Nach 15 Jah­ren ist Schluss

In­ha­be­rin des Schlem­mer­häusls zieht sich zu­rück

Schwabmuenchner Allgemeine - - Augsburg -

Wurst- und Kä­se­spe­zia­li­tä­ten, An­ti­pas­ti, Pa­ni­ni, Ku­chen so­wie aus­ge­wähl­te Wei­ne – das ist nur ei­ne klei­ne Aus­wahl an Köst­lich­kei­ten, die Lud­mi­la Bau­er 15 Jah­re lang im Schlem­mer­häusl am Per­lach­berg an­ge­bo­ten hat. En­de des Mo­nats aber hört sie auf. Der Grund: Der Ver­mie­ter ha­be die Mie­te für die La­den­flä­che er­höht und zwar in ei­nem Rah­men, der der In­ha­be­rin un­be­zahl­bar er­schien. Nach ih­ren Wor­ten sol­le die Mie­te ne­ben ei­ner ein­ma­li­gen Er­hö­hung um zehn Pro­zent zu­sätz­lich je­des Jahr um zwei Pro­zent stei­gen.

„Ich hab schon jetzt ei­ne 60St­un­den-Wo­che. Noch mehr ar­bei­ten – das se­he ich ein­fach nicht ein. Ich möch­te auch mal krank im Bett lie­gen dür­fen. Von Ur­laub ganz zu schwei­gen.“Zu der Miet­erhö­hung kommt, dass sich laut Lud­mi­la Bau­er die La­ge für den Ein­zel­han­del in Augs­burg grund­sätz­lich ver­schlech­tert ha­be. Es kä­men we­ni­ger Kun­den in die klei­nen Ge­schäf­te als frü­her. Das lie­ge auch an den we­ni­gen Park­mög­lich­kei­ten in der In­nen­stadt. Dar­um hat die Noch­in­ha­be­rin jetzt be­schlos­sen, die Ge­schäfts­füh­rung auf­zu­ge­ben und in Zu­kunft lie­ber an­ders­wo als An­ge­stell­te zu ar­bei­ten. Das Schlem­mer­häusl soll aber fort­be­ste­hen. Noch ist nichts in tro­cke­nen Tü­chern, aber so wie es scheint, hat Lud­mi­la Bau­er be­reits ei­ne Nach­fol­ge­rin ge­fun­den. Mehr will sie noch nicht ver­ra­ten.

Un­ter­des­sen ver­ab­schie­det sie sich mit viel Weh­mut von ih­ren zahl­rei­chen Stamm­kun­den. „Vie­le fra­gen mich schon, wo sie jetzt hin­ge­gen sol­len. Ei­ni­ge ha­ben bei mir seit über zehn Jah­ren re­gel­mä­ßig ein­ge­kauft. Da lernt man sich ken­nen. Ich sag im­mer: Augs­burg ist wie ein gro­ßes Dorf.“(al­ru)

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