SZ-Le­ser klagt über Schim­mel im Ho­tel

Saarbruecker Zeitung - - REGION - VON MAR­KO VÖLKE

An­fang des Jah­res hat ein SZ-Le­ser-Re­por­ter, der lie­ber an­onym blei­ben möch­te, aber des­sen Na­me der Re­dak­ti­on be­kannt ist, bei dem Last­mi­nu­te-Rei­se­ver­an­stal­ter „L’Tur“ei­nen ein­wö­chi­gen Ur­laub auf Ma­dei­ra ge­bucht. Doch im Zim­mer des Vier-Ster­ne-Ho­tels „hielt sich hart­nä­ckig ein üb­ler Ge­ruch, der von ei­nem groß­flä­chi­gen Schim­mel­be­fall an der Au­ßen­wand ne­ben dem Bal­kon aus­ging“, be­rich­tet der SZ-Le­ser. Da er mit der Rei­se­lei­tung vor Ort kei­nen Kon­takt be­kom­men ha­be, setz­te er die Ho­tel­re­zep­ti­on von dem Pro­blem in Kennt­nis.

Nach sei­ner Rück­kehr ha­be der Kun­de dann den Rei­se­ver­an­stal­ter durch ei­ne Do­ku­men­ta­ti­on des Man­gels in­for­miert und um ei­ne ein­ver­nehm­li­che Re­gu­lie­rung ge­be­ten. Das Un­ter­neh­men ant­wor­te­te ihm, dass es den Fall sei­nem Ver­si­che­rer ge­mel­det ha­be. Doch seit­dem hat der ent­täusch­te Kun­de nichts mehr in der Sa­che ge­hört. Ei­ne Un­ter­neh­mens-Spre­che­rin ent­schul­digt sich für die lan­ge Be­ar­bei­tungs­zeit des Falls. Der SZ-Le­ser ha­be die Rei­se­lei­tung vor Ort nicht über den an­geb­li­chen Man­gel in Kennt­nis ge­setzt und die­sen ge­gen­über dem Ho­tel erst am Tag der Abrei­se an­ge­zeigt. Bei ei­ner be­rech­tig­ten, frü­he­ren Re­kla­ma­ti­on hät­te man dem Paar ein an­de­res Zim­mer an­bie­ten kön­nen. Zu­dem be­strei­tet der Ver­an­stal­ter nach ei­ner Prü­fung des Sach­ver­hal­tes den Schim­mel­be­fall. Des­halb leh­ne man Scha­den­er­satz­an­sprü­che ab. Da dem Un­ter­neh­men je­doch sehr an der Zuf­rie­den­heit sei­ner Kun­den ge­le­gen sei, er­hal­te der SZ-Le­ser ei­nen Ku­lanz-Gut­schein.

Ge­ra­de jetzt in der Ur­laubs-Hoch­sai­son kommt es im­mer wie­der zu ähn­li­chen Pro­ble­men. Yvon­ne Schmie­der von der Ver­brau­cher­zen­tra­le des Saar­lan­des rät all­ge­mein: „Soll­te es vor Ort im Ur­laubs­land Grund zur Be­an­stan­dung ge­ben – zum Bei­spiel we­gen Bau­lärm – muss dem Ver­an­stal­ter zu­nächst die Mög­lich­keit ein­ge­räumt wer­den, den Man­gel zu be­sei­ti­gen.“Der Ver­brau­cher müs­se den Ver­an­stal­ter al­so über den Man­gel in­for­mie­ren und ihn gleich­zei­tig auf­for­dern, die­sen zu be­sei­ti­gen. Die Ju­ris­tin gibt den Tipp, dass die Be­trof­fe­nen sich Be­wei­se von den Ge­ge­ben­hei­ten vor Ort mit Fo­tos oder Pro­to­kol­len si­chern sol­len. Ge­ge­be­nen­falls könn­ten sich die Ver­brau­cher mit an­de­ren Rei­sen­den zu­sam­men­tun und den Man­gel ge­mein­schaft­lich re­kla­mie­ren. Wich­ti­ge Din­ge wie zum Bei­spiel den Emp­fang der Re­kla­ma­ti­on vor Ort durch den Rei­se­lei­ter soll­te man sich schrift­lich be­stä­ti­gen und do­ku­men­tie­ren las­sen. Schmie­der: „Soll­te ein Rei­se­lei­ter nicht vor Ort sein, kann der Ver­brau­cher bei­spiels­wei­se auch an den Ho­te­lier her­an­tre­ten.“

Re­kla­mie­re der Kun­de nicht vor Ort, ris­kie­re er sei­ne ge­sam­ten Ge­währ­leis­tungs-An­sprü­che, die er nach Be­en­di­gung der Rei­se gel­tend ma­chen möch­te. „Für die Män­gel­an­zei­ge und das Ab­hil­fe­ver­lan­gen ist der Ver­brau­cher be­weis­pflich­tig“, er­klärt die Be­ra­te­rin. Der Be­trof­fe­ne kann auch vom „Selbst­ab­hil­fe­recht“Ge­brauch ma­chen, in­dem er sich selbst ei­ne gleich­wer­ti­ge Er­satz­un­ter­kunft sucht. Da­mit der Ver­an­stal­ter die Kos­ten dann auch über­nimmt, muss der Be­trof­fe­ne ihm zu­vor ei­ne Frist ge­setzt ha­ben. „Wie­der zu Hau­se an­ge­kom­men, ha­ben Ver­brau­cher ei­nen Mo­nat nach der ver­trag­lich vor­ge­se­he­nen Be­en­di­gung der Rei­se Zeit, ih­re An­sprü­che ge­gen­über dem Ver­an­stal­ter gel­tend zu ma­chen. Das soll­te man schrift­lich und un­ter Set­zung ei­ner Frist tun“, emp­fiehlt Schmie­der. Die Ver­brau­cher­zen­tra­le bie­tet zu die­sem The­ma ent­spre­chen­de Mus­ter­brie­fe auf ih­rer Home­page an.

SYM­BOL­FO­TO: DPA/REIN­HARDT

Schim­mel in sei­nem Ho­tel­zim­mer im Ur­laub be­klagt ein SZ-Le­ser-Re­por­ter und woll­te Scha­den­er­satz.

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