Ekel­alarm in der Bun­des­li­ga

Schwabmuenchner Allgemeine - - Sport - VON JO­HAN­NES GRAF jo­ga@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Ei­ne War­nung vor­ne­weg: Jetzt wird es gleich un­ap­pe­tit­lich. Ekel­er­re­gend. Und wi­der­lich. Es geht um Darm­bak­te­ri­en, Fä­kal­kei­me und Le­gio­nel­len. Hört sich nicht nur sch... an, ist so. Das Ober­fie­se dar­an, die un­ge­be­te­nen Gäs­te fin­den den Weg in Kör­per­öff­nun­gen, oh­ne vor­her an der Haus­tü­re zu klin­geln. Be­vor der Mensch merkt, dass die Stö­ren­frie­de in sei­ner Blut­bahn die Sau raus­las­sen, ist ihm be­reits übel. Die Krank­ma­cher sor­gen da­für, dass er öf­ter stille Ört­chen auf­sucht, als ihm lieb ist. Da­mit schließt sich der Kreis. Ein Re­cher­che-Netz­werk der

ARD hat in den Fuß­ball­sta­di­en der Re­pu­blik Pro­ben ge­nom­men, war an Ki­o­s­ken, in Toi­let­ten und Du­schen tä­tig und hat im La­bor un­ter­su­chen las­sen, was das mensch­li­che Au­ge nicht sieht. Das Er­geb­nis un­ter an­de­rem: Auf ei­nem Fisch­bröt­chen in Bre­men tum­mel­ten sich Fä­kal­kei­me und Ei­terbak­te­ri­en und Darm­bak­te­ri­en be­völ­ker­ten Back­werk in Mün­chen. Zu Gast war je­weils – Sie wis­sen, was jetzt kommt – die Mann­schaft aus – ge­nau – Darm­stadt.

Schlimm ge­nug, dass Fan mit ei­nem Biss in die Sta­di­onwurst und ei­nem Schlück­chen Bier Kei­me will­kom­men heißt. Nun je­doch scheint der wah­re Grund ge­fun­den, war­um die Pro­fis aus Le­ver­ku­sen, Mainz, Frank­furt, na­tür­lich sind auch wie­der die Darm­städ­ter da­bei, ge­gen En­de der Sai­son ei­ne der­art aus­ge­laug­te Vor­stel­lung zeig­ten: In den Du­schen der Be­rufs­ki­cker tob­ten sich Le­gio­nel­len aus.

Ins­ge­samt sol­len Ex­per­ten in 13 der 36 Erst- und Zweit­li­ga­sta­di­en ge­fähr­li­che Kei­me und Bak­te­ri­en im Trink­was­ser so­wie auf ver­kauf­ten Spei­sen nach­ge­wie­sen ha­ben. Be­ru­higt sein dür­fen die Augs­bur­ger, in der FCA-Are­na wur­de nichts Be­sorg­nis­er­re­gen­des ge­fun­den. Wei­ter­hin: Gu­ten Ap­pe­tit!

Wie die Krank­heits­er­re­ger ih­ren Weg in den mensch­li­chen Or­ga­nis­mus fin­den, kann je­der be­ant­wor­ten, der ein­mal Di­xi-Klos bei Open-Air-Kon­zer­ten oder eben ein Bun­des­li­ga­spiel be­sucht hat. Tau­sen­de Men­schen drän­gen sich an­ein­an­der, tau­schen un­frei­wil­lig Kör­per­flüs­sig­kei­ten aus, be­rüh­ren Geld und Es­sen mit Fin­gern, die lan­ge kei­ne Sei­fe mehr ge­se­hen ha­ben. Die un­sicht­ba­re Ge­fahr droht je­der­zeit und über­all.

Auf den Phil­ip­pi­nen gel­ten aus­ge­brü­te­te Vo­gel­ei­er als De­li­ka­tes­se, in Chi­na sind Hund und in Kam­bo­dscha Spin­nen und Rat­ten be­lieb­te Nah­rungs­mit­tel. Hier­zu­lan­de stand bis zur BSE-Er­kran­kung Hirn auf der Spei­se­kar­te. Al­les auf sei­ne Art ek­lig.

Der Keim je­doch ist kei­ne Fra­ge des Ge­schmacks. Er macht krank und en­det schlimms­ten­falls töd­lich.

Augs­bur­ger müs­sen sich kei­ne Sor­gen ma­chen

Fo­to: Wit­ters

Kei­me wur­den in Toi­let­ten von Bun­des­li ga­sta­di­en ge­fun­den.

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