Kim Dot­com droht lang­jäh­ri­ge Ge­fäng­nis­stra­fe

Ein Ge­richt in Neu­see­land hat ent­schie­den: Der Grün­der der Online-Platt­form Me­gau­pload darf we­gen Be­trugs an die USA aus­ge­lie­fert wer­den.

Saarbruecker Zeitung - - INTERNET -

WELLINGTON (afp) Das obers­te Zi­vi­lund Straf­ge­richt in Neu­see­land hat die Aus­lie­fe­rung des um­strit­te­nen deut­schen In­ter­net­un­ter­neh­mers Kim Dot­com an die USA ge­neh­migt. Rich­ter Mur­ray Gil­bert be­stä­tig­te am Mon­tag die Ent­schei­dung ei­ner un­te­ren In­stanz, die ei­ner Aus­lie­fe­rung des 43-Jäh­ri­gen und drei­er Mit­an­ge­klag­ter be­reits zu­ge­stimmt hat­te.

Die Ver­tei­di­ger der vier An­ge­klag­ten kün­dig­ten um­ge­hend an, vor den Be­ru­fungs­ge­richts­hof zu zie­hen. „Wir sind weit da­von ent­fernt, ge­schla­gen zu sein“, er­klär­te Dot­coms An­walt Ron Mans­field.

Dot­com hat­te im Jahr 2005 die Online-Platt­form Me­gau­pload ge­grün­det, auf der In­ter­net­nut­zer Da­tei­en kos­ten­los hoch- und her­un­ter­la­den konn­ten. Das US-Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um wirft ihm und den drei wei­te­ren Be­trei­bern Ma­thi­as Ort­man, Bram van der Kolk und Finn Ba­ta­to vor, die Sei­te aus­drück­lich als Tausch­bör­se für ur­he­ber­recht­lich ge­schütz­te In­hal­te wie Fil­me, Fern­seh­pro­gram­me und an­de­re Da­tei­en ein­ge­rich­tet zu ha­ben. Nach Be­rech­nun­gen des Mi­nis­te­ri­ums soll Dot­coms Platt­form mit Ur­he­ber­rechts­ver­let­zun­gen ei­nen Ge­winn von 175 Mil­lio­nen Dol­lar ge­macht ha­ben, der Scha­den soll sich auf min­des­tens 500 Mil­lio­nen Dol­lar be­lau­fen. Das FBI stuft Dot­coms Ak­ti­vi­tä­ten als größ­ten Fall von Ur­he­ber­rechts­ver­let­zung in der USGe­schich­te ein.

Dot­com kri­ti­sier­te die Ent­schei­dung des High Court scharf. „Das ist ein po­li­ti­scher Fall. Das ist ein po­li­ti­sches Ur­teil“, schrieb er im Kurz­bot­schaf­ten­dienst Twit­ter. Er ha­be im­mer ge­sagt, dass er we­gen der Ver­let­zung des Ur­he­ber­rechts nicht aus­ge­lie­fert wer­den kön­ne, und er ha­be Recht be­hal­ten, er­klär­te er wei­ter. Tat­säch­lich war Rich­ter Gil­bert Dot­coms Ar­gu­ment ge­folgt, dass Ur­he­ber­rechts­ver­let­zun­gen nach neu­see­län­di­schem Ge­setz nicht straf­bar sei­en und er des­halb nicht aus­ge­lie­fert wer­den kön­ne. Da­ge­gen er­klär­te Gil­bert, es ge­be ge­nü­gend Hin­wei­se auf Be­trug, um Dot­com den Pro­zess zu ma­chen. Des­halb sei sei­ne Aus­lie­fe­rung rech­tens. Soll­te er aus­ge­lie­fert und in den USA ver­ur­teilt wer­den, dro­hen ihm bis zu 20 Jah­re Haft.

FOTO: DPA

Der deut­sche In­ter­net­un­ter­neh­mer Kim Dot­com muss sich we­gen Ur­he­ber­rechts­ver­let­zung und Be­trugs ver­ant­wor­ten.

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