Die­se Rech­te brau­chen Smart­pho­ne-Apps

Mo­bi­le Apps for­de rn stän­dig ne ue Be re ch­tig ung e n. Ex­pe rte n e rklä­re n, we lche da­von Nut­ze r e in­räu­me n soll­te n.

Saarbruecker Zeitung - - Internet - VON DO­MI­NIK SCHOTT

BER­LIN (dpa) Heut­zu­ta­ge ist ein Smart­pho­ne weit mehr, als nur ein ein­fa­ches Te­le­fon. Es bie­tet zahl­rei­che wei­te­re Funk­tio­nen, die un­se­ren All­tag er­leich­tern und be­rei­chern sol­len. Die Ge­rä­te kön­nen mit Apps deut­lich er­wei­tert wer­den. Häu­fig ver­lan­gen die neu in­stal­lier­ten Pro­gram­me aber nach Be­rech­ti­gun­gen. Das ver­un­si­chert vie­le Smart­pho­ne-Be­sit­zer.

Mit App­les iOS und neue­ren An­dro­id-Ver­sio­nen (ab Ver­si­on 6.0) kön­nen Nut­zer selbst ent­schei­den, was er­laubt ist. Aber was be­deu­tet es, wenn ei­ne App das Mi­kro­fon nut­zen will oder die Kon­takt­lis­te le­sen möch­te?

Mi­kro­fon: Apps, die Zu­griff auf das Mi­kro­fon ei­nes Smart­pho­nes ver­lan­gen, ste­hen häu­fig im Ver­dacht, Frem­de mit­hö­ren zu las­sen. „Grund­sätz­lich gibt es meh­re­re gu­te Grün­de, war­um ei­ne App das Mi­kro­fon braucht“, sagt Alex­an­der Spier vom Fach­ma­ga­zin c’t. Als Bei­spie­le nennt er Sprach­an­ru­fe, Mu­si­kerken­nung oder ge­spro­che­ne Nach­rich­ten. Da­her könn­ten man­che Apps oh­ne die­se Be­rech­ti­gung nicht funk­tio­nie­ren.

Ei­ne Mög­lich­keit, stän­dig be­lauscht zu wer­den, sieht Spier schon aus tech­ni­schen Grün­den nicht. Angst vor Dau­er­über­wa­chung müss­ten Nut­zer in der Re­gel nicht ha­ben, sagt er. Denn da­mit das pas­sie­ren kön­ne, müss­te die frag­wür­di­ge App stän­dig im Hin­ter­grund lau­fen, viel Da­ten­ver­kehr pro­du­zie­ren und so­mit viel Strom ver­brau­chen. Da­her fie­len sol­che Pro­gram­me schnell auf, sagt Spier.

Zur Si­cher­heit emp­fiehlt der Ex­per­te, zu über­prü­fen, ob ei­ne App ei­nen trif­ti­gen Grund hat, den Zu­griff auf das Mi­kro­fon ein­zu­for­dern. Ein Kurz­nach­rich­ten­dienst kön­ne et­wa ei­nen sol­chen Grund ha­ben, ei­ne Ta­schen­lam­pen-App nicht. Im Zwei­fels­fall soll­ten sich Nut­zer nach Al­ter­na­ti­ven um­se­hen.

Stand­ort: Vie­le Apps ver­lan­gen Zu­griff auf den ei­ge­nen Stand­ort, und selbst der vor­in­stal­lier­te Smart­pho­ne-In­ter­net­brow­ser er­bit­tet die­se Frei­ga­be. „Ei­ne Stand­ort­frei­ga­be kann durch­aus ih­re Be­rech­ti­gung ha­ben“, sagt Ju­li­an

Fast je­der Fünf­te greift am Steu­er zum Smart­pho­ne

MÜN­CHEN (dpa) Es ist ge­fähr­lich und il­le­gal. Den­noch te­le­fo­nie­ren fast 20 Pro­zent der Au­to­fah­rer in Deutsch­land am Steu­er oh­ne Frei­sprech­an­la­ge oder tip­pen Nach­rich­ten ins Smart­pho­ne. Das zeigt ei­ne re­prä­sen­ta­ti­ve Um­fra­ge des Markt­for­schungs­in­sti­tuts Inno­f­act. Be­son­ders jün­ge­re Au­to­fah­rer grei­fen un­ter­wegs zum Han­dy. Im Al­ter von 18 bis 39 Jah­ren nutzt es fast je­der Drit­te am Steu­er. Ab ei­nem Al­ter von 50 Jah­ren te­le­fo­niert oder tex­tet nicht ein­mal je­der zehn­te Au­to­fah­rer. Graf von der Ver­brau­cher­zen­tra­le Nord­rhein-West­fa­len. Et­wa für Kar­ten­diens­te oder um orts­be­zo­ge­ne In­for­ma­tio­nen, wie das ört­li­che Wet­ter oder Hal­te­stel­len in der Nä­he, an­zu­zei­gen.

Ne­ben der Nut­zung der Da­ten für ei­ne kon­kre­te Funk­ti­on der App kön­nen die Stand­ort­da­ten aber auch für Be­we­gungs­pro­fi­le ge­nutzt wer­den – et­wa für in­di­vi­du­ell an­ge­pass­te Wer­bung. Des­we­gen stellt sich auch hier die Fra­ge, ob ei­ne App die­se Da­ten wirk­lich braucht und ob sie Nut­zer aus­rei­chend über ih­re Ver­wen­dung auf­klärt. Gibt es da­zu kei­ne Aus­kunft, rät Graf vor­sichts­hal­ber von der Nut­zung ei­nes Pro­gramms ab.

Kon­tak­te: Te­le­fon- oder SMS-Apps brau­chen die­sen Zu­griff, da­mit Nut­zer Kon­tak­te aus­wäh­len, neue an­le­gen oder be­ste­hen­de be­ar­bei­ten kön­nen. Mes­sen­ger-Apps wie Whats­app oder Si­gnal er­mit­teln so, wel­cher Kon­takt das Pro­gramm eben­falls nutzt. Fahr­planApps kön­nen mit Zu­griff auf die Kon­tak­te zum Bei­spiel ei­ne Rou­te zu Be­kann­ten er­mit­teln.

Wäh­rend es im Fall der Te­le­fonApp oh­ne Kon­takt­zu­griff nicht geht, kann es bei man­chen Kurz­nach­rich­ten­diens­ten schon an­ders aus­se­hen. Wel­che Ein­trä­ge

Ju­li­an Graf Ver­brau­cher­zen­tra­le Nord­rhein-West­fa­len

et­wa Whats­app aus den Adress­bü­chern hoch­lädt, was da­mit pas­siert und wie die Da­ten ge­si­chert wer­den, ist nicht klar. Das Pro­gramm funk­tio­niert oh­ne Adress­buch­zu­griff über­haupt nicht. Ver­langt ein Pro­gramm al­ler­dings oh­ne er­sicht­li­chen Grund Zu­griff auf das Adress­buch, soll­ten Nut­zer im­mer ab­leh­nen. Fo­tos und Vi­de­os: Die­se Be­rech­ti­gung be­deu­tet nicht zwangs­läu­fig, dass ei­ne App auf al­le ge­spei­cher­ten Fo­tos zu­grei­fen kann. Viel­mehr geht es in den meis­ten Fäl­len dar­um, Bil­der oder Vi­de­os aus der Me­dia­thek zu nut­zen, et­wa um sie per Kurz­nach­richt an an­de­re Nut­zer zu schi­cken, sie bei Face­book hoch­zu­la­den oder sie zu be­ar­bei­ten. Auch Ka­me­ra-Apps brau­chen die­sen Zu­griff, um Bil­der zu spei­chern. Auch hier soll­ten Nut­zer nicht zu­stim­men, wenn der Grund für die Be­rech­ti­gung nicht klar ist.

Für al­le die­se grund­sätz­li­chen Be­rech­ti­gun­gen un­ter An­dro­id und iOS gilt: Ei­ni­ge Funk­tio­nen wie das Spei­chern und An­se­hen von Bil­dern oder das Ver­wal­ten von Kon­tak­ten funk­tio­nie­ren oh­ne sie schlicht­weg nicht. Von die­sen Stan­dard­funk­tio­nen ab­ge­se­hen, soll­te die Frei­ga­be für je­de App al­ler­dings kri­tisch im Ein­zel­fall be­trach­tet und ent­schie­den wer­den. Im Zwei­fels­fall kann nichts Gra­vie­ren­des pas­sie­ren, wenn Nut­zer ei­nem Pro­gramm nicht so­fort al­les er­lau­ben. „Im Fal­le ei­ner Ab­leh­nung ver­liert die App viel­leicht an Funk­tio­na­li­tät“, sagt Alex­an­der Spier. Be­rech­ti­gun­gen lie­ßen sich auch im Nach­hin­ein wie­der er­tei­len oder ent­zie­hen.

Nut­zer soll­ten sich nicht auf die Da­ten­schutz­be­stim­mun­gen der Ent­wick­ler ver­las­sen, sagt Ver­brau­cher­schüt­zer Ju­li­an Graf. „Wir ra­ten grund­sätz­lich zur Da­ten­spar­sam­keit.“Auch Alex­an­der Spier warnt: „Da­ten­schutz­richt­li­ni­en schüt­zen im Zwei­fel nicht.“Nut­zer könn­ten bei se­riö­sen Fir­men aber eher dar­auf bau­en, dass die Er­klä­run­gen ernst ge­nom­men wer­den. Kon­trol­lie­ren las­se sich das aber auch bei die­sen nicht. Da­her, dürf­ten Nut­zer nur so spar­sam wie mög­lich Rech­te ge­wäh­ren und im Zwei­fel lie­ber auf ei­ne App ver­zich­ten.

„Wir ra­ten grund­sätz­lich zur Da­ten­spar­sam­keit.“

FO­TO: GABBERT/DPA

Wenn ei­ne App neue Be­rech­ti­gun­gen for­dert, ist oft nicht klar er­sicht­lich, ob und wo­für sie die­se braucht.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.