Wann gibt es Hit­ze­frei – und für wen?

In der vor­aus­sicht­lich hei­ßes­ten Wo­che des Jah­res dür­fen nicht nur Schü­ler hof­fen

Schwabmuenchner Allgemeine - - Bayern -

Augs­burg Hit­ze­frei ist der Traum al­ler Schü­ler: Un­ter­richts­schluss schon am frü­hen Mit­tag, statt in die Schu­le geht es am Nach­mit­tag ab ins Schwimm­bad. In die­ser Wo­che soll es in der Re­gi­on Re­kord­tem­pe­ra­tu­ren von bis zu 34 Grad ge­ben. Vie­le Kin­der und Ju­gend­li­che ma­chen sich des­we­gen in die­sen Ta­gen Hoff­nung, dass die Schu­le hit­ze­be­dingt aus­fällt. Wann aber ge­ben Schu­len ei­gent­lich Hit­ze­frei?

„Ei­ne ge­setz­li­che Re­ge­lung gibt es da­für nicht“, heißt es aus dem baye­ri­schen Kul­tus­mi­nis­te­ri­um. Ei­ne be­stimm­te Tem­pe­ra­tur­gren­ze, die über­schrit­ten wer­den muss, exis­tiert al­so nicht. Statt­des­sen kön­nen die Schul­lei­ter selbst ent­schei­den, ob sie Un­ter­richt aus­fal­len las­sen. Da­durch soll die Ei­gen­ver­ant­wor­tung der Schu­len ge­stärkt wer­den, heißt es aus dem Kul­tus­mi­nis­te­ri­um.

Ins­ge­samt ist Hit­ze­frei in den ver­gan­ge­nen Jah­ren deut­lich sel­te­ner ge­wor­den. Zwar sind die Schu­len da­zu ver­pflich­tet, bei sehr ho­hen Tem­pe­ra­tu­ren ge­sund­heit­li­che Fol­gen für die Schü­ler zu ver­hin­dern. Al­ler­dings grei­fen vie­le Schu­len in­zwi­schen zu an­de­ren Mit­teln: Sie ver­le­gen den Un­ter­richt in küh­le­re Räu­me, et­wa im Kel­ler, oder auf den schat­ti­gen Schul­hof. Ein wei­te­rer Grund hat mit der im­mer häu­fi­ger wer­den­den Ganz­tags­be­treu­ung zu tun, die es frü­her we­ni­ger gab. An der Auf­sichts­pflicht der Schu­le für ih­re Schü­ler än­dert näm­lich auch die som­mer­li­che Hit­ze nichts.

Nicht nur im Klas­sen­zim­mer kann es im Som­mer heiß wer­den, son­dern auch im Bü­ro. Ei­nen Rechts­an­spruch auf kli­ma­ti­sier­te Räu­me oder hit­ze­frei exis­tiert zwar nicht, al­ler­dings gibt es ei­ni­ge Re­geln: Laut Ar­beits­stät­ten­ver­ord­nung muss der Ar­beit­ge­ber da­für sor­gen, dass die Raum­tem­pe­ra­tur „ge­sund­heit­lich zu­träg­lich“ist. Ab Tem­pe­ra­tu­ren von 26 Grad im Bü­ro soll­te er zum Bei­spiel Ja­lou­si­en an­brin­gen, Was­ser zur Ver­fü­gung stel­len und die Bü­ros in der Nacht or­dent­lich lüf­ten. Au­ßer­dem ist der Ar­beit­ge­ber an­ge­hal­ten, sei­nen An­ge­stell­ten fle­xi­ble­re Ar­beits­zei­ten zu ge­wäh­ren und die Kleid­er­re­geln zu lo­ckern. Ab Tem­pe­ra­tu­ren von mehr als 30 Grad im Bü­ro muss der Ar­beit­ge­ber so­gar Maß­nah­men er­grei­fen.

Ei­ne Tem­pe­ra­tur von mehr als 35 Grad im Bü­ro ist un­zu­läs­sig. Erst dann kön­nen An­ge­stell­te ver­lan­gen, in ei­nem küh­le­ren Raum zu ar­bei­ten – oder ganz frei­zu­be­kom­men. Hit­ze­frei ist al­so – zu­min­dest theo­re­tisch – auch bei Ar­beit­neh­mern mög­lich. Al­ler­dings kann dar­über der Ar­beit­ge­ber re­la­tiv frei ent­schei­den. Be­son­de­re Rech­te ha­ben Ar­beit­neh­mer, de­ren Ge­sund­heit be­son­ders ge­schützt wer­den muss – bei­spiels­wei­se bei Schwan­ger­schaft oder bei Herz-Kreis­lauf-Pro­ble­men. Dann ist die Chan­ce grö­ßer, bei so war­men Tem­pe­ra­tu­ren wie in die­ser Wo­che Hit­ze­frei zu be­kom­men.

Fo­to: tmn

Wenn es im Bü­ro zu heiß wird, muss der Ar­beit­ge­ber ein­schrei­ten.

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