Mar­te­ria: wie­der mal ganz schön gut

Schwabmuenchner Allgemeine - - Feuilleton -

Wenn er nicht gera­de stimm­ver­zerrt und mas­kiert als Mar­si­mo­to sein rap­pen­des Un­we­sen treibt, ist Mar­ten Lan­ci­ny ei­ne der schöns­ten Er­schei­nun­gen des deut­schen HipHop der ver­gan­ge­nen Jah­re. Dann näm­lich heißt er Mar­te­ria und lan­det mit Dri­ve und Witz schon mal Hits wie „Kids“oder „Li­la Wol­ken“. Auf dem neu­en und vier­ten Mar­te­ria-Werk „Ross­well“(auch von Mar­si­mo­to gibt es vier) wird Lan­ci­ny ker­ni­ger: Die Beats sind fet­ter, aber auch deut­lich po­li­tisch wird’s. Wenn Mar­te­ria in „Ali­ens“et­wa übers Au­ßer­ir­di­sche rappt, meint der Ros­to­cker da­mit das ein­sa­me, frem­de Ge­fühl, in Zei­ten des Rechts­po­pu­lis­mus als Men­schen­freund durch die Stra­ßen zu ge­hen. Falls noch Zwei­fel be­ste­hen soll­ten, ein Song heißt so­gar „Links“. Vor al­lem aber ist Mar­te­ria wie­der klug und wit­zig in sei­nen Tex­ten, fern­ab der üb­li­chen Sze­ne-Pro­sa. Al­so rund­er­neu­ert, aber wie­der ein­fach gut. *****

(Gre­en Ber­lin/So­ny)

Mar­te­ria: Ross­well

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