Kein Leitungsrecht für das al­te Rohr

Ge­mein­de Wain muss al­ten Misch­was­ser­ka­nal auf dem Ge­län­de von Häwa ver­le­gen

Schwaebische Zeitung (Laupheim) - - WAIN - Von Axel Pries

WAIN – Nun hat es der Ge­mein­de­rat be­schlos­sen: Die Ge­mein­de Wain wen­det 60 000 Eu­ro auf, um den Misch­was­ser­ka­nal auf dem Grund­stück der Fir­ma Häwa zu ver­le­gen. Das hat ei­ne län­ge­re Vor­ge­schich­te, denn die Ver­le­gung wur­de not­wen­dig, weil das Un­ter­neh­men in dem Ge­wer­be­ge­biet In­dus­trie­stra­ße be­kannt­lich an­bau­en möch­te, wes­halb der al­te Ka­nal wei­chen soll­te. Ei­ne ers­te Ent­schei­dung über die Maß­nah­me wur­de vor der Som­mer­pau­se ver­tagt, weil die Ge­mein­de­rä­te mehr In­for­ma­tio­nen wünsch­ten. Die Fra­ge war: Wer ist zu­stän­dig? Und es stell­te sich her­aus: aus­schließ­lich die Ge­mein­de, weil sie für den Ka­nal of­fen­bar nie ein Leitungsrecht hat­te.

„Es ist für die­sen Ka­nal kein Leitungsrecht re­cher­chier­bar“, stell­te Bür­ger­meis­ter Ste­phan Mantz am Don­ners­tag dem Ge­mein­de­rat das Er­geb­nis sei­ner Nach­for­schun­gen in der Ver­wal­tung vor. Et­li­che Pro­to­kol­le von Sit­zun­gen der ver­gan­ge­nen Jah­re sei­en durch­ge­ar­bei­tet wor­den, ver­geb­lich ha­be man nach Ver­ein­ba­run­gen mit dem Ge­bäu­de­spe­zia­lis­ten Häwa ge­sucht. Am En­de blie­ben Mut­ma­ßun­gen, wie der Ka­nal über­haupt zu­stan­de­ge­kom­men sein könn­te. So ge­he des­sen Ur­sprung wohl auf die Grün­dung des Ge­wer­be­ge­biets Schwein­hau­sen in den 60er-Jah­ren zu­rück. Spä­ter wur­den grö­ße­re Roh­re ver­legt, aber die di­rek­te Tras­se über das Grund­stück ins Dorf blieb als kos­ten­güns­ti­ge­re Lö­sung, um teu­re­re An­schlüs­se des Ka­nal­net­zes zu ver­mei­den. Al­ler­dings küm­mer­te sich of­fen­bar nie­mand dar­um, der Ge­mein­de auch das Leitungsrecht zu ver­schaf­fen. „Das war ein Ver­säum­nis“, stell­te Bür­ger­meis­ter Mantz fest – vor dem Hintergrund, dass man da­mals auf recht­li­che Ge­sichts­punk­te we­ni­ger stark Wert leg­te als heu­te.

Wenn jetzt die Ge­mein­de das Ka­nal­rohr um den ge­plan­ten Ge­bäu­de­an­bau her­um ver­legt, dann wol­le Häwa sich bei den Ar­bei­ten be­tei­li­gen. Als ei­nen Biss „in den sau­ren Ap­fel“und vor ei­ner Not­wen­dig­keit, dass die Ge­mein­de ein Ka­nal­rohr mit Leitungsrecht hat, stimm­te der Ge­mein­de­rat mehr­heit­lich der Ver­le­gung zu.

GRA­FIK: GE­MEIN­DE

Rot: die al­te Lei­tung. Blau: die neue Ka­nal­tras­se.

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