Wie man die Fall­stri­cke im Stadt­ver­kehr meis­tert

Se­rie Ge­mein­sam mit der Po­li­zei er­klä­ren wir, wie man sich als Au­to- oder Rad­fah­rer in Kö­nigs­brunn rich­tig ver­hält

Schwabmuenchner Allgemeine - - Königsbrunner Zeitung -

Kö­nigs­brunn Un­fäl­le im Stra­ßen­ver­kehr be­schäf­ti­gen die Po­li­zei nicht nur im süd­li­chen Land­kreis re­gel­mä­ßig. 573 Ver­kehrs­un­fäl­le hat die Po­li­zei im ver­gan­ge­nen Jahr al­lein in Kö­nigs­brunn re­gis­triert, bei 100 da­von wur­den auch Men­schen ver­letzt. Er­freu­lich ist, dass die Ge­samt­zahl der Zu­sam­men­stö­ße 2016 im Ver­gleich zum Vor­jahr zu­rück­ging. Auf der an­de­ren Seite stieg die Zahl der Un­fäl­le, an de­nen Fahr­rad­fah­rer be­tei­ligt wa­ren, an. Laut Po­li­zei­sta­tis­tik wa­ren bei den 93 Fahr­rad­un­fäl­len in 51 Fäl­len die Rad­ler selbst Ver­ur­sa­cher.

Ei­ne Un­fall­ur­sa­che sieht die Po­li­zei auch in Un­si­cher­hei­ten man­cher Ver­kehrs­teil­neh­mer, was die Ver­kehrs­re­geln an be­stimm­ten Stel­len an­geht. Nicht al­le Re­geln, die man in der Fahr­schu­le ge­lernt hat, be­hält man im Kopf – egal, wie lan­ge der Un­ter­richt nun her ist. Auch Än­de­run­gen in der Ver­kehrs­füh­rung kön­nen schon zu Ve­r­un­si­che­rung füh­ren und zur Fra­ge: Ver­hal­ten ich mich rich­tig?

Hier möch­ten wir als Zei­tung ei­ne Hil­fe­stel­lung ge­ben: Po­li­zei­haupt­kom­mis­sar Al­bert Roh­rer von der Po­li­zei­in­spek­ti­on in Bo­bin­gen hat mit un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Claudia Deeney di­ver­se Stra­ßen­ver­kehrs­si­tua­tio­nen in Au­gen­schein ge­nom­men und er­klärt, wie man sich rich­tig ver­hält. Seit 1979 ist er bei der Po­li­zei. Bei über 25 Jah­ren Un­fall­auf­nah­me gibt es qua­si nichts, was er noch nicht ge­se­hen und als Ent­schul­di­gung ge­hört hat. Seit 2014 ist er in der Po­li­zei­sta­ti­on Bo­bin­gen tä­tig und küm­mert sich dort um die Ver­kehrs­an­ge­le­gen­hei­ten im Di­enst­be­reich.

Da­zu ge­hö­ren auch Kon­troll­fahr­ten durch die Brun­nen­stadt. Und nicht nur ob al­le Ver­kehrs­teil­neh­mer sich rich­tig ver­hal­ten, son­dern er schaut auch nach, wenn bei­spiels­wei­se schwe­res Bau­ge­rät auf­ge­stellt wur­de und prüft nach, ob dies ord­nungs­ge­mäß an­ge­mel­det wur­de und ob der zeit­li­che Rah­men da­für nicht über­schrit­ten wird. Bei der Fahrt durch die Stadt fal­len ihm gro­ße Con­tai­ner ge­nau­so ins Au­ge wie He­cken, die zu Sicht­pro­ble­men beim Ein- und Aus­fah­ren füh­ren kön­nen.

Gera­de auf Park­plät­zen be­geg­net den Po­li­zis­ten des Öf­te­ren ein weit­ver­brei­te­ter Irr­tum: Auch wenn auf Park­plät­zen von Ein­kaufs­zen­tren das Schild mit dem Hin­weis „Re­ge­lung nach StVO“auf­ge­stellt ist, be­deu­tet das kei­ne Rechts-vor-linksRe­ge­lung, son­dern es herrscht das Prin­zip der ge­gen­sei­ti­gen Rück­sicht­nah­me, sagt Roh­rer. Das Tem­po-30-Schild wur­de wohl auf­ge­stellt, um zu si­gna­li­sie­ren: lang­sam fah­ren. Denn Tem­po 30 sei viel zu schnell auf ei­nem Park­platz.

Wenn Pfei­le auf dem Bo­den die Fahrt­rich­tung wei­sen, soll­te man als Au­to­fah­rer die­se be­ach­ten, auch wenn es kei­ne Pflicht gibt, die­sen Hin­wei­sen Fol­ge zu leis­ten. Kommt es al­ler­dings zu ei­nem Zu­sam­men­stoß, spielt auch hier der Fak­tor Rück­sicht­nah­me bei der Be­wer­tung der Schuld­fra­ge ei­ne Rol­le. Es gibt ei­ne Rechts-vor-links-Re­ge­lung bei ganz be­stimm­ten Park­plät­zen, ei­nen sol­chen gibt es in der Brun­nen­stadt je­doch nicht.

Foto: Claudia Deeney

Auf dem Park­platz gilt die STVO, aber nicht die Re­gel rechts vor links, son­dern das Prin­zip der ge­gen­sei­ti­gen Rück­sicht­nah­me.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.