SHG feu­ert zwei Mit­ar­bei­te­rin­nen

Saarbruecker Zeitung - - SAARLAND -

(red/dik) Die Saar­land-Heil­stät­ten Gm­bH (SHG) hat zwei Mit­ar­bei­te­rin­nen frist­los ent­las­sen, weil sie die Di­plo­mur­kun­de des Lehr­be­auf­trag­ten Ed­gar Speng­ler-Staub an die Uni Müns­ter ge­schickt und so auf­ge­deckt hät­ten, dass die­se ge­fälscht war. Für die Ent­las­sung führt die SHG ar­beits­recht­li­che Grün­de an, wie der SR ges­tern be­rich­te­te. SHG-Ge­schäfts­füh­rer Al­fons Vog­tel sag­te dem Be­richt zu­fol­ge, die bei­den Mit­ar­bei­te­rin­nen hät­ten un­be­rech­tig­ter­wei­se Per­so­nal­ak­ten von Speng­ler-Staub ein­ge­se­hen und wei­ter­ge­lei­tet. Speng­ler-Staub selbst ha­be die Ur­kun­den­fäl­schung ein­ge­räumt und ei­nen Auf­lö­sungs­ver­trag un­ter­zeich­net, der kei­ner­lei Ab­fin­dungs­zah­lun­gen be­inhal­te. We­gen der Ur­kun­den­fäl­schung ha­be die SHG Straf­an­zei­ge ge­gen den 50-Jäh­ri­gen er­stat­tet.

Die Theo­lo­gi­sche Fa­kul­tät der Uni Müns­ter hat­te dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Di­plom-Ur­kun­de Speng­ler-Staubs ver­mut­lich ge­fälscht ist (wir be­rich­te­ten). Dem­nach hat­te Speng­ler-Staub of­fen­bar nie an der Fa­kul­tät stu­diert.

Speng­ler-Staub war zu­letzt Re­fe­rent des Rek­tors der Be­rufs­aka­de­mie für Ge­sund­heits- und So­zi­al­we­sen. Die SHG ist Mehr­heits­ge­sell­schaf­ter der Aka­de­mie. Dort un­ter­rich­te­te er als Do­zent im Fach Pfle­ge. Da­bei war er auch für die Ab­nah­me von Prü­fun­gen zu­stän­dig. Der­zeit prü­fe das Lan­des­amt für Ge­sund­heit und So­zia­les, ob die­se Prü­fun­gen wei­ter­hin an­er­kannt wer­den kön­nen, wie der SR ges­tern wei­ter be­rich­te­te. Die SHG ge­he da­von aus, dass dies mög­lich ist. Die bei­den frist­los ent­las­se­nen Mit­ar­bei­te­rin­nen wol­len Kün­di­gungschutz­kla­ge ein­rei­chen.

Die Ge­werk­schaft Ver­di kri­ti­sier­te das Ver­hal­ten der SHG. „Bei der SHG soll­te es zi­vi­li­sier­ter zu­ge­hen“, sag­te Ver­di-Se­kre­tär Micha­el Qu­et­ting der SZ. Man lie­be bei der SHG-Füh­rung of­fen­bar den Ver­rat, aber has­se die Ver­rä­ter. Das sei ei­ne arg an­ti­ke Sicht­wei­se, sag­te Qu­et­ting. Die bei­den Mit­ar­bei­te­rin­nen hät­ten sich um die SHG ver­dient ge­macht. Die SHG hät­te sie ab­mah­nen kön­nen, die frist­lo­se Kün­di­gung sei ein viel zu star­kes Ge­schütz.

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