Hit­ze und Stau zeh­ren an den Ner­ven der Pend­ler

Ver­kehr Die ak­tu­el­le Bau­stel­le auf der B17 stra­pa­ziert wie­der ein­mal die Ge­duld der Au­to- und Lkw-Fah­rer. Bei die­sen ho­hen Tem­pe­ra­tu­ren ist das är­ger­lich, denn nicht je­der hat ei­ne Kli­ma­an­la­ge. Für sie hat der ADAC Tipps

Schwabmuenchner Allgemeine - - Augsburg - VON INA KRESSE

Ein Au­to­fah­rer hebt ent­nervt die Hän­de vom Steu­er in die Hö­he. Drei Au­tos wei­ter tippt ein an­de­rer wie wild auf sei­nem Han­dy, zwi­schen­durch schaut er kurz auf die Fahr­bahn, ob es schon wei­ter­geht. Die Staus, die sich der­zeit täg­lich auf der B 17 we­gen Bau­ar­bei­ten zwi­schen Mes­se und Sta­di­on bil­den, ver­lan­gen den Au­to­fah­rern ei­ni­ges ab. Vor al­lem bei der der­zei­ti­gen Hit­ze. Ei­ner war be­son­ders ge­nervt.

Es ist 17 Uhr, der Be­rufs­ver­kehr setzt wie­der ein. Bis zu 60 000 Fahr­zeu­ge sind täg­lich auf der B17 un­ter­wegs. Be­son­ders vie­le Au­tos fah­ren jetzt aus Augs­burg raus in Rich­tung Sü­den. Lands­ber­ger, Ost­all­gäu­er, Min­del­hei­mer – sie al­le wol­len of­fen­sicht­lich nach Hau­se in den Fei­er­abend. Das schö­ne Wet­ter noch ge­nie­ßen. Dort, wo es in bei­de Fahrt­rich­tun­gen we­gen der der­zei­ti­gen Bau­stel­len ein­spu­rig wird, fah­ren die Au­tos Schritt­tem­po. Im­mer wie­der müs­sen sie an­hal­ten und ein­fä­deln. Das er­for­dert Auf­merk­sam­keit. Auch wenn ge­ra­de nicht viel vor­wärts geht. Auch wenn es an­stren­gend heiß ist. Und, es braucht Ge­duld. Da­von hat Phil­ipp R.* kei­ne mehr. Für den 22-Jäh­ri­gen ist der frü­he Som­mer­abend be­reits ge­lau­fen.

So­eben hat­te er sei­nen Kum­pel in Haun­stet­ten ab­ge­holt. Ge­mein­sam woll­ten sie an ih­rem Fei­er­abend ins Luft­bad nach Gög­gin­gen fah­ren und sich dort im Was­ser ab­küh­len. Doch ih­re End­sta­ti­on ist nicht die Lie­ge­wie­se am er­fri­schen­den Fa­b­rik­ka­nal, son­dern der asphal­tier­te B-17-Stand­strei­fen. Dort ste­hen jetzt er, sein Freund und das be­schä­dig­te Au­to. Ein Lkw-Fah­rer aus den Nie­der­lan­den ist ih­nen so­eben hin­ten drauf­ge­fah­ren. Zum Glück nur leicht. Schließ­lich ist ja Stau. Nie­man­dem ist et­was pas­siert. Aber R.s Au­to, das hat jetzt di­cke Krat­zer im Lack. „Ja, heu­te nervt mich der Stau“, sagt der 22-Jäh­ri­ge et­was un- ge­hal­ten. Er hat die Po­li­zei be­reits in­for­miert. Nun heißt es für al­le Be­tei­lig­ten: war­ten. Das war es mit dem Schwim­men.

Al­le an­de­ren Au­to- und Lk­wFah­rer kön­nen zu­min­dest Sto­pand-go wei­ter­fah­ren. Vie­le sind ge­nervt, wie durch die her­un­ter­ge­las­se­nen Bei­fah­rer­fens­ter zu hö­ren ist. Ei­ne St­un­de län­ger sei er we­gen der Bau­stel­le un­ter­wegs, er­zählt ein Au­to­fah­rer, der täg­lich zwi­schen Schro­ben­hau­sen und Kö­nigs­brunn pen­delt. Er ha­be auch schon ver­sucht, ein Stück über Lei­ters­ho­fen aus­zu­ho­len, aber es brach­te nichts. Ein wei­te­rer Au­to­fah­rer pen­delt je­den Tag von Un­ter­meit­in­gen in den She­rid­an Park. Er är­gert sich, dass im­mer ir­gend­wo auf der B17 Bau­stel­le ist. „Stän­dig ist hier ir­gend­et­was an­de­res. Und das seit Jah­ren“, schimpft auch ei­ne Au­to­fah­re­rin durchs of­fe­ne Fens­ter. An­de­re wie­der­um neh­men es halt, wie es ist. „Ich bin Be­rufs­kraft­fah­rer. Mir macht das nichts“, ruft ein bär­ti­ger Mann aus sei­nem Au­to und lacht. Er zün­det sich in dem sto­cken­den Ver­kehr erst ein­mal ei­ne Zi­ga­ret­te an.

Bei den meis­ten Au­tos, die vor­bei­fah­ren, sind die Fens­ter je­doch ge­schlos­sen. Kla­re Fäl­le von Kli­ma­an­la­gen. Als Au­to­fah­rer ist es wich­tig, ei­nen küh­len Kopf zu be­wah­ren. „Hit­ze be­ein­träch­tigt näm­lich die Kon­zen­tra­ti­ons- und Wahr­neh­mungs­fä­hig­keit. Man re­agiert ver­zö­gert“, sagt Kat­ja Leg­ner vom ADAC. Doch längst nicht al­le Au­tos ver­fü­gen über ei­ne Kli­ma­an­la­ge.

Beim ADAC schätzt man, dass im Stadt­ver­kehr im­mer noch die Hälf­te al­ler Fahr­zeu­ge kei­ne Kli­ma­an­la­ge ha­ben. Das lie­ge an der durch­schnitt­li­chen Le­bens­dau­er von Fahr­zeu­gen von über neun Jah­ren. Zu­dem sei­en ein­fa­che und klei­ne Au­tos über­pro­por­tio­nal ver­tre­ten. Kei­ne Kli­ma­an­la­ge, die­se Hit­ze und dann noch Stau – was kann man tun? Leg­ner hat Tipps: „Das Ge­blä­se ein­schal­ten, aber die Dü­sen we­gen Er­käl­tungs­ge­fahr nicht di­rekt auf un­be­klei­de­te Kör­per­tei­le rich­ten.“Die Fens­ter soll­ten vor­ne ge­öff­net wer­den – bei schnel­le­rer Fahrt nur zum Teil. „Klap­pen Sie das Schie­be­dach an. Über die hin­te­ren of­fe­nen Fens­ter zieht die war­me Luft dann gut ab.“Wich­tig sei na­tür­lich auch, aus­rei­chend zu trin­ken. Bis der Ver­kehr auf der B17 zwi­schen Sta­di­on und Mes­se in bei­de Rich­tun­gen wie­der flüs­sig läuft, wird es noch bis En­de Ju­li dau­ern. Dann wer­den die neu­en drit­ten Spu­ren in bei­de Rich­tun­gen ge­öff­net. *Na­me von der Re­dak­ti­on ge­än­dert

Fo­tos: An­net­te Zo­epf

Es ist heiß, es ist Bau­stel­le, es ist Stau. Pend­ler ha­ben es der­zeit auf der B 17 zwi­schen Mes­se und Sta­di­on nicht leicht.

Ge­ra­de wenn es so heiß ist, lässt die Kon­zen­tra­ti­on am Steu­er schnel­ler nach. Ex­per ten des ADAC ra­ten, viel Was­ser zu trin­ken.

Vie­le Pend­ler är­gern sich, dass es schon wie­der ei­ne Bau­stel­le auf der B 17 gibt.

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