Pra­xis Tegt­mey­er be­zieht neue Räu­me

Ge­rüch­te über ei­nen Weg­gang des Dok­tors ent­beh­ren der Grund­la­ge

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - MESSKIRCH - Von Su­san­ne Grimm

STET­TEN AM KAL­TEN MARKT - Es steht fest: Dr. Mar­tin Tegt­mey­er, Fach­arzt für All­ge­mein­me­di­zin, bleibt in der Heu­berg­ge­mein­de. Er will zu Be­ginn des neu­en Jah­res in den Räu­men des Fri­sörs Ur­ban sei­ne Pra­xis er­öff­nen. Das sag­te der Me­di­zi­ner in ei­nem Ge­spräch mit der „Schwä­bi­schen Zei­tung“.

Da­mit schob Mar­tin Tegt­mey­er den Spe­ku­la­tio­nen ei­nen Rie­gel vor, die seit dem Weg­gang des Stet­tener Arz­tes Micha­el Rei­chen­stein wild ins Kraut schos­sen. Wei­te­re Nah­rung er­hiel­ten die Ge­rüch­te, weil be­kannt ge­wor­den ist, dass die bis­he­ri­ge Pra­xis­ge­mein­schaft mit Tegt­mey­er/ Gr­a­bow­ski in der Eu­ro­pa­stra­ße schließt, da der Ei­gen­tü­mer des Hau­ses den Miet­ver­trag für die Pra­xis we­gen Ei­gen­be­darfs nicht mehr ver­län­gert hat.

Da­zu hat die ört­li­che Busch­trom­mel ver­lau­ten las­sen, dass sein Kol­le­ge Mat­thi­as Gr­a­bow­ski, mit dem Tegt­mey­er die Pra­xis bis­her ge­teilt hat, sich eben­falls au­ßer­halb der Gar­ni­sons­ge­mein­de ori­en­tie­ren will, was je­doch wohl nicht stimmt.

„Ich blei­be ganz si­cher in Stet­ten am kal­ten Markt“, sag­te Tegt­mey­er, der sich freu­te, mit dem Sa­lon Ur­ban die pas­sen­den Rä­um­lich­kei­ten ge­fun­den zu ha­ben. Es sei schon seit Jah­ren klar ge­we­sen, dass En­de 2016 der Mit­ver­trag aus­lau­fe und die­ser we­gen Ei­gen­be­darfs nicht mehr ver­län­gert wer­de, „aber das ist völ­lig in Ord­nung“, be­fand der Arzt.

Er sieht im En­de des Bis­he­ri­gen den Be­ginn von et­was Neu­em: „Es bie­tet die Chan­ce, sich und sei­ne Ar­beits­wei­se neu auf­zu­stel­len, Zeit­ge­mä­ßes zu in­te­grie­ren, Be­währ­tes bei­zu­be­hal­ten und Über­hol­tes über Bord zu wer­fen“. Er freue sich je­den­falls, mit 50 noch ein­mal et­was Neu­es an­zu­fan­gen. Tegt­mey­er, der im Jahr 2000 in die Ge­mein­de kam, hat hier mit sei­ner Fa­mi­lie Wur­zeln ge­schla­gen und ist fest im Ge­mein­de- und Ver­eins­le­ben in­te­griert: „Für mich stand schon im­mer fest, dass ich in Stet­ten blei­ben will“.

Die Su­che nach pas­sen­den Rä­um­lich­kei­ten be­schäf­tig­te den Me­di­zi­ner schon seit Jah­ren. Schon un­ter dem frü­he­ren Stet­tener Bür­ger­meis­ter Gre­gor Hipp sei­en des­halb Ge­sprä­che ge­führt wor­den, eben­so mit des­sen Nach­fol­ger Ma­ik Lehn. Doch au­ßer dem ers­ten Stock im Amts­haus gab es nichts pas­sen­des in der Ge­mein­de. „Hier hät­te erst auf­wen­dig Bar­rie­re­frei­heit ge­schaf­fen und ein Auf­zug ein­ge­baut wer­den müs­sen“, sag­te Tegt­mey­er.

Al­te Pra­xis wur­de zu klein

Der Platz­be­darf ist auch ei­ner der Grün­de, war­um die Pra­xis­ge­mein­schaft nicht auf­recht er­hal­ten wer­den kann. Die bis­he­ri­ge Pra­xis ver­fü­ge über rund 230 Qua­drat­me­ter; et­was Ver­gleich­ba­res ha­be sich in Stet­ten nicht fin­den las­sen. Der Arzt hofft, dass sein Kol­le­ge Gr­a­bow­ski eben­falls in Stet­ten bleibt, denn das Pa­ti­en­ten­auf­kom­men ist so groß, „dass ich es al­lein nicht be­wäl­ti­gen könn­te“. So kön­ne man auch künf­tig zu­sam­men­ar­bei­ten, wenn auch in ver­schie­de­nen Pra­xis­räu­men. Auch für die fünf An­ge­stell­ten ge­be es dann Per­spek­ti­ven, denn al­le fünf kön­ne er nicht über­neh­men, aber: „Die Aus­wahl zu tref­fen ist un­heim­lich schwer!“

Tegt­mey­er er­zählt, dass die Räu­me des Sa­lons Ur­ban, die ge­ra­de mal zwei Haus­num­mern wei­ter in der sel­ben Stra­ße lie­gen, ge­ra­de­zu ide­al sei­en: „Die neue Pra­xis liegt eben­er­dig und kann kom­plett bar­rie­re­frei ge­stal­tet wer­den“. Au­ßer­dem er­mög­li­che die neue Pra­xis mehr Zeit für den ein­zel­nen Pa­ti­en­ten.

Ge­mein­sam mit dem Ar­chi­tek­ten Alois Jung und der Fa­mi­lie Ur­ban sind die Plä­ne für den Um­bau be­reits er­ar­bei­tet wor­den, so dass die Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren in die We­ge ge­lei­tet wer­den kön­nen. Auch zeit­lich lie­ge das Vor­ha­ben im Plan, so dass der Über­gang zur neu­en Pra­xis naht­los ge­währ­leis­tet sei. Der Auf­lö­sung der bis­he­ri­gen Pra­xis sieht er mit Ge­las­sen­heit ent­ge­gen: „Das wird ein­ver­nehm­lich über die Büh­ne ge­hen“, ist Tegt­mey­er si­cher.

FO­TO: SU­SAN­NE GRIMM

Der Al­ge­mein­me­di­zi­ner Mar­tin Tegt­mey­er bleibt in Stet­ten und hat neue Pra­xis­räu­me ge­fun­den.

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