Die Num­mer bleibt

Wie sich die al­te Te­le­fon­num­mer bei ei­nem An­bie­ter­wech­sel über­tra­gen lässt

Schwaebische Zeitung (Riedlingen) - - Geld & Service -

(dpa) - Die Deut­schen te­le­fo­nie­ren ger­ne. Neun von zehn Haus­hal­ten ha­ben laut Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt ei­nen Fest­netz­an­schluss. Hin­zu kom­men laut Bun­des­netz­agen­tur rund 129 Mil­lio­nen ak­ti­ve SIM-Kar­ten in Deutsch­land. Vie­le Nut­zer ha­ben al­so mehr als ei­nen Ver­trag. Da sich die Prei­se und Kon­di­tio­nen lau­fend än­dern, fra­gen sich vie­le Kun­den: Soll ich mei­nen An­bie­ter wech­seln, und was pas­siert dann mit mei­ner bis­he­ri­gen Num­mer?

Grund­sätz­lich kann man an ei­ner Ruf­num­mer kein Ei­gen­tum er­wer­ben, son­dern nur ein Nut­zungs­recht – das er­wirbt der Kun­de im Rah­men sei­nes Ver­tra­ges mit dem Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­dienst. In der Re­gel ent­fällt es mit dem En­de des Ver­trags. Aus­nah­me: „So­fern ein Kun­de zum Ver­trags­en­de bei ei­nem an­de­ren An­bie­ter ei­ne Ruf­num­mern­mit­nah­me, die so­ge­nann­te Por­tie­rung be­auf­tragt, be­hält er das Nut­zungs­recht an der Ruf­num­mer“, er­klärt ein Spre­cher der Bun­des­netz­agen­tur.

Kein Rechts­an­spruch

Beim Wech­sel des An­bie­ters ha­ben Kun­den ei­nen Rechts­an­spruch dar­auf, dass sie die bis­he­ri­ge Ruf­num­mer be­hal­ten kön­nen. Wech­selt der Kun­de je­doch den Ver­trag – be­kommt al­so beim sel­ben An­bie­ter ei­nen neu­en Ta­rif, hat er kei­nen An­spruch dar­auf. Dann ent­schei­det der An­bie­ter, ob die Mit­nah­me der Ruf­num­mer mög­lich ist.

Bei Fest­netz­num­mern kann der An­bie­ter ei­ne Por­tie­rung ver­wei­gern, so­lan­ge der Kun­de noch ver­trag­lich an ihn ge­bun­den ist. An­ders sieht dies im Mo­bil­funk­be­reich aus: „Die vor­zei­ti­ge Por­tie­rung ei­ner Ruf­num­mer ist auch dann mög­lich, wenn der Mo­bil­funk­ver­trag noch län­ger läuft“, er­klärt Mar­kus Weid­ner vom Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­por­tal Tel­ta­rif.de. Für die al­te SIM-Kar­te er­hält der Kun­de ei­ne neue Ruf­num­mer, die bis­he­ri­ge Ruf­num­mer wird dann auf die SIM-Kar­te des neu­en An­bie­ters über­tra­gen. Weid­ner warnt: Auch wenn die Ruf­num­mer gleich bleibt, kön­nen ge­spei­cher­te In­for­ma­tio­nen auf der Mail­box ver­lo­ren ge­hen.

Wer sei­ne Mo­bil­funk­ruf­num­mer vor­zei­tig mit­neh­men will, muss wis­sen: Der Ver­trag mit dem bis­he­ri­gen An­bie­ter bleibt da­von un­be­rührt – der Kun­de ist al­so wei­ter­hin ver­pflich­tet, die ver­trag­li­chen Ent­gel­te zu zah­len. Der al­te An­bie­ter ist zu­dem ver­pflich­tet, den Kun­den über al­le an­fal­len­den Kos­ten aus sei­nem bis­he­ri­gen Ver­trag zu in­for­mie­ren. Auf Ver­lan­gen des Kun­den muss er ei­ne neue Mo­bil­funk­ruf­num­mer zu­tei­len.

Auch bei Pre­paid-Ver­trä­gen muss der An­bie­ter die Mit­nah­me der Ruf­num­mer si­cher­stel­len. Weid­ner zu­fol­ge gibt es zu­min­dest bei ei­ni­gen An­bie­tern Vor­aus­set­zun­gen. Kun­den soll­ten dar­auf ach­ten, dass sie aus­rei­chend Gut­ha­ben auf der Pre­paid­kar­te ha­ben, da­mit al­le Kos­ten be­gli­chen wer­den kön­nen, die durch die Ruf­num­mern­mit­nah­me an­fal­len – et­wa Kos­ten für das po­ten­zi­el­le Ent­sper­ren des SIM-Lock-Han­dys. Meist fal­len kei­ne Kos­ten an, wenn ein Kun­de sei­ne Ruf­num­mer be­hal­ten will und in­ner­halb ei­nes An­bie­ters von Pre­paid auf ei­nen Lauf­zeit­ver­trag wech­selt.

Recht­zei­tig be­an­tra­gen

Um ei­nen rei­bungs­lo­sen Wech­sel zu ge­währ­leis­ten, soll­te der neue An­bie­ter die Ruf­num­mern­mit­nah­me mög­lichst drei Wo­chen vor dem Ver­trags­en­de beim al­ten An­bie­ter be­an­tra­gen. Au­ßer­dem müs­sen die Kun­den­da­ten beim al­ten und neu­en An­bie­ter iden­tisch ver­zeich­net sein, in­for­miert die Bun­des­netz­agen­tur. Bei ei­nem An­bie­ter­wech­sel soll­ten Kun­den vor der Kün­di­gung ih­res Ver­tra­ges ih­re Da­ten beim al­ten An­bie­ter ak­tua­li­sie­ren – al­so Ruf­num­mer, Na­me und Ge­burts­da­tum und bei Ge­schäfts­kun­den ge­ge­be­nen­falls die Kun­den­num­mer.

„So­lan­ge ein Ver­trag läuft, darf der An­bie­ter dem Kun­den das Nut­zungs­recht an der zu­ge­hö­ri­gen Ruf­num­mer nicht ge­gen des­sen Wil­len ab­er­ken­nen“, er­klärt der Spre­cher der Bun­des­netz­agen­tur. Für die Ruf­num­mern­mit­nah­me be­rech­nen Fest­netz-An­bie­ter üb­li­cher­wei­se et­wa sie­ben bis acht Eu­ro und Mo­bil­fun­kAn­bie­ter zwi­schen 25 und 29,95 Eu­ro. Zu­läs­sig sind ma­xi­mal 29,95 Eu­ro.

Kommt es nach Be­an­tra­gung der Por­tie­rung zu ei­ner Un­ter­bre­chung der Ver­sor­gung, die län­ger als ei­nen Tag dau­ert, muss die Er­reich­bar­keit der Ruf­num­mer so schnell wie mög­lich wie­der her­ge­stellt wer­den. Sto­ßen Kun­den beim An­bie­ter auf tau­be Oh­ren, soll­ten sie sich mit ih­rem Pro­blem um­ge­hend an die Bun­des­netz­agen­tur wen­den.

Bei vie­len An­bie­tern sei je­doch laut Bun­des­netz­agen­tur ku­lan­ter­wei­se die Mit­nah­me ei­ner Ruf­num­mer bis zu 90 Ta­ge nach Ver­trags­en­de mög­lich. Fest­netz­num­mern kön­nen un­ter be­son­de­ren Um­stän­den bis zu 180 Ta­ge nach dem Ver­trags­en­de er­neut zu­ge­teilt wer­den. Ein Rechts­an­spruch dar­auf be­steht nach Ver­trags­en­de je­doch nicht.

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