Gün­ther Oet­tin­ger: EU muss sich ge­gen Po­pu­lis­ten be­haup­ten

CDU-Eu­ro­pa­po­li­ti­ker warnt bei sei­nem Be­such in Saar­brü­cken vor Ge­fah­ren für die Eu­ro­päi­sche Uni­on von rechts und links.

Saarbruecker Zeitung - - Lokales - VON STE­PHA­NIE SCHWARZ

SAAR­BRÜ­CKEN Für Gün­ther Oet­tin­ger (CDU), EU-Kom­mis­sar für Haus­halt und Per­so­nal, ist das Pro­jekt Eu­ro­pa in Ge­fahr. Das be­ton­te er im Bei­sein von An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er (CDU) vor rund 100 Gäs­ten in der Tor­pe­doGa­ra­ge von Mer­ce­des-Benz wäh­rend sei­nes Be­su­ches in Saar­brü­cken am Frei­tag. In ih­rer kur­zen An­spra­che po­si­tio­nier­te sich die Mi­nis­ter­prä­si­den­tin ge­gen den zu­neh­men­den Po­pu­lis­mus: „Sol­che Stim­men dür­fen im Saar­land kei­ne Ver­ant­wor­tung mehr über­neh­men.“

Eu­ro­pa, das Gün­ther Oet­tin­ger in sei­ner 30-mi­nü­ti­gen Re­de als „Frie­dens­uni­on“und „Wer­te­ge­mein­schaft“de­fi­nier­te, ste­he in ei­nem glo­ba­len Wett­be­werb von Wer­te­ord­nun­gen. Die­se Wer­te wür­den im In­ne­ren von rech­ten und lin­ken Po­pu­lis­ten an­ge­grif­fen und von au­ßen von Dik­ta­to­ren ver­ach­tet, mein­te Oet­tin­ger.

Er sieht die Eu­ro­päi­sche Uni­on in der Pflicht, ih­re Wer­te und Per­spek­ti­ven in die an­gren­zen­den „in­sta­bi­len Län­der“zu ex­por­tie­ren. Die Fra­ge, ob Eu­ro­pa zu schnell zu vie­le Staa­ten als Mit­glie­der auf­ge­nom­men ha­be, be­ant­wor­te­te Gün­ther Oet­tin­ger mit ei­nem „vi­el­leicht“. Je­doch sei er der Auf­fas­sung, dass der Bei­tritt von bei­spiels­wei­se Ru­mä­ni­en und Bul­ga­ri­en in die Eu­ro­päi­sche Uni­on die­sen Län­dern Wer­te und Frie­den ge­bracht ha­be: „Wä­ren die­se Län­der nicht bei uns, dann wä­ren sie nur ein schwa­ches Schilf­rohr im Wind Pu­tins“, sag­te der CDU-Eu­ro­pa­po­li­ti­ker.

Dar­über hin­aus sieht Oet­tin­ger Eu­ro­pa in der Pflicht, dem Flücht­lings­strom ent­ge­gen­zu­wir­ken. Ziel sei es, Per­spek­ti­ven in den Her­kunfts­län­dern die­ser Men­schen zu schaf­fen. „Wir müs­sen in­ves­tie­ren an­statt ab­zu­war­ten, bis sie kom­men“, sag­te der EUKom­mis­sar. Auf­grund der Po­li­tik „Ame­ri­ca first“von US-Prä­si­dent Do­nald Trump rech­net Oet­tin­ger da­bei nicht mit der Un­ter­stüt­zung der USA. Viel­mehr se­he er Eu­ro­pa in der Pflicht zu han­deln. Ein Ab­war­ten wür­de nur die Po­pu­lis­ten stär­ken.

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