Oh­ne Er­laub­nis läuft we­nig

Recht Wer un­ter 18 ist, braucht in vie­len Fäl­len die Zu­stim­mung der El­tern. Ei­ne Ju­ris­tin er­klärt, was man selbst re­geln darf und wo Fal­len lau­ern, zum Bei­spiel bei Han­dy­ver­trä­gen

Schwabmuenchner Allgemeine - - K!ar.text -

Land­kreis Augs­burg In der Schu­le wer­den die­se Fra­gen nicht be­ant­wor­tet. Da­bei ist es wich­tig für Schü­ler, zu ler­nen, wor­auf man bei Ver­trä­gen ach­ten soll­te. Et­wa, wenn man ein Han­dy kauft. Aber ab wann darf man ei­gent­lich selbst Ge­schäf­te ab­schlie­ßen, und wor­auf soll­te man un­be­dingt ach­ten? Mit­hil­fe der Ju­ris­tin Ga­b­rie­le Gers vom Ver­brau­cher­ser­vice Bay­ern in Augs­burg be­ant­wor­tet K!ar.Text die wich­tigs­ten Fra­gen zum The­ma.

Ab wann ist man ge­schäfts­fä­hig?

Laut Ge­setz ist man ab sie­ben Jah­ren be­schränkt ge­schäfts­fä­hig und erst ab 18 voll ge­schäfts­fä­hig. Für die meis­ten Ge­schäf­te braucht man vor­her die Zu­stim­mung der El­tern. Die kann auch nach­träg­lich er­teilt wer­den.

Gibt es da Aus­nah­men?

Es gibt den so­ge­nann­ten Ta­schen­geld­pa­ra­gra­fen, der be­sagt, dass Min­der­jäh­ri­ge selbst Geld­ge­schäf­te im Ta­schen­geld­be­reich, al­so im Wert von 30 bis 40 Eu­ro, ab­wi­ckeln kön­nen. Bei teu­re­ren Sa­chen, et­wa bei ei­nem Smart­pho­ne, soll­te das Ein­ver­ständ­nis der El­tern vor­lie­gen. „Das wird aber nicht übe­r­all so streng ge­hand­habt“, sagt Ga­b­rie­le Gers.

Was pas­siert, wenn der oder die Ju­gend­li­che zum Bei­spiel ei­ne Un­ter­schrift ge­fälscht hat?

„Wenn es kei­ne Zu­stim­mung der El­tern gibt, ist es auch kein rechts­gül­ti­ger Ver­trag“, sagt Gers. Im Zwei­fels­fall muss das Ge­schäft al­so rück­gän­gig ge­macht wer­den, und der Händ­ler hat schlicht­weg Pech ge­habt. In Ex­trem­fäl­len kann es auch zu ge­richt­li­chen Aus­ein­an­der­set­zun­gen kom­men.

Kön­nen Ju­gend­li­che auch be­straft wer­den?

Für sei­ne Ta­ten ver­ant­wort­lich und so­mit straf­mün­dig ist man schon ab 14 Jah­ren. Das heißt, wer et­wa schwarz­fährt oder klaut, steht da­für auch selbst ge­ra­de. Das gilt auch, wenn man un­be­wusst et­was Un­ge­setz­li­ches tut.

Wo lau­ern Fal­len für Ju­gend­li­che?

Ei­ne Ge­fahr be­steht bei Han­dy­ver­trä­gen. Denn sie lau­fen über ei­nen lan­gen Zei­t­raum, und dort gibt es oft ver­steck­te Kos­ten. Ga­b­rie­le Gers emp­fiehlt für Ju­gend­li­che ein Pre­paid-Han­dy oder ei­ne Flat­rate für ei­ne fi­xe mo­nat­li­che Sum­me.

Und auch im In­ter­net sei­en vie­le Ju­gend­li­che oft zu sorg­los. „Sie sind sich oft nicht be­wusst, dass das In­ter­net nichts ver­gisst.“Sen­si­ble Da­ten über sich, Bil­der oder gar Stand­or­te soll­ten dem­nach nie oder nur in Aus­nah­me­fäl­le ge­pos­tet wer­den.

Ein wei­te­res Pro­blem ist das The­ma Ur­he­ber­rechts­ver­let­zung im Netz. Und zwar auch bei Er­wach­se­nen. „Oft herrscht der Ge­dan­ke vor: ,Was im In­ter­net ist, kann ich mir neh­men.‘ Es ist ih­nen nicht klar, dass je­mand die Rech­te dar­an hat“, so Gers. Wer il­le­gal Mu­sik her­un­ter­lädt oder Fil­me streamt, ver­letzt die­ses Recht und ris­kiert ei­ne Ab­mah­nung.

Was kön­nen die El­tern tun?

Je jün­ger die Kin­der sind, des­to wich­ti­ger sei es, dass die El­tern sich ge­nau an­schau­en, was ih­re Kin­der ma­chen, be­tont Ga­b­rie­le Gers. „Es ist si­cher­lich kei­ne gu­te Lö­sung, wenn El­tern ih­re Kin­der kon­trol­lie­ren. Aber sie soll­ten sich Zeit neh­men und mit ih­nen dar­über re­den, was sie ma­chen, egal, ob im Netz oder an­ders­wo.“(si­al)

Foto: Alex­an­der Ka­ya

Kin­der sind ab sie­ben Jah­ren be­schränkt ge­schäfts­fä­hig.

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