Wind­park Pfaf­fen­kopf schrumpft

Rie­gels­ber­ger Bür­ger­meis­ter Klaus Häus­le geht da­von aus, dass nur vier statt sechs Wind­rä­der ge­neh­migt wer­den.

Saarbruecker Zeitung - - ZEITUNG FÜR SAARBRÜCKEN - VON MICHA­EL EM­ME­RICH

RIEGELSBERG/BURBACH Die Fir­ma Du­noa­ir will nicht nur die Wind­parks Schwal­bach und Bous bau­en, die in den Nach­bar­or­ten Köl­ler­bach und Pütt­lin­gen auf hef­ti­gen Wi­der­stand sto­ßen (die Saar­brü­cker Zei­tung be­rich­te­te). Du­noa­ir plant auch ei­nen aus sechs Wind­ener­gie­an­la­gen be­ste­hen­den Wind­park Pfaf­fen­kopf.

Zwei die­ser Wind­rä­der wür­den sich auf Rie­gels­ber­ger Ge­biet dre­hen, die an­de­ren vier auf Saar­brü­cker Bann. So­wohl der Saar­brü­cker Stadt­rat als auch der Rie­gels­ber­ger Ge­mein­de­rat ha­ben die­sem Pro­jekt die Zu­stim­mung ver­wei­gert.

Wie der Rie­gels­ber­ger Bür­ger­meis­ter Klaus Häus­le (SPD) aus­führt, hat der Ge­mein­de­rat das Ein­ver­neh­men in die­ser An­ge­le­gen­heit aus drei Grün­den nicht her­ge­stellt: 1. Über­schrei­tung der Kon­zen­tra­ti­ons­zo­ne. 2. Schall. 3. Na­tur­schutz.

Bei den ein­ge­reich­ten Ge­neh­mi­gungs­un­ter­la­gen zum Wind­park Pfaf­fen­kopf ha­be sich ge­zeigt, dass zwei der ge­plan­ten sechs Wind­rä­der mit den Ro­tor­blät­tern über die pla­nungs­recht­lich fest­ge­leg­ten Flä­chen hin­aus­ra­gen: je­weils ein Rad auf Saar­brü­cker be­zie­hungs­wei­se auf Rie­gels­ber­ger Ge­biet.

Ein wei­te­rer kri­ti­scher Punkt sei­en die vor­her­ge­sag­ten Schall­aus­brei­tun­gen, fügt Häus­le hin­zu. Die vor­ge­schrie­be­nen Richt­wer­te wür­den nur des­halb ein­ge­hal­ten, weil die der An­la­ge nächst­ge­le­ge­nen Wohn­häu­ser nicht als rei­nes Wohn­ge­biet, son­dern als all­ge­mei­nes Wohn­ge­biet ein­ge­stuft wer­den. Der Rie­gels­ber­ger Bür­ger­meis­ter: „Dies ist aus mei­ner Sicht nicht zu­tref­fend, da wir we­gen der tat­säch­li­chen Nut­zungs­art der be­trof­fe­nen Be­rei­che in Pflug­scheid von ei­nem rei­nen Wohn­ge­biet aus­ge­hen. Auch des­halb konn­te das Ein­ver­neh­men nicht her­ge­stellt wer­den.“

Im drit­ten Punkt geht es um so­ge­nann­te Aus­gleichs­maß­nah­men für den Ver­lust von un­ge­fähr 2,7 Hekt­ar Wald­flä­che. Aus Rie­gels­ber­ger Sicht nicht ak­zep­ta­bel sei die Tat­sa­che, dass für ei­nen Ein­griff in Riegelsberg an­dern­orts neue Bäu­me ge­pflanzt wer­den sol­len, näm­lich in Ep­pel­born. Häus­le: „Es be­steht da­mit kein lokaler Zu­sam­men­hang zwi­schen Ein­griff und Aus­gleich.“Au­ßer­dem ge­be es „Un­wäg­bar­kei­ten hin­sicht­lich des Zu­stan­de­kom­mens der Aus­gleichs­maß­nah­me“.

Die Ge­neh­mi­gungs­be­hör­de für Wind­ener­gie­an­la­gen, das Lan­des­amt für Um­welt- und Ar­beits­schutz (LUA), hat nun auf die Ein­wän­de aus Riegelsberg re­agiert. Häus­le fasst die Aus­sa­gen des Schrei­bens so zu­sam­men: Der

Ein­spruch ge­gen das Wind­rad mit Ro­tor­über­schlag sei recht­mä­ßig; der Ein­spruch ge­gen das Wind­rad, das kom­plett in­ner­halb der Kon­zen­tra­ti­ons­zo­ne ste­hen wür­de, nicht. Für die­ses zwei­te Wind­rad er­setzt das LUA das Ein­ver­neh­men, das der Rie­gels­ber­ger Ge­mein­de­rat nicht her­ge­stellt hat – so­weit al­le üb­ri­gen Ge­neh­mi­gungs­vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind. Die Saar­brü­cker Stadt­ver­wal­tung ha­be vom LUA ein Schrei­ben ähn­li­chen In­halts er­hal­ten, weiß Häus­le nach ei­ner Nach­fra­ge in der Lan­des­haupt­stadt. Und da­mit geht der Rat­haus­chef nach dem der­zei­ti­gen Stand des Ver­fah­rens da­von aus, dass der Wind­park Pfaf­fen­kopf nur aus vier statt aus sechs Wind­rä­dern be­ste­hen wird, so er denn ge­baut wird.

FOTO: KARL-JO­SEF HIL­DEN­BRAND/DPA

Wind­rä­der zur Strom­er­zeu­gung sor­gen land­auf, land­ab für Dis­kus­sio­nen.

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