Bau­stel­le: Bis auf die Be­schil­de­rung läuft al­les rund

Ge­schäfts­leu­ten in der Haupt­stra­ße in Hohentengen steht jetzt der schwie­rigs­te Bau­ab­schnitt be­vor

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - MENGEN - Von Jen­ni­fer Kuhl­mann

HOHENTENGEN - „Ja, wie kommt man denn heu­te zu euch?“Ei­ne Kun­din steht am Di­ens­tag­mor­gen im Blu­men­ge­schäft Ro­sen­rot in der Ho­hen­ten­ger Haupt­stra­ße. „Ich bin vom Kreis­ver­kehr gar nicht durch­ge­kom­men.“Ge­schäfts­füh­re­rin Pe­tra Kai­ser lacht. „Heu­te ist es et­was chao­tisch, der Weg von der Stei­ge aus ist aber wie­der frei“, sagt sie. „Die Be­schil­de­rung ist noch nicht neu auf­ge­stellt wor­den.“

Dar­an, dass Pe­tra Kai­ser lacht, ist zu er­ken­nen, dass das von ihr be­fürch­te­te gro­ße Bau­stel­len­cha­os bis­her aus­ge­blie­ben ist. Die Ar­bei­ten zur Um­ge­stal­tung und Sa­nie­rung der Haupt­stra­ße sind in vol­lem Gan­ge, aber gro­ße Pro­ble­me hat es ih­rer Mei­nung noch nicht ge­ge­ben. „Des­halb glau­be ich, dass es ge­nau rich­tig ge­we­sen ist, mei­ne Ängs­te und Sor­gen be­züg­lich der Bau­stel­le beim Ge­wer­be­fo­rum of­fen aus­zu­spre­chen und ei­ne bes­se­re Kom­mu­ni­ka­ti­on und Zu­sam­men­ar­beit ein­zu­for­dern“; sagt sie. Für ih­re kla­ren Wor­te ha­be sie viel Zu­spruch be­kom­men. „Es hat dann die not­wen­di­gen Ge­sprä­che ge­ge­ben und es wur­de ein drit­ter Bau­ab­schnitt fest­ge­legt, um uns Ge­schäfts­leu­te zu ent­las­ten.“

Ar­bei­ten ge­hen gut vor­an

Pe­tra Kai­ser schätzt sie In­for­ma­ti­ons­po­li­tik der Bau­stel­len­mit­ar­bei­ter und dass sie se­hen kann, wie schnell die Ar­bei­ten vor­an­ge­hen. „Ich ha­be das Ge­fühl, dass die Bau­fir­ma or­ga­ni­sier­ter und schlag­kräf­ti­ger ist als die, die da­mals in der Stei­ge ge­ar­bei­tet hat“, sagt sie. „Da ist ja viel schief ge­lau­fen.“Wäh­rend in der Stei­ge das Un­ter­neh­men Schöp­peler aus Meß­kirch am Werk war, küm­mert sich in der Haupt­stra­ße die Fir­ma Bel­ler um die Ar­bei­ten. „Kurz­fris­tig ha­ben die Mit­ar­bei­ter ent­schie­den, dass sie die Zu­fahrt vom Kreis­ver­kehr ab der Jo­sef-Burth-Stra­ße sper­ren müs­sen“, er­klärt Orts­bau­meis­ter Tho­mas Kauf­mann den Grund der Ver­wir­rung am Di­ens­tag­mor­gen. „Das hat auch die Ver­wal­tung erst spät er­fah­ren, so­dass die Be­schil­de­rung nicht ge­stimmt hat.“Dank ei­ner Bi­tu­men­schicht kön­ne die Haupt­stra­ße von der Stei­ge aus wie­der be­fah­ren wer­den, die Be­lie­fe­rung wer­de spä­ter über die Win­kel­gas­se ge­währ­leis­tet.

Laut Pe­tra Trunk. Lei­te­rin des Pfle­ge­heims St. Ma­ria, sind die Be­woh­ner durch die Bau­stel­le nicht in ih­rer Be­we­gungs­frei­heit ein­ge­schränkt. „Die Zu­we­ge für Lie­fe­ran­ten und Sa­ni­täts­fahr­zeu­ge sind ge­währ­leis­tet, die Be­woh­ner kön­nen über die Brü­cke bar­rie­re­frei in die Haupt­stra­ße ge­lan­gen. Viel­mehr sei es so, dass die Bau­stel­le will­kom­me­nen Ge­sprächs­stoff in die Ein­rich­tung brin­ge.

Ei­ne noch bes­se­re In­for­ma­ti­on der Kun­den und Aus­schil­de­rung der ak­tu­ell be­fahr­ba­ren We­ge ist auch der ein­zi­ge Kri­tik­punkt, den Eva Igel von der gleich­na­mi­gen Metz­ge­rei im Mo­ment an­brin­gen kann. „An­sons­ten lief bis­her al­les rei­bungs­los“, sagt sie. Na­tür­lich ha­be die Metz­ge­rei seit Be­ginn der Ar­bei­ten im April Um­satz­ein­bu­ßen, weil Kun­den, die nicht gut zu Fuß sind oder de­nen die Bau­stel­le zu ner­vig ist, weg­blei­ben. Der schlimms­te Bau­ab­schnitt kommt für die Ge­schäfts­leu­te noch. „Dann ha­ben wir die Bag­ger di­rekt vor der Tür und nie­mand kann sa­gen, wie vie­le Kun­den dann wo­an­ders ihr Brot kau­fen ge­hen“, sagt Alex­an­dra Zink, Ge­schäfts­füh­re­rin der Bä­cke­rei Zink. Sie hat des­halb schon mit ih­ren Ver­kaufs­per­so­nal dar­über ge­spro­chen, dass ih­nen im Not­fall Kurz­ar­beit droht.

Von Bad Saulgau aus kom­mend in­for­miert ein Schild dar­über, dass die Ge­schäf­te er­reich­bar sind. „Das ist viel zu ver­steckt, so­was brau­chen wir für die, die aus Men­gen kom­men“, sagt Eva Igel. „Und im Mo­ment stimmt das ja auch gar nicht.“Alex­an­dra Zink wä­re über die neue Er­reich­bar­keit ih­res La­dens über die Stei­ge gern im Vor­feld in­for­miert wor­den. „Dann kann ich mei­nen Kun­den bes­ser er­klä­ren, was ge­ra­de läuft und wie sie fah­ren kön­nen.“

Pe­tra Kai­ser hat üb­ri­gens neue Räu­me für ihr Ge­schäft Ro­sen­rot ge­fun­den. Sie zieht spä­tes­tens zum 1. Sep­tem­ber in die Stra­ße Am Fried­hof 6 um. Und zwar dau­er­haft und nicht nur als Aus­weichort wäh­rend der Bau­stel­le, wie ur­sprüng­lich ein­mal an­ge­dacht. „Ich ha­be dort mehr Platz und pro­fi­tie­re hof­fent­lich von der Nä­he zum Fried­hof und vom Durch­gangs­ver­kehr“, sagt sie.

FO­TO: JEN­NI­FER KUHL­MANN

Von der Stei­ge aus ist die Haupt­stra­ße in Hohentengen seit Di­ens­tag wie­der be­fahr­bar.

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