„Am ef­fek­tivs­ten ist es, spar­sam mit Fo­tos um­zu­ge­hen“

Saarbruecker Zeitung - - Themen des Tages - Das In­ter­view führ­te Jana Frei­ber­ger.

Herr Ra­ab, in wel­chem Maß muss Face­book selbst tä­tig wer­den, um un­zu­läs­si­ge In­hal­te von sei­ner Platt­form zu til­gen?

RA­AB Der­zeit muss ein Nut­zer al­le Bei­trä­ge, die sei­ner Mei­nung nach sei­ne Per­sön­lich­keits­rech­te ver­let­zen, ein­zeln selbst an Face­book mel­den. Dies er­folgt je­doch nicht über den „Mel­den“-But­ton, der ne­ben al­len Bei­trä­gen zu se­hen ist, son­dern über ein For­mu­lar im Hil­fe-Be­reich. Wel­che In­hal­te das Netz­werk der­zeit aus frei­en Stü­cken schon löscht, be­stimmt Face­book mit sei­nen in­ter­nen Re­geln wei­test­ge­hend selbst.

Wie kön­nen sich Nut­zer da­vor schüt­zen, dass ih­re Bil­der für an­de­re Zwe­cke ge­nutzt wer­den? RA­AB Am ef­fek­tivs­ten ist es für Face­book-Nut­zer, spar­sam mit den Da­ten und Fo­tos um­zu­ge­hen, die sie öf­fent­lich in so­zia­len Netz­wer­ken ein­stel­len. Je we­ni­ger Fo­tos man hoch­lädt, um­so we­ni­ger Fo­tos kön­nen zweck­ent­frem­det wer­den. Au­ßer­dem soll­ten ih­nen die Ein­stel­lungs­mög­lich­kei­ten ver­traut sein. Wenn zum Bei­spiel die Sicht­bar­keit auf „Freun­de von Freun­den“ge­stellt wird, er­reicht man schnell 10 000 Per­so­nen, wenn man un­ter­stellt, ein Nut­zer hät­te im Schnitt 100 „Freun­de“.

Wür­de Anas M. den Pro­zess ge­win­nen, was wür­de das zu­künf­tig für Face­book be­deu­ten?

RA­AB Falls der Kla­ge in der Haupt­sa­che statt­ge­ge­ben wür­de, müss­te Face­book künf­tig deut­lich um­fang­rei­cher prü­fen, wel­che Pos­tings das Netz­werk löscht, und wel­che es zu­lässt. Face­book müss­te dann von sich aus rechts­wid­ri­ge In­hal­te, die ein­mal ge­mel­det wur­den, su­chen und lö­schen. Der Klä­ger ver­langt näm­lich nicht nur, dass die bei­den Ori­gi­nal-Pos­tings ge­löscht wer­den, son­dern auch, dass al­le Pos­tings, in de­nen fal­sche Aus­sa­gen und Bil­der wei­ter­ver­brei­tet wer­den, ent­fernt wer­den. Nach der bis­he­ri­gen Pra­xis von Face­book müss­te da­zu je­des die­ser Pos­ting ge­mel­det wer­den.

FO­TO: RA­AB

Der Saar­brü­cker Rechts­an­walt To­bi­as Ra­ab, Spe­zia­list für Ur­he­ber- und Me­di­en­recht.

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