Geis­ter­rad­ler le­ben ge­fähr­lich

Ver­kehr Nicht nur auf Au­to­bah­nen ist das Fah­ren in die fal­sche Rich­tung ris­kant. In Kö­nigs­brunn gibt es an ei­nem be­son­ders ge­fähr­de­ten Punkt so­gar ein Ex­tra-Schild. Was Rad­fah­rer in der Stadt be­son­ders be­ach­ten müs­sen/Se­rie, Teil 3

Schwabmuenchner Allgemeine - - Königsbrunner Zeitung - VON CLAU­DIA DEENEY

Kö­nigs­brunn Fahr­rad­fah­rer fin­den in Kö­nigs­brunn gu­te Be­din­gun­gen vor: Die Stadt wur­de vom ADFC zur fahr­rad­freund­lichs­ten Stadt im Landkreis ge­wählt und steht auch bay­ern­weit gut da. Für ein gu­tes Mit­ein­an­der gibt es ei­ni­ge Re­geln, die Au­to- und Rad­fah­rer be­ach­ten soll­ten. In Fol­ge drei un­se­rer Ver­kehrs­se­rie er­klärt Po­li­zei­haupt­kom­mis­sar Al­bert Roh­rer von der Po­li­zei­in­spek­ti­on in Bo­bin­gen ei­ni­ge die­ser Vor­schrif­ten.

● Geh­weg o der Stra­ße? In der Fahr­rad­stadt Kö­nigs­brunn gel­ten für die Fahr­rad­fah­rer ei­ni­ge neue Re­ge­lun­gen, was die Nut­zung der Geh­we­ge und Stra­ßen an­be­langt. Da­für wur­den jetzt zahl­rei­che Schil­der neu in­stal­liert. An der Gar­ten­stra­ße gibt es ei­nen Fuß­gän­ger­weg, den Rad­fah­rer in bei­de Rich­tun­gen mit­be­nut­zen kön­nen. Be­din­gung ist da­bei aber Rück­sicht­nah­me auf die Fuß­gän­ger und lang­sa­mes Fah­ren. Ähn­lich ver­hält es sich in der Blu­me­n­al­lee oder an der al­ten B17. Selbst­ver­ständ­lich kön­nen Rad­fah­rer aber auch über­all als Ver­kehrs­teil­neh­mer auf den Stra­ßen fah­ren.

Im Üb­ri­gen müs­sen Kin­der bis sie­ben Jah­ren auf den Fuß­gän­ger­we­gen fah­ren, Kin­der bis ein­schließ­lich neun Jah­ren dür­fen dies tun. Auch wenn wie in der Gar­ten­stra­ße auf ei­ner Sei­te ein Ex­traWeg ge­stal­tet wur­de, den Fahr­rad­fah­rer mit­be­nut­zen dür­fen, sind El­tern nicht ge­zwun­gen, ihr sie­benoder neun­jäh­ri­ges Kind auf die­sen zu füh­ren. Die ge­nann­te Al­ters­klas­se darf auf der an­de­ren Bür­ger­steigsei­te fah­ren und – und das ist neu seit dem 1. Ja­nu­ar 2017 – ei­ne er­wach­se­ne Be­gleit­per­son darf eben- falls das oder die Kin­der auf dem Geh­weg mit dem Fahr­rad be­glei­ten. ● Geis­ter­rad­ler Das Schild „Geis­ter­rad­ler“ist ein­ma­lig in der Brun­nen­stadt: Der Ze­bra­strei­fen auf der Hö­he Eu­ro­pa-Platz und Op­tik Gries­bau­er ist ein viel­be­nutz­ter Über­gang, wo­bei die Rad­fah­rer ab­stei­gen müs­sen, um als Fuß­gän­ger die Stra­ße dort si­cher zu über­que­ren. Als Rad­fah­rer muss man auf der Sei­te Gries­bau­er in Rich­tung Sü­den wei­ter­ra­deln, vie­le be­tä­ti­gen sich dort aber als Geis­ter­fah­rer und fa­hein­schließ­lich ren Rich­tung Augs­burg. Die Be­grün­dung, die paar Me­ter bis zur Metz­ge­rei oder ei­nem an­de­ren Ziel­ort wä­ren doch nicht wei­ter tra­gisch, sei ge­ra­de an die­ser Stel­le nicht ak­zep­ta­bel, sagt Al­bert Roh­rer. Die Rad­fah­rer ge­fähr­den nicht nur an­de­re, son­dern auch sich selbst in ho­hem Ma­ße, da sich dort auch gleich meh­re­re Ein- und Aus­fahr­ten zu Park­plät­zen be­fin­den. Vie­le Au­to­fah­rer rech­nen nicht mit Rad­lern, die sich von links nä­hern. Dar­um der Auf­ruf der Po­li­zei: „Brin­gen Sie sich nicht selbst in Ge­fahr als Geis­ter­fah­rer und den­ken Sie auch dar­an, dass sie als Vor­bild für Kin­der auf dem Fahr­rad fun­gie­ren.“

● Rad­stra­ße Im Al­ten Post­weg ha­ben die Fahr­rad­fah­rer Vor­rang und dür­fen auch ne­ben­ein­an­der fah­ren, aber nicht bis auf die Sei­te des Ge­gen­ver­kehrs. In ei­ner Fahr­rad­stra­ße gilt für Au­to­fah­rer Tem­po 30, auch wenn das nicht ex­tra an­ge­ge­ben wird. Hier han­delt es sich um ei­ne all­ge­mein­gül­ti­ge Re­gel, für die es kei­ne Ex­tra-Be­schil­de­rung braucht.

Fotos: Clau­dia Deeney

Wer in die fal­sche Rich­tung ra­delt, ris­kiert, dass ihn Au­to­fah­rer über­se­hen (die Sze­ne wur­de fürs Fo­to nach­ge­stellt).

An der Gar­ten­stra­ße dür­fen die Rad­ler den Fuß­weg mit­nut­zen. Ge­gen­sei­ti­ge Rück sicht al­ler Nut­zer wird vor­aus­ge­setzt.

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