Saarbruecker Zeitung

Jens Kiefer hat beim 1. FC Kaiserslau­tern einen neuen Job gefunden – zumindest bis Saisonende.

Beim 1. FC Kaiserslau­tern hat der Trainer einen neuen Job gefunden. Zuvor war unter anderem ein Engagement in China geplatzt.

- VON HEIKO LEHMANN

KAISERSLAU­TERN Zurück zu den Anfängen heißt es aktuell für Jens Kiefer, einen der erfolgreic­hsten saarländis­chen Fußballtra­iner. Der 43-Jährige hat vor wenigen Tagen bis zum Saisonende beim 1. FC Kaiserslau­tern unterschri­eben und soll die U17 in der Junioren-Bundesliga vor dem Abstieg retten.

Zwei Punkte liegt der FCK derzeit hinter den Stuttgarte­r Kickers, die auf dem ersten Nichtabsti­egsplatz stehen. „Machen wir uns nichts vor, das wird eine richtig schwere Aufgabe. Von den verbleiben­den elf Spielen müssen wir sechs gewinnen, aber das ist machbar“, sagt Kiefer, der im Jahr 2004 als Trainer der U15 und dann U17 des 1. FC Saarbrücke­n seine Trainerkar­riere begann – hauptberuf­lich wohlgemerk­t.

„Ich liebe Fußball. Und ich liebe es, Trainer zu sein. Deswegen habe ich mich für den Beruf entschiede­n“, sagt der Spiesener. Ein Beruf, der auch Schattense­iten hat, die Kiefer in den letzten Wochen und Monaten kennengele­rnt hat. 56 Cheftraine­r-Posten gibt es in den drei deutschen Profiligen – danach beginnt der harte Kampf ums Überleben. „Du musst wissen, auf was du dich da einlässt. Du kannst von einem auf den anderen Tag der gefeierte Mann sein – und genauso schnell wirst du entlassen. Wer damit nicht umgehen kann, lässt es lieber gleich“, sagt Kiefer.

Der gefeierte Mann war er nach dem Aufstieg mit dem FC Homburg (2010) in die Regionalli­ga, ebenso nach dem Aufstieg mit der SV Elversberg (2013) in die 3. Liga. Dort trat er nach nur wenigen Spielen selbst zurück, da die Doppelbela­stung Vereinstra­iner und Fußball-Lehrer-Lehrgang zu groß war. „Es war damals der richtige Weg. Ohne die Lizenz darfst du keinen Drittligis­ten trainieren und auch kein Nachwuchsl­eistungsze­ntrum führen“, sagt Kiefer heute.

Mit der Lizenz in der Hand ging Kiefer ein Engagement beim damaligen Regionalli­gisten Eintracht Trier ein (2014) und landete nur eine halbe Saison später wieder beim FC Homburg, wo er im April 2017 entlassen wurde. Es folgte die erste, lange Zeit ohne Verein. „Es gibt Berater, die dich bei Vereinen ins Gespräch bringen. Und du bist natürlich auch selbst auf der Suche. Es gibt auch Vereine, die sich bei dir melden“, sagt der 43-Jährige: „Da sind Vereine dabei, denen du sofort eine Absage erteilst, es sind aber auch Vereine dabei, bei denen du das Rennen um den Posten verlierst, weil sich der Verein für jemand anderes entschiede­n hat. Aber das gehört zum Geschäft. Mich wirft das nicht aus der Bahn“, erklärt Kiefer.

Im Herbst des vergangene­n Jahres wäre er um ein Haar sogar in China gelandet. Ein Fußballint­ernat in Peking hatte Interesse an dem Saarländer. „Ich war zwei Mal für zwei Wochen in China und habe die Jungs dort schon regelmäßig trainiert. Als ich zur Vertragsun­terschrift nach China flog, wurden wir uns in drei Punkten dann doch nicht einig. So möchte ich das mal stehenlass­en“, blickt Kiefer zurück.

Seine Zukunft gehört nun mindestens bis zum 30. Juni den U17-Junioren des 1. FC Kaiserslau­tern, denen er zum Klassenver­bleib in der Bundesliga verhelfen möchte. Und danach? Winkt irgendwo vielleicht doch wieder ein lukrativer Job im Herren-Fußball? Kiefer antwortet in der ihm typischen Art: „Wenn du als Fußballtra­iner so denkst, wird das nie etwas. Ich habe jetzt einen Job bei der U17, daran denke ich und stecke meine ganze Kraft und mein Wissen hinein. Und danach sehen wir, was kommt. Irgendetwa­s ergibt sich in dem Job immer. Das muss man wissen.“

„Ich liebe Fußball. Und ich liebe es, Trainer zu sein. Deswegen habe ich mich für den Beruf

entschiede­n.“

Jens Kiefer

Trainer des U17 des 1. FC Kaiserslau­tern

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FOTO: SIPPEL/EIBNER-PRESSEFOTO Beim FC Homburg, seiner letzten Station, hatte Trainer Jens Kiefer am Ende nur noch selten Grund zum Jubeln. Jetzt hat er einen neuen Job gefunden – in der Jugend des 1. FC Kaiserslau­tern.

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