St­ef­fi Jo­nes wirkt an­ge­zählt

Nach der bit­te­ren Nie­der­la­ge be­tont die Bun­des­trai­ne­rin, dass sie wei­ter­ma­chen möch­te. Darf Sie auch? DFB-Prä­si­dent Rein­hard Gr­in­del hat sich bis­lang noch nicht ge­äu­ßert

Schwabmuenchner Allgemeine - - Sport - Sint Michielsgestel FUSSBALL ARD, 17.35 Uhr 20.15 Uhr Eu­ro­sport, 19.15 Uhr

Die Trä­nen sind ge­trock­net, der Frust ist ge­blie­ben: Ei­ne kur­ze Nacht mit vie­len Ge­sprä­chen reich­te noch nicht aus, den Schock über den frü­hen EM-K.-o. in den Nie­der­lan­den aus den Köp­fen der deut­schen Fuß­bal­le­rin­nen zu ver­ban­nen. „Das ist schon ein har­ter Bro­cken. Na­tür­lich ist die Ent­täu­schung noch nicht weg“, ge­stand Bun­des­trai­ne­rin St­ef­fi Jo­nes nach der über­ra­schen­den 1:2-Plei­te im Vier­tel­fi­na­le ge­gen Dä­ne­mark.

Jo­nes hat­te ihr strah­len­des Lä­cheln noch nicht wie­der­ge­fun­den, als sie Mon­tag­früh um 8.30 Uhr vor die Me­dien­schar trat, um zu er­klä­ren, was sie (noch) nicht er­klä­ren konn­te. „Es war ei­ne bit­te­re Lehr­stun­de. Wir hat­ten wirk­lich das Ziel, hier weit zu kom­men. Al­le sol­len sich nun ein, zwei Ta­ge Zeit neh­men, um das zu ver­ar­bei­ten“, emp­fahl die 44 Jah­re al­te Fuß­bal­lLeh­re­rin sich und al­len an­de­ren im DFB-Team. „Ich wer­de in mich ge­hen und tief­grün­dig ana­ly­sie­ren, woran es ge­le­gen hat und was wir bes­ser ma­chen müs­sen“, be­ton­te Jo­nes. Das er­war­te sie auch von den Spie­le­rin­nen, die zwar die Qua­li­tät und kör­per­li­che Ver­fas­sung für ei­ne er­folg­rei­che Ti­tel­ver­tei­di­gung mit­brach­ten, sie aber letzt­lich in kei­nem der vier EM-Spie­le zeig­ten.

Spiel­füh­re­rin Dz­se­ni­fer Ma­roz­san emp­fin­det das EM-Aus als „per­sön­li­che Nie­der­la­ge, das ist schwer zu ak­zep­tie­ren“. Die 25-Jäh­ri­ge vom fran­zö­si­schen Tri­ple­si­e­ger Olym­pi­que Lyon mein­te klein­laut: „Die Art und Wei­se, wie wir ver­lo­ren ha­ben, hat mich am meis­ten ver­letzt.“Für sie steht der Grund für die Plei­te fest: „Es hat die rich­ti­ge Ein­stel­lung ge­fehlt.“Be­son­de­res Mit­ge­fühl zeig­te sie für ih­re Trai­ne­rin. Jo­nes, die als Nach­fol­ge­rin der er­folg­rei­chen Ti­tel­samm­le­rin Sil­via Neid oh­ne­hin un­ter be­son­de­rer Be­ob­ach­tung von DFB-Of­fi­zi­el­len, Ex­per­ten, Kri­ti­kern, Fans und Me­di­en steht, kön­ne nichts für das Ver­sa­gen der Mann­schaft. Wenn es nach Ma­roz­san geht, „muss St­ef­fi nicht um ih­ren Job zit­tern“. Wirk­lich nicht?

Mit DFB-Prä­si­dent Rein­hard Gr­in­del ha­be Jo­nes schon te­le­fo­niert, der Ver­bands­chef hat bis­lang aber ein kla­res Be­kennt­nis ver­mie­den. An öf­fent­li­cher Kri­tik man­gelt es nicht. Bernd Schrö­der, ehe­ma­li­ger Meis­ter­trai­ner von Tur­bi­ne Pots­dam, sag­te: „Un­ser Team hat die ge­sam­te EM Ali­bi-Fuß­ball ge­spielt.“Die zwei­ma­li­ge EM-Tor­schüt­zen­kö­ni­gin In­ka Grings, Trai­ne­rin der männ­li­chen U17-Ju­nio­ren von Vik­to­ria Köln, sprach in ei­ner Zei­tungs­ko­lum­ne von ei­ner „er­schre­cken­den“Leis­tung: „Wir ha­ben von An­fang an nie in die­ses Tur­nier ge­fun­den.“Zu­dem „wur­de zu viel ro­tiert, das Team konn­te sich nicht ein­spie­len“.

(An­pfiff 17.45 Uhr) Au­di Cup/Halb­fi­na­le, Atl. Ma­drid – SSC Nea­pel (An­pfiff 20.30 Uhr ) Bay­ern – FC Li­ver­pool

Test­spiel Dort­mund – Atalan­ta Ber­ga­mo

Fo­to: dpa

Der Tag nach der Plei­te: Ihr La­chen hat Bun­des­trai­ne­rin St­ef­fi Jo­nes noch nicht wie­der ge­fun­den.

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