen Sie mir Ih­ren Füh­rer­schein und Fahr­zeug­schein“, sagt Haupt­kom­mis­sar Hel­mut Sch­li­wins­ky zu dem Au­to­fah­rer.

Mit ge­üb­tem Blick kon­trol­lie­ren er und sei­ne Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen Pa­pie­re und Fahr­zeug. Nächs­te Fra­ge: „Ha­ben Sie Al­ko­hol ge­trun­ken oder Dro­gen ein­ge­nom­men?“Der Schwer­punkt die­ser Kon­trol­le liegt auf der Fahr­tüch­tig­keit. „Wir über­prü­fen heu­te be­son­ders, ob Au­to­fah­rer Al­ko­hol ge­trun­ken ha­ben“, sagt Ein­satz­lei­te­rin An­na Schie­ber. „Al­ko­hol und Dro­gen sind in der Fa­schings­zeit Haupt­un­fall­ur­sa­chen. Und übers Jahr ran­gie­ren sie als Ur­sa­chen hin­ter über­höh­ter Ge­schwin­dig­keit weit vorn“, sagt die Po­li­zei­ober­kom­mis­sa­rin.

Be­son­der­heit der Kon­trol­le: Ein­mal mehr sind fünf fran­zö­si­sche Kol­le­gen von der Po­li­ce Na­tio­na­le da­bei. „Seit ei­ni­ger Zeit ma­chen wir be­son­ders sol­che Schwer­punkt­kon­trol­len zu Fa­sching oder in der Vor­weih­nachts­zeit zu­sam­men mit un­se­ren fran­zö­si­schen Kol­le­gen“, sagt An­na Schie­ber. „Eben­so ge­hen wir nach Frank­reich, um dort mit un­se­ren Kol­le­gen zu­sam­men­zu­ar­bei­ten.“

Das Sys­tem hat sich of­fen­bar be­währt. Vie­le der kon­trol­lier­ten Fahr­zeu­ge kom­men aus Frank­reich. An die­sem Abend ist es gut die Hälf­te. Die fran­zö­si­schen Au­to­fah­rer sind oft zu­nächst ver­dutzt, wenn Lands­leu­te sie kon­trol­lie­ren. In ih­rer Mut­ter­spra­che an­ge­spro­chen zu wer­den hilft, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­ble­me zu über­win­den.

Da­vi­de Bon­si­gno­re sagt: „Was muss, das muss. Ich fin­de sol­che Kon­trol­len wich­tig und gut. Auch dass sie ge­mein­sam mit fran­zö­si­schen Po­li­zis­ten statt­fin­den“.

„Ich fin­de die Kon­trol­le super“, sagt Kers­tin Hoff­mann. „Gin­ge es nach mir, dann könn­te so et­was viel öf­ter ge­macht wer­den“, sagt sie. Das meint auch Syl­via Hei­nen, die die Kon­trol­le sehr ge­las­sen sieht. „Ich bin jetzt 45 Jah­re alt und wer­de heu­te zum ers­ten Mal in mei­nem Le­ben kon­trol­liert“, sagt Hei­nen mit ei­nem La­chen. „Die Kon­trol­le se­he ich sehr po­si­tiv, sie er­höht die Si­cher­heit. Auch dass fran­zö­si­sche Po­li­zis­ten da­bei sind, be­für­wor­te ich sehr. In Zei­ten von Ter­ror und of­fe­nen Gren­zen sind sol­che Ak­tio­nen wich­tig“, fügt Syl­via Hei­nen hin­zu.

Nach zwei St­un­den ver­legt Ein­satz­lei­te­rin An­na Schie­ber die Kon­trol­le nach Brebach in die Saar­brü­cker Stra­ße, wo die Ar­beit dann bis in die spä­ten Abend­stun­den wei­ter­geht.

Die Bi­lanz: 200 Au­tos ha­ben die deut­schen und fran­zö­si­schen Po­li­zis­ten an die­sem Abend an den bei­den Ein­satz­stel­len kon­trol­liert. Ein Rol­ler­fah­rer stand un­ter Dro­gen und muss­te zur Blut­pro­be. Der Rol­ler blieb ste­hen. Ein Flücht­ling aus Sy­ri­en hat­te noch kei­nen deut­schen Füh­rer­schein und war des­we­gen schon ein­mal bei ei­ner Kon­trol­le im Ja­nu­ar auf­ge­fal­len. Und sei­ne drei Mit­fah­rer wa­ren nicht an­ge­schnallt. En­de der Fahrt. Ei­ne Fran­zö­sin er­fuhr, dass sie für ih­ren Klein-Pkw zwar in Frank­reich kei­nen Füh­rer­schein be­nö­tigt, wohl aber in Deutsch­land. Sie muss­te das Wä­gel­chen ste­hen las­sen. Die fran­zö­si­schen Po­li­zis­ten brach­ten die Frau ins Hei­mat­land. Jetzt muss sie das Mi­ni-Au­to von je­man­dem ab­ho­len las­sen, der ei­nen Füh­rer­schein hat.

Ein­satz­lei­te­rin An­na Schie­ber ver­bucht die Spät­schicht im Di­ens­te der Ver­kehrs­si­cher­heit als „durch­schnitt­li­che“Kon­trol­le. Sie ap­pel­liert an al­le Fah­rer, sich nur nüch­tern ans Steu­er zu set­zen – nicht nur, aber na­tür­lich auch in der när­ri­schen Zeit. Denn das war mit Si­cher­heit nicht die letz­te Ver­kehrs­kon­trol­le in der Fast­nachts­sai­son. An­na Schie­ber: „Ein Ta­xi oder ein Freund, der nüch­tern fährt, sind im­mer die bes­te Wahl.“

FO­TO: BE­CKER&BREDEL

Ein Be­am­ter der Po­li­zei­in­spek­ti­on Brebach kon­trol­lier­te hier an der Saar­brü­cker Stra­ße mit ei­nem Kol­le­gen von der Po­li­ce Na­tio­na­le ei­nen Au­to­fah­rer. Das Haupt­au­gen­merk der deutsch-fran­zö­si­schen Teams lag dar­auf, Fah­rer mit Al­ko­hol oder Dro­gen aus dem Ver­kehr zu zie­hen.

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