Al­te Ruf­num­mer beim neu­en An­bie­ter

Wer­den Mo­bil­funk­ver­trag wech­selt, möch­te häu­fig sei­ne Num­mer­be­hal­ten. Doch da­bei gib­tes viel­zu­be­ach­ten.

Saarbruecker Zeitung - - INTERNET - VON JO­CHEN WIE­LOCH

BONN

(dpa) Die Deut­schen te­le­fo­nie­ren ger­ne. Neun von zehn Haus­hal­ten ha­ben laut Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt ei­nen Fest­netz­an­schluss. Hin­zu kom­men laut Bun­des­netz­agen­tur rund 129 Mil­lio­nen ak­ti­ve SIM-Kar­ten in Deutsch­land. Vie­le Nut­zer ha­ben al­so mehr als ei­nen Han­dy-Ver­trag. Da sich Prei­se und Kon­di­tio­nen stän­dig än­dern, fra­gen sich vie­le Kun­den: Soll ich mei­nen An­bie­ter wech­seln, und was pas­siert dann mit mei­ner bis­he­ri­gen Num­mer?

Grund­sätz­lich er­wer­ben Nut­zer an ei­ner Ruf­num­mer kein Ei­gen­tums-, son­dern nur ein Nut­zungs­recht. Die­ses gilt al­ler­dings nur im Rah­men ih­res Ver­tra­ges mit dem Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­dienst. In der Re­gel ent­fällt es mit dem En­de des Ver­trags. Aus­nah­me: „So­fern ein Kun­de zum Ver­trags­en­de bei ei­nem an­de­ren An­bie­ter ei­ne Ruf­num­mern­mit­nah­me, die so­ge­nann­te Por­tie­rung be­auf­tragt, be­hält er das Nut­zungs­recht an der Num­mer“, er­klärt die Bun­des­netz­agen­tur. Beim Wech­sel des An­bie­ters ha­ben Kun­den al­so ei­nen Rechts­an­spruch dar­auf, dass sie die bis­he­ri­ge Ruf­num­mer be­hal­ten kön­nen. Wech­selt der Kun­de je­doch den Ver­trag beim sel­ben An­bie­ter, hat er kei­nen An­spruch dar­auf. Dann ent­schei­det der An­bie­ter selbst, ob er die Mit­nah­me der Ruf­num­mer er­laubt.

Bei Fest­netz­num­mern kann der An­bie­ter ei­ne Por­tie­rung ver­wei­gern, so­lan­ge der Kun­de noch ver­trag­lich an ihn ge­bun­den ist. An­ders sieht das beim Mo­bil­funk aus: „Die vor­zei­ti­ge Por­tie­rung ei­ner Ruf­num­mer ist auch dann mög­lich, wenn der Mo­bil­funk­ver­trag noch län­ger läuft“, er­klärt Mar­kus Weid­ner vom Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­por­tal tel­ta­rif.de. Für die al­te SIM-Kar­te er­hält der Kun­de dann ei­ne neue Ruf­num­mer, die bis­he­ri­ge wird auf die SIM-Kar­te des neu­en An­bie­ters über­tra­gen.

Wer sei­ne Mo­bil­funk­ruf­num­mer vor­zei­tig mit­neh­men will, muss wis­sen, dass der ei­gent­li­che Ver­trag mit dem bis­he­ri­gen An­bie­ter da­von un­be­rührt bleibt. Der Kun­de ist al­so wei­ter­hin ver­pflich­tet, Rech­nun­gen zu be­zah­len. Auf die­sen Um­stand müs­se der neue An­bie­ter vor Ver­trags­schluss hin­wei­sen, er­klärt die Bun­des­netz­agen­tur. Der al­te An­bie­ter ist zu­dem ver­pflich­tet, über al­le Kos­ten aus dem be­ste­hen­den Ver­trag zu in­for­mie­ren. Er muss auch ei­ne neue Mo­bil­funk­ruf­num­mer zu­tei­len, so­fern der Kun­de das ver­langt.

Auch bei Pre­paid-Ver­trä­gen muss der An­bie­ter die Mit­nah­me der Ruf­num­mer er­mög­li­chen. Weid­ner zu­fol­ge knüp­fen ei­ni­ge An­bie­ter das aber an Be­din­gun­gen. Kun­den soll­ten et­wa dar­auf ach­ten, dass sie aus­rei­chend Gut­ha­ben auf der Pre­paid­kar­te ha­ben, da­mit al­le Kos­ten be­gli­chen wer­den kön­nen, die durch die Ruf­num­mern­mit­nah­me ent­ste­hen. Meist fal­len kei­ne Kos­ten an, wenn ein Kun­de sei­ne Ruf­num­mer be­hal­ten will und in­ner­halb ei­nes An­bie­ters von Pre­paid auf ei­nen Lauf­zeit­ver­trag wech­selt.

Um ei­nen rei­bungs­lo­sen Wech­sel zu ge­währ­leis­ten, muss der neue An­bie­ter die Ruf­num­mern­mit­nah­me mög­lichst drei Wo­chen vor dem Ver­trags­en­de be­an­tra­gen. Au­ßer­dem müs­sen die Kun­den­da­ten beim al­ten und neu­en An­bie­ter iden­tisch ver­zeich­net sein, so die Bun­des­netz­agen­tur. Bei ei­nem An­bie­ter­wech­sel soll­ten Kun­den vor der Kün­di­gung ih­res Ver­tra­ges ih­re Da­ten beim al­ten An­bie­ter ak­tua­li­sie­ren. Wich­tig sind vor al­lem Ruf­num­mer, Na­me und Ge­burts­da­tum.

„So­lan­ge ein Ver­trag läuft, darf der An­bie­ter dem Kun­den das Nut­zungs­recht an der zu­ge­hö­ri­gen Ruf­num­mer nicht ge­gen des­sen Wil­len ab­er­ken­nen“, er­klärt die Bun­des­netz­agen­tur. Für die Ruf­num­mern­mit­nah­me be­rech­nen Fest­netz-An­bie­ter sie­ben bis acht Eu­ro und Mo­bil­funk-An­bie­ter zwi­schen 25 und 30 Eu­ro.

Kommt es nach Be­an­tra­gung der Por­tie­rung zu ei­ner Un­ter­bre­chung der Ver­sor­gung, die län­ger als ei­nen Tag dau­ert, muss die Er­reich­bar­keit der Ruf­num­mer so schnell wie mög­lich wie­der her­ge­stellt wer­den. Sto­ßen Kun­den beim An­bie­ter auf tau­be Oh­ren, soll­ten sie sich mit ih­rem An­lie­gen an die Bun­des­netz­agen­tur wen­den.

Bei vie­len An­bie­tern sei je­doch laut Bun­des­netz­agen­tur ku­lan­ter­wei­se die Mit­nah­me ei­ner Ruf­num­mer bis zu 90 Ta­ge nach Ver­trags­en­de mög­lich. Fest­netz­num­mern kön­nen bis zu 180 Ta­ge nach dem Ver­trags­en­de er­neut zu­ge­teilt wer­den. Ein ver­bind­li­cher Rechts­an­spruch be­steht zu die­sem Zeit­punkt je­doch nicht mehr.

FO­TO: DITTRICH/DPA

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