53-Jäh­ri­ge soll Stief­sohn miss­han­delt ha­ben

Saarbruecker Zeitung - - Erste seite -

Weil sie ih­ren Stief­sohn über 13 Jah­re lang miss­han­delt ha­ben soll, soll ei­ne 53-jäh­ri­ge Saar­län­de­rin sechs Jah­re hin­ter Git­ter. Das for­der­te ges­tern die Staats­an­wäl­tin vor dem Land­ge­richt. Das Ur­teil wird wohl En­de Ok­to­ber fal­len.

SAAR­BRÜ­CKEN (wi) We­gen schwe­rer Miss­hand­lung ih­res Stief­soh­nes soll ei­ne Saar­län­de­rin für sechs Jah­re ins Ge­fäng­nis. Die­se Stra­fe hat ges­tern die Staats­an­wäl­tin in ih­rem Schluss­plä­doy­er im Straf­pro­zess ge­gen die 53-Jäh­ri­ge vor dem Land­ge­richt be­an­tragt.

Nach An­sicht der An­kla­ge­ver­tre­te­rin hat die mehr­fa­che Mut­ter den leib­li­chen Sohn ih­res Ehe­man­nes ins­ge­samt 14 Jah­re lang re­gel­mä­ßig übel miss­han­delt und ge­quält, wo­durch Ge­fahr für Leib und Le­ben des Kin­des be­stan­den ha­be. Der mit­an­ge­klag­te Va­ter des Jun­gen und Ehe­mann der Haupt­an­ge­klag­ten soll für zwei­ein­halb Jah­re in Haft. Er hat nach Fest­stel­lung der Staats­an­wäl­tin ab ei­nem ge­wis­sen Zeit­punkt von den Miss­hand­lun­gen ge­wusst, teil­wei­se mit­ge­macht oder weg­ge­se­hen.

Die Rechts­an­wäl­tin des heu­te er­wach­se­nen Jun­gen schloss sich den Straf­an­trä­gen an. Die bei­den Ju­ris­tin­nen wa­ren zum Ab­schluss der Be­weis­auf­nah­me über­zeugt, dass die Haupt­an­ge­klag­te den Jun­gen ab dem Al­ter von vier Jah­ren miss­han­delt und ver­nach­läs­sigt ha­be. Er sei re­gel­mä­ßig ge­schla­gen, ge­tre­ten, ge­fes­selt und ge­de­mü­tigt wor­den und ha­be zu­dem un­ter Man­gel­er­näh­rung ge­lit­ten. Als er im Al­ter von 17 Jah­ren von zu Hau­se we­g­lief, ha­be er sich äu­ßer­lich auf dem Ent­wick­lungs­stand ei­nes Elf­jäh­ri­gen be­fun­den.

Die An­ge­klag­ten be­strit­ten die Vor­wür­fe. Es wird des­halb er­war­tet, dass ih­re Ver­tei­di­ger in ih­rem Schluss­plä­doy­ers am kom­men­den Don­ners­tag Frei­spruch be­an­tra­gen wer­den. Das Ur­teil des Ge­richts wird En­de des Mo­nats er­war­tet.

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