Stuttgart rüs­tet sich für Fahr­ver­bo­te

Kon­trol­le der Au­tos bleibt oh­ne blaue Pla­ket­te ein Pro­blem, und Ge­büh­ren für Ge­neh­mi­gun­gen sind of­fen

Schwaebische Zeitung (Friedrichshafen) - - WIR IM SÜDEN -

STUTTGART (lsw) - Gut sie­ben Wo­chen vor dem Start rüs­tet sich die Lan­des­haupt­stadt Stuttgart für Deutsch­lands ers­te Fahr­ver­bots­zo­ne für äl­te­re Die­sel. Die ers­ten Schil­der rund um die Stadt hän­gen be­reits, am nächs­ten Mon­tag nimmt ein spe­zi­el­les In­fo-Team beim Ord­nungs­amt sei­ne Ar­beit auf, wie ei­ne Spre­che­rin der Stadt am Frei­tag sag­te.

Nach bis­he­ri­gen Plä­nen wird das ge­sam­te Stadt­ge­biet vom 1. Ja­nu­ar 2019 an mit Fahr­ver­bo­ten be­legt. Zu­nächst sol­len aber nur Die­sel­fahr­zeu­ge aus der Stadt aus­ge­schlos­sen wer­den, die nicht die Ab­gas­norm Eu­ro 5 schaf­fen.

Zu den Fahr­ver­bo­ten ist die grün­schwar­ze Lan­des­re­gie­rung vor al­lem we­gen des Ge­sund­heits­schut­zes von Ver­wal­tungs­ge­rich­ten ge­zwun­gen wor­den. Stuttgart gilt nach wie vor als ei­ne der am meis­ten von Luft­schad­stof­fen be­trof­fe­ne Stadt in Deutsch­land. Ei­ne Aus­wei­tung der ganz­jäh­ri­gen Ver­bo­te auch auf Eu­ro-5-Fahr­zeu­ge wur­de von der Ent­wick­lung bei den Schad­stoff­wer­ten ab­hän­gig ge­macht.

Schil­der:

An­gren­zen­de Land­krei­se ha­ben be­reits ers­te Schil­der auf­ge­hängt. Un­ter die be­ste­hen­den Schil­der „Um­welt­zo­ne“und frei für Fahr­zeu­ge mit Grü­ner Pla­ket­te kommt der Zu­satz „Die­sel (au­ßer Lie­fer­ver­kehr) erst ab Eu­ro 5/V frei“. In den nächs­ten Wo­chen sol­len an Zu­fahrts­stra­ßen 92 sol­che Schil­der auf­ge­hängt und zum Jah­res­wech­sel ab­ge­deckt wer­den, hieß es. Die Kos­ten be­tra­gen 25 000 Eu­ro.

Pla­ket­te:

Dass es kei­ne blaue Pla­ket­te er­gän­zend zu den grü­nen, gel­ben und ro­ten ge­ben wird, stand schnell fest. Die Ab­gas­norm geht aus den Fahr­zeug­pa­pie­ren her­vor. Wer ei­ne Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung er­hält, muss die­se im Fahr­zeug mit­füh­ren. Das Pro­blem: Rein äu­ßer­lich ist ei­nem Au­to nicht an­zu­se­hen, ob es ein­fahrts­be­rech­tigt ist oder nicht.

Aus­nah­men:

Laut Stadt wird es Aus­nah­men et­wa für den ge­schäfts­mä­ßi­gen Lie­fer­ver­kehr ge­ben, wo­zu auch Hand­wer­ker zäh­len. Auch Kran­ken­wa­gen, Po­li­zei, Feu­er­wehr und Ka­ta­stro­phen­schutz dür­fen wei­ter in die Stadt fah­ren. Für Wohn­mo­bi­le, Rei­se­bus­se oder re­gel­mä­ßi­ge Arzt­be­su­che kön­nen on­line Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen be­an­tragt wer­den. Auch Ein­pend­ler dür­fen sie be­an­tra­gen. Be­su­cher der Stadt und Tou­ris­ten hin­ge­gen ha­ben sich in der Re­gel an die Ver­bo­te zu hal­ten – dür­fen aber auch ei­ne Aus­nah­me prü­fen las­sen. Die Ge­büh­ren­fra­ge ist noch nicht ge­re­gelt.

Kon­trol­le:

In klas­si­scher Auf­tei­lung tei­len sich Stadt und Po­li­zei die Über­wa­chung der Ver­bo­te. Die Po­li­zei sei für die Kon­trol­le des rol­len­den Ver­kehrs zu­stän­dig und wer­de die Fahr­zeug­pa­pie­re im Rah­men ih­rer nor­ma­len Kon­trol­len über­prü­fen, hieß es bei der Stadt. In der Um­welt­zo­ne ste­hen­de Fahr­zeu­ge wer­den von städ­ti­schen Mit­ar­bei­tern ge­checkt. 80 Eu­ro wer­den beim Ver­stoß ge­gen das Fahr­ver­bot fäl­lig, mit Ge­büh­ren rasch mehr als 100.

FO­TO: DPA

Die ers­ten Schil­der für Die­sel­fahr­ver­bo­te in Stuttgart hän­gen be­reits.

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