Bun­des­tag bes­sert die Ren­ten nach

Ge­set­ze An­rei­ze für mehr be­trieb­li­che Vor­sor­ge. Auch Er­werbs­ge­min­der­te be­kom­men mehr Geld

Schwabmuenchner Allgemeine - - Politik -

Berlin Der Bun­des­tag hat am Don­ners­tag die an­ge­kün­dig­te Neu­re­ge­lung der Be­triebs­ren­ten be­schlos­sen. Das mit den Stim­men der Gro­ßen Ko­ali­ti­on ver­ab­schie­de­te Ge­setz sieht vor, die Ar­beit­ge­ber von der bis­he­ri­gen Haf­tung für ei­nen be­stimm­ten Er­trag der Bei­trä­ge zu ent­bin­den. Lin­ke und Grü­ne stimm­ten ge­gen das Ge­setz zur neu­en Be­triebs­ren­te. Mit der Schaf­fung des So­zi­al­part­ner­mo­dells ver­folgt der Ge­setz­ge­ber das Ziel, dass die Be­triebs­ren­ten stär­ker auch für Ge­ring­ver­die­ner so­wie die Be­schäf­tig­ten in klei­ne­ren Be­trie­ben an­ge­bo­ten wer­den. Hier gibt es nach Auf­fas­sung der Bun­des­re­gie­rung bis­lang noch Lü­cken.

Die durch den Weg­fall der Ar­beit­ge­ber­ga­ran­tie ein­ge­spar­ten So­zi­al­bei­trä­ge müs­sen künf­tig in Hö­he von 15 Pro­zent an die Be­schäf­tig­ten wei­ter­ge­ge­ben wer­den, wenn die­se ei­ne Be­triebs­ren­te ab­schlie­ßen. Bei Ein­kom­men bis zu 2200 Eu­ro brut­to mo­nat­lich wird ein Ar­beit­ge­ber­zu­schuss von bis zu 480 Eu­ro jähr­lich mit bis zu 144 Eu­ro vom Fis­kus be­zu­schusst. Wer im Al­ter auf staat­li­che Grund­si­che­rung an­ge­wie­sen ist, soll bis zu 200 Eu­ro mo­nat­lich von sei­ner Be­triebs­ren­te ein­be­hal­ten dür­fen, an­statt sie an den So­zi­al­hil­fe­trä­ger ab­tre­ten zu müs­sen.

Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin Andrea Nah­les (SPD) wies in der De­bat­te Be­fürch­tun­gen der Op­po­si­ti­on zu­rück, der Weg­fall der Ar­beit­ge­ber­ga­ran­ti­en er­zeu­ge neue Ri­si­ken für die Be­schäf­tig­ten. Die bis­lang gel­ten­den Ga­ran­ti­en sei­en der Haupt­grund da­für, dass Be­triebs­ren­ten ge­ra­de in klei­ne­ren Be­trie­ben oft nicht an­ge­bo­ten wür­den, sag­te sie.

Der Bun­des­tag be­schloss im Rah­men sei­ner um­fang­rei­chen Ta­ges­ord­nung am Abend zwei wei­te­re Ren­ten­nach­bes­se­run­gen. Zum ei­nen wer­den die un­ter­schied­li­chen Ren­ten­wer­te in West- und Ost­deutsch­land in sie­ben Schrit­ten bis Ju­li 2024 an­ge­gli­chen. Bis An­fang 2025 soll dann auch der so­ge­nann­te Hoch­wer­tungs­fak­tor fal­len, der bis­lang ost­deut­sche Bei­trags­zah­ler bes­ser­stellt. Auch die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­zen wer­den an­ge­gli­chen. Die Kos­ten der Re­form wer­den für das Start­jahr 2018 mit 600 Mil­lio­nen Eu­ro ver­an­schlagt, im Jahr der kom­plet­ten An­glei­chung des Ren­ten­rechts 2025 sol­len es dann 3,9 Mil­li­ar­den Eu­ro sein.

Der letz­te Ren­ten­re­form-Be­schluss der Le­gis­la­tur­pe­ri­ode be­traf die Er­werbs­min­de­rungs­ren­te. De­ren Be­zie­her sol­len bei der Be­rech­nung der Ren­ten­hö­he schritt­wei­se so ge­stellt wer­den, als hät­ten sie bis zum 65. Le­bens­jahr wei­ter­ge­ar­bei­tet. Bis­lang gilt hier das 62. Le­bens­jahr. Die Er­werbs­ge­min­der­ten sei­en stär­ker von Grund­si­che­rungs­leis­tun­gen ab­hän­gig als Al­ters­rent­ner, hieß es zur Be­grün­dung. Uni­on, SPD, Lin­ke und Grü­ne stimm­ten ein­mü­tig für das Ge­setz, auch wenn es der Op­po­si­ti­on nicht weit ge­nug ging. (afp, dpa)

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