Bei Klein ist der Kno­ten noch nicht ganz ge­platzt

Der Frau­en­fuß­ball-Zweit­li­gist 1. FC Saarbrücken er­war­tet an die­sem Sonn­tag im Kie­sel­hu­mes-Sta­di­on den 1. FFC Frank­furt II.

Saarbruecker Zeitung - - SPORT REGIONAL - VON CHRIS­TI­AN THO­NET

SAARBRÜCKEN Sie ist schnell. Auf dem Platz und ne­ben dem Platz. In Blau-Schwarz und bald auch in Uni­form. Denn so­bald Chi­a­ra Klein in we­ni­gen Mo­na­ten ihr Abitur ab­ge­schlos­sen hat, be­ginnt die Au­ßen­stür­me­rin des Frau­en­fuß­ball-Zweit­li­gis­ten 1. FC Saarbrücken ih­re Aus­bil­dung zur Po­li­zis­tin. Die 19-Jäh­ri­ge wird Teil der Sport­för­der­grup­pe, so­dass Klein wei­ter­hin am Trai­ning und Spiel­be­trieb teil­neh­men kann.

„Der­zeit gibt es bei mir nur Schu­le und Fuß­ball, das ist al­les sehr an­stren­gend für mich. Da bleibt nicht viel Zeit für et­was an­de­res“, sagt Klein. Ih­re fuß­bal­le­ri­schen Merk­ma­le sind Ge­schwin­dig­keit und Schuss­ge­walt. Ge­ra­de im schnel­len Um­schalt­spiel kann die 19-Jäh­ri­ge über die Au­ßen­bahn dem Geg­ner weh­tun. „Rechts oder links, sie kann in der Of­fen­si­ve bei­des spie­len“, er­klärt Trai­ner Tai­four Dia­ne. Er er­gänzt, dass er von sei­ner Spie­le­rin nicht nur Vor­la­gen er­war­tet: „Ich den­ke, im mo­der­nen Fuß­ball gibt es kei­ne rei­nen Au­ßen­spie­le­rin­nen mehr, die nur vor­be­rei­ten. Sie soll schon selbst tor­ge­fähr­lich sein. Das üben wir im Trai­ning. Chi­a­ra kann mit rechts und links den Ab­schluss su­chen und noch tor­ge­fähr­li­cher wer­den.“

In der lau­fen­den Sai­son hat Klein zwei To­re er­zielt. Wo­bei die­se Spiel­zeit kei­ne ein­fa­che ist. Der FCS kämpft als Ta­bel­len­neun­ter

Chi­a­ra Klein ge­gen den Ab­stieg. „Wir spie­len ja nicht schlecht. Wenn man je­doch im­mer ei­ne gu­te Leis­tung ab­ruft und trotz­dem oh­ne Punk­te da­steht, ist das halt schon blöd. Es gab Sai­sons, die wa­ren schö­ner als die­se jetzt“, er­zählt Klein, die seit 2014 für die FCS-Frau­en spielt. Oft hat man den Ein­druck, dass bei der Stür­me­rin nicht voll­ends der Kno­ten ge­platzt ist, sie nicht ihr ge­sam­tes Po­ten­zi­al ab­ru­fen kann: „Ich glau­be, das dau­ert noch ein biss­chen. Es gibt Spie­le, bei de­nen ich den­ke, jetzt platzt der Kno­ten, weil al­les ir­gend­wie klappt und ich Din­ge ma­chen kann, die nicht je­der macht. Dann klappt es im nächs­ten Spiel nicht mehr. Ich muss ein­fach da­hin­ter­blei­ben.“

Vi­el­leicht wird bei Klein im Heim­spiel im Kie­sel­hu­mes-Sta­di­on an die­sem Sonn­tag um 14 Uhr ge­gen den Ta­bel­len­sieb­ten 1. FFC Frank­furt II der Kno­ten plat­zen. Ihr Trai­ner hät­te nichts da­ge­gen, wenn die 19-Jäh­ri­ge den nächs­ten Schritt ma­chen wür­de. „Sie ist schon lan­ge da­bei. Ich er­war­te schon, dass sie mehr Ver­ant­wor­tung über­nimmt. Das fehlt uns in der Mann­schaft. Das ist auch ein Grund, wes­halb wir kei­ne Sta­bi­li­tät in un­se­ren Leis­tun­gen ha­ben. Da feh­len ein, zwei, die die Mann­schaft füh­ren und die Sa­che in die Hand neh­men“, sagt Dia­ne, der Li­sa May­er (Kreuz­band­riss), Sa­rah Franz (Auf­bau­trai­ning), Jac­que­line De Ba­cker (mus­ku­lä­re Pro­ble­me) und even­tu­ell auch die an­ge­schla­ge­nen Le­na Rip­per­ger und Le­na Latt­wein er­set­zen muss.

„Es gab Sai­sons, die wa­ren schö­ner

als die­se jetzt.“

FO­TO: SCH­LICH­TER

Of­fen­siv­spie­le­rin Chi­a­ra Klein vom 1. FC Saarbrücken soll nach dem Wil­len von Trai­ner Tai­four Dia­ne mehr Ver­ant­wor­tung über­neh­men.

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