Land prüft Be­din­gun­gen für so­ge­nann­te Fi­xer­stu­ben

Auf ei­nen in Karlsruhe ge­plan­ten Dro­gen­kon­sum­raum könn­ten wei­te­re fol­gen – Wel­che Vor­schrif­ten es ge­ben soll

Schwaebische Zeitung (Bad Waldsee / Aulendorf) - - WIR IM SÜDEN - Von An­na Krat­ky

RA­VENS­BURG - Dro­gen­kon­sum­räu­me wa­ren in der grün-schwar­zen Lan­des­re­gie­rung lan­ge um­strit­ten. Nach­dem nun vor­aus­sicht­lich An­fang des nächs­ten Jah­res solch ein Raum in Karlsruhe er­öff­nen wird, will die Lan­des­re­gie­rung die Rah­men­be­din­gun­gen für mög­li­che wei­te­re Räu­me recht­lich re­geln.

In sol­chen Ein­rich­tun­gen sol­len Ab­hän­gi­ge un­ter Auf­sicht von ge­schul­tem Per­so­nal Rausch­mit­tel wie He­ro­in und an­de­re Opia­te, Ko­ka­in oder Am­phet­ami­ne kon­su­mie­ren kön­nen. Ei­ne ent­spre­chen­de Ver­ord­nung wird der­zeit von der Lan­des­re­gie­rung ge­prüft.

Ein Ent­wurf die­ser Ver­ord­nung, die das So­zi­al­mi­nis­te­ri­um be­reits in die re­gie­rungs­in­ter­ne Ab­stim­mung ge­ge­ben hat, liegt der „Schwä­bi­schen Zei­tung“vor. Dar­in ist klar ge­re­gelt, wel­che Vor­aus­set­zun­gen ein­ge­hal­ten wer­den müs­sen, da­mit ei­ne Fi­xer­stu­be er­öff­net wer­den kann. Dem­nach muss ein Dro­gen­kon­sum­raum da­zu die­nen, die „Ge­sund­heits­ge­fah­ren von Dro­gen­ab­hän­gi­gen zu sen­ken“und „das Über­le­ben der Ab­hän­gi­gen zu si­chern“. Ein wei­te­res Ziel soll sein, sucht­the­ra­peu­ti­sche Hil­fe zu leis­ten und den Dro­gen­kon­sum im öf­fent­li­chen Raum zu re­du­zie­ren. Die­se Vor­tei­le sieht auch Frank Men­trup (SPD), Ober­bür­ger­meis­ter von Karlsruhe. Er sag­te der Deut­schen Pres­seA­gen­tur, mit dem Dro­gen­kon­sum­raum wer­de es „mög­lich, mit schwer Dro­gen­ab­hän­gi­gen in Kon­takt zu kom­men, ih­nen Hilfs­an­ge­bo­te zu un­ter­brei­ten und ih­re Le­bens­si­tua­ti­on zu ver­bes­sern“.

Nicht je­der darf hin­ein

Um nicht das Ge­gen­teil zu er­rei­chen, al­so Men­schen den Ein­stieg in die Dro­gen­sze­ne zu er­leich­tern, sol­len je­ne, die kei­ne oder nur ge­le­gent­lich Dro­gen kon­su­mie­ren, laut der Ver­ord­nung kei­nen Zu­tritt zu dem Raum er­hal­ten. Auch wer be­reits be­rauscht ist oder nicht ein­se­hen will, dass Dro­gen ge­sund­heits­schäd­lich sind, muss drau­ßen blei­ben. Der Ver­kauf von Dro­gen soll in den Fi­xer­stu­ben un­ter­sagt sein. Dro­gen­süch­ti­ge dür­fen nur ei­ne klei­ne Men­ge für den ei­ge­nen Kon­sum mit­brin­gen. Uten­si­li­en wie ste­ri­le Ein­mal­sprit­zen und Ka­nü­len, Tup­fer, und In­jek­ti­ons­zu­be­hör so­wie ge­eig­ne­te Fo­li­en zum in­ha­la­ti­ven Kon­sum sei­en laut der Ver­ord­nung „in aus­rei­chen­dem Um­fang vor­zu­hal­ten“.

Noch ist aber nicht si­cher, ob die Ver­ord­nung in die­ser Form ver­ab­schie­det wird. Zu­erst wird das Ka­bi­nett dar­über be­ra­ten, da­nach kön­nen noch Än­de­run­gen ein­ge­fügt wer­den. Der gro­be Plan: „Die Ver­ord­nung soll nach der Som­mer­pau­se im Herbst be­schlos­sen wer­den“, sag­te Mar­kus Jox, Spre­cher des So­zi­al­mi­nis­ters Man­ne Lu­cha (Grü­ne). Der­zeit for­de­re die CDU al­ler­dings, dass Dro­gen­kon­sum­räu­me nur in Städ­ten mit mehr als 300 000 Ein­woh­nern ent­ste­hen dür­fen. Dem­nach wä­ren in Ba­den-Würt­tem­berg ne­ben Karlsruhe nur in Stuttgart und Mannheim sol­che Räu­me mög­lich.

FO­TO: DPA

In Kon­sum­räu­men über­wacht me­di­zi­ni­sches Per­so­nal die Ein­nah­me von Dro­gen.

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