Wind­kraft: Ge­richt stoppt vor­erst Bau

Auf­schie­ben­de Wir­kung wird wie­der­her­ge­stellt – Ent­schei­dung über­rascht Fir­ma Uhl

Schwaebische Zeitung (Bad Saulgau) - - BAD SAULGAU - Von Dirk Thann­hei­mer

BAD SAUL­GAU - Die Fir­ma Uhl Wind­kraft aus Ell­wan­gen darf nach ei­ner Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Sig­ma­rin­gen ih­re ge­plan­ten drei Wind­kraft­rä­der auf dem Schel­len­berg bei St­ein­bron­nen vor­erst nicht bau­en. Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat­te am 7. Sep­tem­ber dem Eil­an­trag ei­nes An­woh­ners statt­ge­ge­ben. Das Land­rats­amt Sig­ma­rin­gen als zu­stän­di­ge Ge­neh­mi­gungs­be­hör­de, die Fir­ma Uhl so­wie der Ver­ein Zu­kunft Na­tur, des­sen Mit­glie­der den Bau der Wind­kraft­an­la­gen ver­hin­dern wol­len, war­ten nun auf die Be­grün­dung des Ge­richts.

Der Ver­ein Zu­kunft Na­tur hält sei­ne Mit­glie­der auf sei­ner In­ter­net­sei­te auf dem Lau­fen­den. Dort ist auch die vom Ver­wal­tungs­ge­richt ge­fäll­te Ent­schei­dung nach­zu­le­sen. „Die auf­schie­ben­de Wir­kung des Wi­der­spruchs des An­trag­stel­lers vom 6. Fe­bru­ar ge­gen die er­teil­te im­mi­si­ons­schutz­recht­li­che Ge­neh­mi­gung des Land­rats­amts Sig­ma­rin­gen wird wie­der­her­ge­stellt.“Da­mit darf bis zum Ab­schluss des Ge­richts­ver­fah­rens die er­teil­te Ge­neh­mi­gung des Land­rats­amts Sig­ma­rin­gen nicht um­ge­setzt wer­den.

Ar­bei­ten ru­hen

Vor­aus­ge­gan­gen war En­de De­zem­ber 2016 das ge­meind­li­che Ein­ver­neh­men des Ge­mein­de­rats Bad Saul­gau – al­ler­dings erst in ei­ner zwei­ten Ab­stim­mung – für den Bau von drei Wind­kraft­an­la­gen mit je­weils ei­ner Na­ben­hö­he von 149 Me­tern und ei­nem Ro­tor­ra­di­us von 68 Me­tern. Es folg­te der So­fort­voll­zug durch das Land­rats­amt, so­dass die Fir­ma Uhl An­fang die­ses Jah­res mit der Ro­dung der et­wa 29 Hekt­ar gro­ßen Wald­flä­che be­gin­nen konn­te.

Die Ar­bei­ten wa­ren aber nicht von lan­ger Dau­er, weil ein An­woh­ner, des­sen Haus 717 Me­ter von der nächst­ge­le­ge­nen Wind­kraft­an­la­ge ent­fernt steht, beim Ver­wal­tungs­ge­richt Wi­der­spruch ein­ge­legt hat­te. Der Rechts­an­walt des An­woh­ners be­grün­de­te den Wi­der­spruch da­mit, dass der An­trag­stel­ler al­ler Vor­aus­sicht nach durch un­zu­läs­si­ge, er­höh­te Lärm­beein­träch­ti­gun­gen we­gen des Be­triebs der Wind­kraft­an­la­ge in sei­nen Rech­ten be­ein­träch­tigt wer­de. Die Fir­ma Uhl hat­te von die­sem Zeit­punkt an die Ar­bei­ten ru­hen las­sen, war sich aber si­cher, „dass das Ge­richt die Ein­schät­zung des Land­rats­amts be­stä­ti­gen wird“, sag­te da­mals Karl-Heinz Lin­ke, Pro­jekt­lei­ter der Fir­ma Uhl.

Die Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richt, die auf­schie­ben­de Wir­kung wie­der­her­zu­stel­len, „hat uns über­rascht“, sagt Lin­ke zur ak­tu­el­len Si­tua­ti­on. „Wir kön­nen in­halt­lich aber nichts da­zu sa­gen, da noch kei­ne Be­grün­dung vor­liegt“, so Lin­ke. Es könn­ten vor­ab kei­ne be­last­ba­ren Schluss­fol­ge­run­gen ge­zo­gen wer­den.

Der Ver­ein Zu­kunft Na­tur hält sich nach der Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts mit Freu­den­sprün­gen, will eben­falls erst ein­mal die Be­grün­dung ab­war­ten. „Un­se­re Hoff­nung ruht auf dem Ar­ten­schutz“, sagt Alex­an­der Hüb­sch­mann, Schrift­füh­rer des Ver­eins Zu­kunft Na­tur. Die Wind­kraft­geg­ner ar­gu­men­tie­ren un­ter an­de­rem ge­gen den Bau, „weil die Wind­kraft­an­la­gen in ei­nem Dich­te­zen­trum des Rot­mi­lans er­rich­ten wer­den sol­len“, so Hüb­sch­mann. Grund zum Fei­ern ha­be der Ver­ein erst, wenn die Bau­ge­neh­mi­gung auf­ge­ho­ben wer­de.

Dar­an glaubt wie­der­um die Fir­ma Uhl nicht: „Wir sind nach wie vor über­zeugt, dass das Pro­jekt al­le recht­li­chen Vor­ga­ben er­füllt und des­halb ver­wirk­licht wer­den kann“, sagt Pro­jekt­lei­ter Karl-Heinz Lin­ke. Die Fir­ma Uhl wer­de ver­mut­lich das Rechts­mit­tel der Be­schwer­de ein­le­gen und die Ent­schei­dung vom Ver­wal­tungs­ge­richts­hof prü­fen las­sen.

FO­TO: CHRIS­TI­AN OHDE

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Sig­ma­rin­gen stoppt mit sei­ner Ent­schei­dung vor­erst den Bau von drei Wind­kraft­an­la­gen auf dem Schel­len­berg bei St­ein­bron­nen.

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