Al­les rund um die Fei­ge

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - GARTEN - Von Bar­ba­ra Wald­vo­gel

Fei­gen schme­cken wun­der­bar. Ge­ra­de­zu ins Schwär­men ge­ra­ten Ur­lau­ber, wenn sie in süd­li­chen Län­dern die Frucht frisch vom Baum ge­pflückt ge­nos­sen ha­ben. Da liegt na­tür­lich der Ge­dan­ke na­he, ei­nen Fei­gen­baum im ei­ge­nen Gar­ten zu pflan­zen. Mög­lich war dies auch schon im­mer in war­men Ge­gen­den am Bo­den­see, im Mark­gräf­ler­land oder am Kai­ser­stuhl. Doch Chris­toph Sei­ler macht in sei­nem Buch „Fei­gen aus dem ei­ge­nen Gar­ten“Hoff­nung, die äl­tes­te Kul­tur­pflan­ze der Mensch­heit auch in we­ni­ger be­güns­tig­ten La­gen her­an­zu­zie­hen. Zum ei­nen gibt es in­zwi­schen ro­bus­te­re Züch­tun­gen für die nörd­li­chen Ge­fil­de, zum an­de­ren kann man auch Fei­gen­bäu­me in Töp­fe pflan­zen, die den Win­ter in der Ga­ra­ge oder im Kel­ler über­ste­hen.

Der klei­ne Rat­ge­ber ent­führt zu­nächst in die Ge­schich­te die­ses Ge­wäch­ses, das schon Jungstein­zeit­men­schen kann­ten und kul­ti­vier­ten. Sei­ler ver­weist auch dar­auf, dass Eva ih­rem Adam kei­nen Ap­fel, son­dern ei­ne Fei­ge reich­te. Der Ap­fel wird in der Schöp­fungs­ge­schich­te gar nicht er­wähnt, im Ge­gen­satz zur Fei­ge. Als Sym­bol für Sinn­lich­keit und Se­xua­li­tät galt die­se schon im­mer, wenn auch mit­un­ter sehr ab­wer­tend.

Ab­ge­se­hen von die­sen klei­nen Ex­kur­sen ste­hen bo­ta­nische, land­wirt­schaft­li­che und pfle­ge­ri­sche The­men im Vor­der­grund die­ses in­for­ma­ti­ven und ver­ständ­lich ge­schrie­be­nen Rat­ge­bers. Wer hät­te zum Bei­spiel ge­wusst, dass der Gum­mi­baum auch ein Fei­gen­ge­wächs ist – Fi­cus elas­ti­ca, sein botanischer Na­me ver­rät es.

Span­nend auch das Ka­pi­tel über die kom­pli­zier­te Be­f­ruch­tung durch die Fei­gen­gall­wes­pe, die in un­se­ren Brei­ten aber gar nicht vor­kommt. Al­ter­na­tiv wer­den des­halb selbst­be­fruch­ten­de Pflan­zen an­ge­baut. Hin­zu kom­men un­ter an­de­rem die The­men Schnitt, Dün­gung, Pfle­ge und Schäd­lin­ge, un­ter de­nen in­zwi­schen auch Fei­gen zu lei­den ha­ben. Lan­ge Zeit gal­ten sie als völ­lig un­emp­find­lich. Ein Ka­pi­tel schließ­lich bie­tet m Re­zep­te von Fei­gen­chips bis Fei­gentar­te. Kurz­um: Wer sich mit der Frucht be­fas­sen will, ist mit die­sem Rat­ge­ber si­cher gut be­dient.

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