Bes­se­re In­for­ma­ti­on über Ri­si­ken von Ver­si­che­run­gen

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - GELD & SERVICE -

BERLIN (AFP) - Ver­si­che­rungs­kun­den sol­len Kos­ten, Ge­büh­ren und Ri­si­ken der ver­schie­de­nen An­ge­bo­te künf­tig bes­ser ver­glei­chen kön­nen. Der Bun­des­tag be­schloss neue Re­geln für den Ver­trieb von Ver­si­che­rungs­po­li­cen; er setz­te da­mit ei­ne eu­ro­päi­sche Richt­li­nie um. Dem­nach müs­sen sich Ver­si­che­rungs­ver­tre­ter künf­tig auch min­des­tens 15 St­un­den pro Jahr be­ruf­lich schu­len las­sen oder wei­ter­bil­den. Ver­brau­cher­schüt­zer kri­ti­sier­ten, das Ge­setz grei­fe zu kurz.

Für je­des Pro­dukt ist den neu­en Re­geln zu­fol­ge künf­tig ein stan­dar­di­sier­tes In­for­ma­ti­ons­blatt vor­ge­schrie­ben, das gilt auch für On­li­neAn­bie­ter. Ver­si­che­rungs­ver­tre­ter müs­sen Art und Qu­el­le ih­rer Ver­gü­tung of­fen­le­gen, al­so sa­gen, von wem sie Pro­vi­sio­nen be­kom­men.

Der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­band (vz­bv) be­grüß­te zwar die bes­se­re Trans­pa­renz bei den Stand­mit­tei­lun­gen der Ver­si­che­run­gen an ih­re Kun­den, zeig­te sich aber ent­täuscht über die Re­ge­lung der Ver­gü­tung von Ver­mitt­lern. Die Ver­brau­cher­schüt­zer hat­ten ein Ho­no­ra­r­an­nah­me­ver­bot von Ver­mitt­lern ge­for­dert, um ei­ne Gren­ze zwi­schen her­kömm­li­chem Pro­vi­si­ons­ver­trieb und ei­ner Be­ra­tung ge­gen Ho­no­rar zie­hen zu kön­nen. Mit der nun be­schlos­se­nen Re­ge­lung sei­en Misch­for­men im­mer noch mög­lich.

Kri­tik an der Ver­gü­tungs­re­ge­lung

„Mit die­ser Po­li­tik wird die un­ab­hän­gi­ge Be­ra­tung wei­ter ein Schat­ten­da­sein fris­ten“, mo­nier­te die ver­brau­cher­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Grü­nen-Bun­des­tags­frak­ti­on, Ni­co­le Ma­isch. Ho­nor­ar­be­ra­ter dür­fen kei­ne Pro­vi­si­on an­neh­men – sie stel­len dem Kun­den ih­re Ar­beit in Rech­nung und sind da­mit laut ih­rem Be­rufs­ver­band un­ab­hän­gig und neu­tral.

Der vz­bv be­män­gel­te zu­dem, dass Rest­schuld­ver­si­che­run­gen – „ein über­teu­er­tes Pro­dukt mit lü­cken­haf­tem Ver­si­che­rungs­schutz“– wei­ter zu­sam­men mit ei­nem Kre­dit ver­kauft wer­den dür­fen. Mit ei­ner sol­chen Ver­si­che­rung kön­nen sich Kre­dit­neh­mer be­zie­hungs­wei­se Hin­ter­blie­be­ne ge­gen Ar­beits­un­fä­hig­keit, Ar­beits­lo­sig­keit oder Tod ab­si­chern. Sie dient auch als Si­cher­heit für Kre­dit­ge­ber. Ei­ne Ver­trags­auf­lö­sung ist mit fi­nan­zi­el­len Ver­lus­ten ver­bun­den. Auch die Fi­nanz­auf­sichts­be­hör­de Ba­fin hat „De­fi­zi­te“bei Rest­schuld­ver­si­che­run­gen fest­ge­stellt. Der vz­bv hat­te ver­langt, dass Ban­ken und Kre­dit­ver­mitt­ler Rest­schuld­ver­si­che­run­gen nicht ge­kop­pelt an ei­nen Kre­dit­ver­trag an­bie­ten dür­fen.

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