Da ist Zug­kraft ge­fragt

Trak­tor­pul­ling Tau­sen­de Be­su­cher sind beim gro­ßen Event des Ober­meit­in­ger Bur­schen­ver­eins vor Ort. Nicht nur der Wett­be­werb mit ton­nen­schwe­ren Ge­wich­ten hat ei­ni­ges für die Zu­schau­er zu bie­ten

Schwabmuenchner Allgemeine - - Lechfeld - VON CHRIS­TI­AN KRUPPE mehr Bil­der vom Trak­tor­pul­ling un­ter

Ober­meit­in­gen Der gel­be Rie­se spuckt ei­ne gro­ße, schwar­ze Rauch­wol­ke aus, dann be­wegt er sich lang­sam vor­wärts. In sei­nem Schlepp­tau ist ein Schlit­ten mit 15 Ton­nen Ge­wicht. Der Mo­tor heult auf, das gel­be Mons­ter lei­det. 100 Me­ter ist die Vor­ga­be. Über die­se Stre­cke muss der aus Russ­land stam­men­de Ki­ro­wez K-700 mit sei­nem 225 PS star­ken V8-Die­sel­mo­tor den Brems­wa­gen mit­samt sei­nes Ge­wichts zie­hen. Aber der gel­be Rie­se macht nur viel Ge­tö­se, an der Län­ge der Stre­cke schei­tert er.

Trotz­dem ge­hör­te der Rie­se zu den Pu­bli­kums­lieb­lin­gen beim 3. Ober­meit­in­ger Trak­tor­pul­ling. Der vom Bur­schen­ver­ein ver­an­stal­te­te Wett­be­werb er­wies sich als Pu­bli­kums­ma­gnet. Da­bei wa­ren es nicht nur die Ge­wicht zie­hen­den Trak­to­ren, die die Zu­schau­er an­zo­gen. Ne­ben dem fas­zi­nie­ren­den Wett­be­werb gab es auch vie­le Old­tim­er­fahr­zeu­ge – Trak­to­ren, Au­tos und Mo­tor­rä­der – zu be­stau­nen. So konn­ten die Be­su­cher mal den Wett­be­werb ge­nie­ßen oder über das Ge­län­de schlen­dern und sich die vie­len be­ein­dru­cken­den Fahr­zeu­ge an­schau­en. Die Span­ne reich­te von al­ten Ei­cher-Trak­to­ren über VW Kä­fer bis hin zu chrom­blit­zen­den US-Ka­ros­sen. Selbst ein Por­sche war da­bei; feu­er­rot und oh­ne Dach. Nur, dass er statt Sport­wa­gen­fee­ling ei­ne An­hän­ger­kupp­lung bot – trak­tor­ty­pisch eben.

Für den Sport wa­ren auch an­de­re Ge­fähr­te zu­stän­dig. Die wa­ren eben­falls auf den Wie­sen zu se­hen,

Die gro­ßen Ge­fähr­te lie­gen in der Preis­klas­se ei­ner Ei­gen­tums­woh­nung

wenn sie nicht ge­ra­de mit zie­hen be­schäf­tigt wa­ren. Auch hier war die Viel­falt na­he­zu gren­zen­los. Bei den klei­ne­ren Klas­sen, die drei oder fünf Ton­nen Ge­wicht zo­gen, wa­ren noch vie­le „nor­ma­le“Trak­to­ren da­bei, so wie sie auch oft auf den Fel­dern der Re­gi­on zu se­hen sind. Aber auch al­te Schön­hei­ten, wie der Ha­no­mag des Schwab­mühl­hau­sers Hans Bie­che­le.

Je schwe­rer das zu zie­hen­de Ge­wicht wur­de, des­to spek­ta­ku­lä­rer wa­ren die Ma­schi­nen, die da­vor ge­spannt wa­ren. In den Klas­sen mit neun, elf und 15 Ton­nen wa­ren die Rie­sen ge­fragt. Trak­to­ren mit manns­ho­hen Hin­ter­rä­dern und Lis­ten­prei­sen im Be­reich ei­ner Ei­gen­tums­woh­nung. Und die­se Fahr­zeu­ge hat­ten or­dent­lich zu tun. Nicht we­ni­ge schei­ter­ten kurz vor dem Ziel, gru­ben sich tief in den Bo­den ein. Denn was in der Theo­rie ein­fach klingt – ei­nen schwe­ren Wa­gen über 100 Me­ter zu zie­hen – war in der Pra­xis an­spruchs­voll.

Vie­le Fak­to­ren sind für ei­nen er­folg­rei­chen „Pull“wich­tig. Ne­ben der Leis­tung ist es die rich­ti­ge Gang­wahl – die Kraft muss ja auch auf die Stre­cke ge­bracht wer­den. Hin­zu kommt die Wahl der Spur. al­lem zum En­de des Wett­be­werbs war dies von Be­deu­tung, denn trotz an­dau­ern­der Pfle­ge der Stre­cke litt die­se zu­se­hends. Der Lech­fel­der Man­fred Zien­ecker er­gänzt hier­zu: „Auch die Rei­fen sind wich­tig, da braucht es noch rich­tig Pro­fil.“Bei vie­len Trak­to­ren war auch zu se­hen, dass der Rei­fen­druck deut­lich ab­ge­senkt war, um mehr Auf­la­ge­flä­che zu be­kom­men.

Zum Ab­schluss ga­ben sich noch zwei „Gi­gan­ten“die Eh­re. Zu­erst ver­such­te sich ein gro­ßer Mul­den­kip­per, dann ein Rad­la­der an den 15 Ton­nen. Bei­de ent­wi­ckel­ten ei­ne solch gro­ße Zug­kraft, dass der Brems­wa­gen mit den Ge­wich­ten an­fing zu hüp­fen und die Ver­su­che da­her nach et­was mehr als 70 Me­tern ab­ge­bro­chen wer­den muss­ten.

Am En­de wa­ren nicht nur die Zu­Vor schau­er zu­frie­den, son­dern auch der Ober­meit­in­ger Bur­schen­ver­ein. Mit rund 80 Hel­fern sorg­te der für ei­nen rei­bungs­lo­sen Ablauf. Und da­für war ei­ni­ges an Auf­wand nö­tig. Alex Rid, Vor­sit­zen­der des Bur­schen­ver­eins, er­zählt: „Da dank des tol­len Wet­ters un­glaub­lich vie­le Be­su­cher ge­kom­men sind, muss­ten wir am frü­hen Nach­mit­tag schon von über­all her Ge­trän­ke nach­ho­len.“So gab es nur ge­le­gent­li­che Eng­päs­se bei der Aus­wahl, aber auf dem Tro­cke­nen muss­te kein Be­su­cher sit­zen­blei­ben. „Ich bin stolz und dank­bar auf un­ser Team und auch die Feu­er­wehr, dass al­les so gut ge­klappt hat“, lobt Rid.

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Fotos: Chris­ti­an Kruppe

Als ob das zu zie­hen­de Ge­wicht hin­ter dem Trak­tor nicht reicht, hat die­ser Fah­rer auch noch vor­ne ein paar Ki­lo auf­ge­legt. Dies soll da­für sor­gen, das die Last bes­ser ver­teilt ist und die Trak­to­ren die Ach­sen gleich­mä­ßi­ger be­las­ten und so mehr Kraft auf den Bo­den brin­gen.

Vie­le al­te Trak­to­ren und auch ei­ni­ge al­te Au­tos gab es in Ober­meit­in­gen auf dem Ge län­de zu se­hen.

Nach je­dem Pull wur­de die Stre­cke wie­der auf­be­rei­tet

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