Wir­bel um Be­läs­ti­gungs-Vor­wurf in der AfD

Ei­ne Ex-Mit­ar­bei­te­rin ver­klagt die Frak­ti­on. Dort heißt es, die Vor­wür­fe sei­en „er­stun­ken und er­lo­gen“.

Saarbruecker Zeitung - - Landespolitik -

SAAR­BRÜ­CKEN (kir) Die AfD-Frak­ti­on im Saar-Land­tag wehrt sich ge­gen den Vor­wurf der se­xu­el­len Be­läs­ti­gung, den ei­ne frü­he­re Mit­ar­bei­te­rin in der ak­tu­el­len Aus­ga­be des „Stern“er­hebt. Die ehe­ma­li­ge Pres­se­spre­che­rin, die am 25. Sep­tem­ber in der Pro­be­zeit ent­las­sen wor­den war, hat ih­ren ehe­ma­li­gen Ar­beit­ge­ber ver­klagt. Vor dem Ar­beits­ge­richt er­klär­te sie laut „Stern“un­ter an­de­rem, ein Vor­ge­setz­ter ha­be ihr über den rech­ten Arm ge­strei­chelt und „mit ei­nem un­an­ge­neh­men Grin­sen“zu ihr ge­sagt: „Wenn Ih­nen Ihr Job wich­tig ist, soll­ten Sie et­was net­ter zu mir sein. Sie ha­ben ja be­reits fünf Kin­der und wis­sen, wie das geht.“Nach SZ-In­for­ma­tio­nen for­dert die ehe­ma­li­ge Mit­ar­bei­te­rin 50 000 Eu­ro Schmer­zens­geld.

Vor ei­nem Ter­min im Ten­nis­club in Sulz­bach, bei dem es um den ge­plan­ten Ge­bets­raum der Sala­fis­ten ging, ha­be ei­ner ih­rer Chefs sie an­ge­wie­sen, sich „ho­he Schu­he und ein en­ges Kleid“an­zu­zie­hen, das wä­re „se­xy“und zö­ge Bli­cke auf sich. Im Ten­nis­club ha­be der Mann sich dann an­ge­nä­hert und sei­ne Schul­ter an sie ge­drückt. „Ich fühl­te mich in die­sem Mo­ment an­ge­ekelt, schmut­zig und sehr un­wohl.“

Die Ex-Mit­ar­bei­te­rin sag­te dem „Stern“: „Sie hat­ten das Recht, mich wäh­rend der Pro­be­zeit zu kün­di­gen, das schon. Aber sie hat­ten nicht das Recht, mich zu mob­ben, mir den All­tag zur Höl­le zu ma­chen und sich mir auch noch kör­per­lich zu nä­hern.“

Nach An­ga­ben der Frak­ti­on hat­te sich die Mit­ar­bei­te­rin als Pres­se­spre­che­rin nicht be­währt, da­her sei sie fort­an als Se­kre­tä­rin ein­ge­setzt wor­den. Dar­auf­hin ha­be sie auf stur ge­schal­tet, sagt Bernd Krä­mer, der stell­ver­tre­ten­de Ge­schäfts­füh­rer der AfD-Frak­ti­on. Als man er­fah­ren ha­be, dass sie sich an­der­wei­tig be­wor­ben ha­be, ha­be die Frak­ti­on sie ent­las­sen. Dies war un­mit­tel­bar nach der Bun­des­tags­wahl.

Ein Gü­te­ter­min vor dem Ar­beits­ge­richt ist am Mon­tag ge­schei­tert, wie Krä­mer der SZ sag­te. Die Vor­wür­fe sei­en „von A bis Z er­stun­ken und er­lo­gen“. Bis 15. Ja­nu­ar 2018 ha­be die ehe­ma­li­ge Mit­ar­bei­te­rin nun Zeit, dem Ge­richt Be­wei­se zu lie­fern. So lan­ge will die AfD-Frak­ti­on nicht war­ten: Krä­mer kün­dig­te an, in Kür­ze ei­ne einst­wei­li­ge Ver­fü­gung auf Un­ter­las­sung zu be­an­tra­gen und die ehe­ma­li­ge Mit­ar­bei­te­rin we­gen Ver­leum­dung zu ver­kla­gen. „Jetzt ist Schluss mit lus­tig“, so Krä­mer.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.