Wel­ches Wohn­haus ist er­laubt und wel­ches nicht?

De­bat­te Ei­ne Bau­vor­an­fra­ge löst im Klei­n­ait­in­ger Ge­mein­de­rat ei­ne lan­ge Dis­kus­si­on aus. Es geht um die Grund­stücks­grö­ße und die Dach­nei­gung. War­um das Gre­mi­um mit knap­per Mehr­heit kei­ne Aus­nah­men er­laubt

Schwabmuenchner Allgemeine - - Raum Schwabmünchen | Lechfeld - VON MICHA­EL LIND­NER

Klei­n­ait­in­gen Es ist ei­ne zu­kunfts­wei­sen­de Ent­schei­dung, dar­in wa­ren sich al­le elf an­we­sen­den Klei­n­ait­in­ger Ge­mein­de­rä­te ei­nig. Aber das war es auch schon mit den Ge­mein­sam­kei­ten, denn: Die Ge­mein­de­rä­te muss­ten bei ei­ner Bau­vor­an­fra­ge für ein Wohn­haus in Klei­n­ait­in­gen an der Ecke Lech­feld­stra­ße/Früh­ling­s­tra­ße dar­über ent­schei­den, ob die Grund­stücks­grö­ße so­wie die Dach­nei­gun­gen an dem ge­plan­ten Haus und der Ga­ra­ge vom Be­bau­ungs­plan ab­wei­chen dür­fen oder nicht.

Der po­ten­zi­el­le Bau­herr wür­de 400 des 572 Qua­drat­me­ter gro­ßen Grund­stücks kau­fen, das Pro­blem: Laut dort exis­tie­ren­dem Be­bau­ungs­plan muss ein Grund­stück min­des­tens 540 Qua­drat­me­ter groß sein. Doch das war nicht die ein­zi­ge Aus­nah­me, die für den ge­plan­ten Neu­bau nö­tig wä­re. Die Bau­vor­an­fra­ge sah ein Haus im Tos­ka­na-Stil mit ei­ner Dach­nei­gung von 20 Grad vor. Al­le an­de­ren Häu­ser ha­ben al­ler­dings ein Sat­tel­dach mit ei­ner Nei­gung zwi­schen 40 und 48 Grad. Klei­n­ait­in­gens Zwei­ter Bür­ger­meis­ter Ar­tur Dachs (CSU/UL) sprach bei der in­halt­lich ge­führ­ten De­bat­te von ei­nem er­heb­li­chen Ein­griff in ei­nen be­ste­hen­den Be­bau­ungs­plan, der sei­ner Mei­nung nach pro­ble­ma­tisch sei. Ähn­lich äu­ßer­te sich Ge­mein­de­rat Pe­ter Hö­fer (CSU/UL); ihn stör­te die Dach­form mehr als die Grund­stücks­grö­ße: „Das passt mei­ner Mei­nung nach über­haupt nicht dort hin­ein.“Das­sel­be Pro­blem sprach Tho­mas Heiß (FWV) an, für den das Dach nicht ins Orts­bild pas­se.

Fi­nan­zi­el­len Aspekt bei ei­nem Ei­gen­heim be­rück­sich­ti­gen

Her­bert Schmid (FWV) sprach sich da­ge­gen für ei­ne Aus­nah­me­re­ge­lung aus. „Wenn ei­ne klei­ne­re Par­zel­le sinn­voll ge­nutzt wird, war­um soll sie dann nicht be­baut wer­den dür­fen?“, frag­te Schmid. Die­ter Heiß (CSU/UL) konn­te sich eben­falls mit ei­ner Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung an­freun­den, ei­ne an­de­re Dach­nei­gung wür­de ihn nicht stö­ren. Und Bür­ger­meis­ter Ru­pert Fiehl? „Wir müs­sen ent­schei­den, ob das Haus ins Orts­bild passt oder nicht“, sag­te Fiehl. Er gab bei der Ent­schei­dung aber zu Be­den­ken, dass man den fi­nan­zi­el­len Aspekt bei ei­nem Ei­gen­heim be­rück­sich­ti­gen müs­se.

Nach der Dis­kus­si­on stimm­ten die elf Rä­te ein­zeln über mög­li­che Aus­nah­men ab. Das Er­geb­nis war denk­bar knapp: Mit je­weils sechs Ge­gen­stim­men wur­den so­wohl bei der Grund­stücks­grö­ße als auch bei der Dach­nei­gung ei­ne Ab­wei­chung ab­ge­lehnt. Ge­gen ein be­grün­tes Flach­dach auf der ge­plan­ten Ga­ra­ge hat­te da­ge­gen kein Ge­mein­de­rat et­was ein­zu­wen­den.

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