Ga­b­ri­el: Trump will „Re­gime­wech­sel“

Saarbruecker Zeitung - - Polit ik -

(dpa) Nach dem Na­to-Gip­fel hat Ex-Au­ßen­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el US-Prä­si­dent Do­nald Trump vor­ge­wor­fen, auf ei­nen „Re­gime­wech­sel“in Deutsch­land ab­zu­zie­len. „Auf Ame­ri­ka ist un­ter Trump kein Ver­lass. Er gibt dem nord­ko­rea­ni­schen Dik­ta­tor ei­ne Be­stands­ga­ran­tie und will gleich­zei­tig in Deutsch­land ei­nen Re­gime­wech­sel. Das kön­nen wir uns schwer bie­ten las­sen“, sag­te der frü­he­re SPD-Vor­sit­zen­de dem Ma­ga­zin „Der Spie­gel“. Nä­her äu­ßer­te er sich in dem In­ter­view nicht da­zu.

Trump hat­te die Ver­bün­de­ten beim Na­to-Gip­fel in Brüssel mit Druck und Dro­hun­gen mas­siv be­drängt, rasch mehr in Ver­tei­di­gung zu in­ves­tie­ren und das Na­to-Aus­ga­ben­ziel von zwei Pro­zent der Wirt­schafts­leis­tung zu er­fül­len. Deutsch­land stand be­son­ders im Vi­sier, weil der­zeit nur 1,24 Pro­zent er­reicht wer­den und Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) auch bis 2024 nur 1,5 Pro­zent in Aus­sicht ge­stellt hat. Schließ­lich deu­te­te Mer­kel mög­li­che Zu­ge­ständ­nis­se bei den Mi­li­tär­aus­ga­ben an. Ge­ge­be­nen­falls müs­se Deutsch­land „noch mehr tun“, sag­te sie.

Trump hat­te den Gip­fel am Don­ners­tag an den Rand des Schei­terns ge­bracht. Nach An­ga­ben von Di­plo­ma­ten droh­te er hin­ter ver­schlos­se­nen Tü­ren, ent­we­der wer­de das Zwei-Pro­zent-Ziel von al­len Bünd­nis­part­nern 2019 er­reicht oder er ma­che „sein ei­ge­nes Ding“. Die Bünd­nis­part­ner hat­ten 2014 ver­ein­bart, die Mi­li­tär­aus­ga­ben bis 2024 in Rich­tung zwei Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­duk­tes zu er­hö­hen.

FO­TO:KAR­MANN/DPA

„Auf Ame­ri­ka ist un­ter Trump kein Ver­lass“: Ex-Au­ßen­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD).

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