Dis­co Prü­ge­lei fast wie im „Kin­der­gar­ten“

Ei­ne jun­ge Frau fei­ert ih­re Ver­lo­bung. Ein klei­nes Lä­cheln löst da­bei ei­ne Schlä­ge­rei aus

Schwabmuenchner Allgemeine - - Schwabmünchen -

Un­ter­meit­in­gen So schön ein Flirt auch sein kann, manch­mal zieht er un­schö­ne Kon­se­quen­zen nach sich. In Un­ter­meit­in­gen ge­nüg­te schon ein Lä­cheln, um ei­ne Schlä­ge­rei aus­zu­lö­sen, die nun zwei jun­ge Män­ner vor Ge­richt bringt. Für ei­nen 22-Jäh­ri­gen lau­tet der Vor­wurf ver­such­te ge­fähr­li­che Kör­per­ver­let­zung, für ei­nen 23-Jäh­ri­gen Kör­per­ver­let­zung und ver­such­te ge­fähr­li­che Kör­per­ver­let­zung.

Der Vor­fall er­eig­ne­te sich im ver­gan­ge­nen Jahr am zwei­ten Weih­nachts­fei­er­tag. In der Dis­co­thek PM in Un­ter­meit­in­gen wa­ren der jün­ge­re An­ge­klag­te mit sei­ner Schwes­ter und ei­nem Kum­pel, dem äl­te­ren An­ge­klag­ten, im Rau­cher­be­reich. Die Schwes­ter lief an zwei jun­gen Schwei­zern vor­bei, wo­bei ei­ner der Män­ner sie an­lä­chel­te. Das ge­fiel dem 22-jäh­ri­gen An­ge­klag­ten über­haupt nicht, denn sei­ne Schwes­ter fei­er­te an die­sem Tag ih­re Ver­lo­bung.

Laut ei­nem Zeu­gen ha­be der An­ge­klag­te den flir­ten­den Schwei­zer mit den Wor­ten: „Hast du kei­ne Eier…“, an­ge­pö­belt. Dar­auf schlug er nach dem Schwei­zer, wo­bei laut An­ge­klag­tem sei­ne Schlä­ge ins Lee­re ge­gan­gen sei­en. „Ich woll­te mei­ne Schwes­ter nur in Schutz neh­men“, recht­fer­tigt er sich vor Ge­richt. Nein, Faust­schlä­ge, wie es in der An­kla­ge heißt, hät­te es nicht ge­setzt, nur ei­ni­ge Back­pfei­fen.

Dem jun­gen An­ge­klag­ten eil­te der äl­te­re An­ge­klag­te zur Hil­fe, der sich vor Ge­richt kaum an den Vor­fall er­in­nern kann: „Das al­les ging in­ner­halb we­ni­ger Se­kun­den ab. Viel­leicht ha­be ich mich mit zwei Ohr­fei­gen ge­wehrt. Dann aber ka­men schon die Tür­ste­her und die Po­li­zei war auch so­fort da.“Die schlech­te Er­in­ne­rung mag auch am Al­ko­hol­kon­sum lie­gen. In der Ver­hand­lung spricht Rich­te­rin Su­san­ne Sch­ei­wil­ler von 1,6 Pro­mil­le beim 22-jäh­ri­gen An­ge­klag­ten und von 1,8 Pro­mil­le bei dem 23-Jäh­ri­gen.

Am En­de sind sich al­le ei­nig, dass es sich bei die­ser nächt­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung we­ni­ger um ei­ne hand­greif­li­che Schlä­ge­rei mit den üb­li­chen Bles­su­ren han­del­te, als viel­mehr, wie es ei­ner der Ge­schä­dig­ten auf den Punkt bringt, um ei­nen „Streit à la Kin­der­gar­ten“.

Staats­an­wäl­tin Saskia Eber­le glaubt zwar nicht, dass am En­de der Ver­hand­lung vor dem Augs­bur­ger Amts­ge­richt „ein Frei­spruch winkt“, aber: Ei­ne Ein­stel­lung des Ver­fah­rens kann sie sich schon vor­stel­len. Und so stellt nach de­ren An­trag Rich­te­rin Sch­ei­wil­ler den Pro­zess ge­gen Zah­lung ei­ner Geld­auf­la­ge ein. 500 Eu­ro muss der 23-Jäh­ri­ge zah­len, 800 Eu­ro der be­reits vor­be­straf­te 22 Jah­re al­te Mann, und zwar an den Wei­ßen Ring in Augs­burg. Letzt­end­lich ver­zich­tet das Ge­richt auf die wei­te­ren Zeu­gen, auch, weil als Ver­let­zungs­fol­gen nur Rö­tun­gen im Ge­sicht und ein leich­ter Riss an ei­ner Lip­pe be­klagt wur­den.

(uri)

An­ge­klag­ter muss 800 Eu­ro an den Wei­ßen Ring zah­len

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.