Schmer­zens­geld nach Be­läs­ti­gung an Ho­tel­bar

Saarbruecker Zeitung - - REGION -

SAAR­BRÜ­CKEN (wi) Ei­ne jun­ge Ho­tel­an­ge­stell­te aus dem Saar­land be­kommt 3000 Eu­ro Schmer­zens­geld von ei­nem ehe­ma­li­gen Ho­tel­gast. Im Ge­gen­zug wird das Straf­ver­fah­ren we­gen des Ver­dachts der ver­such­ten Nö­ti­gung ge­gen den 49 Jah­re al­ten Un­ter­neh­mer ein­ge­stellt. Mit die­sem Er­geb­nis en­de­te jetzt vor dem Land­ge­richt in Saar­brü­cken der Straf­pro­zess ge­gen den Mann aus dem Ruhr­ge­biet. Er hat­te vor Ge­richt von sei­nem Recht zu schwei­gen Ge­brauch ge­macht.

Die An­kla­ge­schrift hat­te dem 49Jäh­ri­gen zu­nächst ver­such­te Ver­ge­wal­ti­gung vor­ge­wor­fen. Da­nach soll der Un­ter­neh­mer nach ei­ner lan­gen Nacht an der Ho­tel­bar der letz­te Gast ge­we­sen sein. Der vor­letz­te Gast war of­fen­bar ein bun­des­weit be­kann­ter Sport­mo­de­ra­tor. Er be­rich­te­te als Zeu­ge, dass er und der 49-Jäh­ri­ge die letz­ten aus ei­ner grö­ße­ren Ge­sell­schaft rund um ein Be­ne­fiz-Sport­er­eig­nis ge­we­sen sei­en. Ge­gen 1.30 Uhr ha­be er dann sei­ne Rech­nung be­zahlt, den bei­den jun­gen Frau­en hin­ter dem Tre­sen ein „or­dent­li­ches Trink­geld“ge­ge­ben und sei zu Bett ge­gan­gen, so der Sport­jour­na­list.

Kur­ze Zeit spä­ter – so das Er­geb­nis der Be­weis­auf­nah­me – ging die äl­te­re der bei­den Frau­en die Kas­se ma­chen und brach­te das Geld in den Tre­sor. Wäh­rend­des­sen soll der 49-Jäh­ri­ge auf­dring­lich ge­gen­über der da­mals 17 Jah­re al­ten Ho­tel­an­ge­stell­ten ge­wor­den sein. Das be­rich­te­te die zier­li­che jun­ge Frau vor Ge­richt. Sie ha­be sich mas­siv be­drängt und be­droht ge­fühlt. Da­von er­zähl­te sie aber ih­rer äl­te­ren Kol­le­gin zu­nächst nichts. Die mein­te rück­bli­ckend: Zum da­ma­li­gen Zeit­punkt ha­be der An­ge­klag­te un­be­dingt noch et­was trin­ken und Ge­sell­schaft ha­ben wol­len. Aber die Bar sei ge­schlos­sen ge­we­sen. Al­so ha­be sie ih­ren Chef ge­ru­fen. Der be­rich­te­te, wie er den 49-Jäh­ri­gen ab­ge­holt und in sein Zim­mer ge­bracht ha­be. Der Mann sei freund­lich und an­häng­lich ge­we­sen und ha­be mit ihm un­be­dingt noch et­was trin­ken wol­len. Der Ma­na­ger lehn­te ab. Der Mann bat al­ler­dings die 17-Jäh­ri­ge mit­zu­kom­men.

Fa­zit der Rich­ter nach Aus­sa­ge al­ler mög­li­chen Zeu­gen: Der Vor­wurf ei­nes ver­such­ten Se­xu­al­de­lik­tes sei nach dem Er­geb­nis der Be­weis­auf­nah­me nicht halt­bar. Es blei­be aber der Vor­wurf ei­ner ver­such­ten Nö­ti­gung. In ei­nem Rechts­ge­spräch ver­stän­dig­ten sich an­schlie­ßend al­le Be­tei­lig­ten auf ei­ne Ein­stel­lung des Ver­fah­rens we­gen Ge­ring­fü­gig­keit bei Zah­lung ei­nes Schmer­zens­gel­des an die jun­ge Frau. Ei­ne Lö­sung, mit der of­fen­sicht­lich al­le Sei­ten ein­ver­stan­den und auch zu­frie­den wa­ren.

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