So­fort nach der Wahl über­ar­bei­ten!

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND - Von Ras­mus Buch­stei­ner po­li­tik@schwa­ebi­sche.de

Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin Andrea Nah­les (SPD) ist mit ei­nem blau­em Au­ge da­von­ge­kom­men. Die Rich­ter po­chen auf Re­ge­lun­gen, die den Schutz der In­ter­es­sen klei­ner Ge­werk­schaf­ten und ih­rer Mit­glie­der si­cher­stel­len. Das Ge­richt wür­de nicht so han­deln, wenn das Ge­setz hand­werk­lich in Ord­nung ge­we­sen wä­re.

„Ein Be­trieb, ein Ta­rif­ver­trag“, das Prin­zip ist den­noch rich­tig, und es bleibt die Grund­la­ge für das Mo­dell der So­zi­al­part­ner­schaft, um das Deutsch­land in der Welt be­nei­det wird. Ego-Ge­werk­schaf­ten, die im Kampf um Mit­glie­der knall­hart Be­rufs­grup­pen ge­gen­ein­an­der aus­spie­len, pas­sen da­zu nicht. Wenn nun klei­ne Ge­werk­schaf­ten aus dem Ur­teil die Li­zenz zum rück­sichts­lo­sen Wei­ter­strei­ken her­aus­le­sen, auch wenn sie im Be­trieb in der Min­der­heit sind, ver­ken­nen sie den Geist des Ge­set­zes und der Karls­ru­her Ent­schei­dung. Die grund­ge­setz­lich ga­ran­tier­te Ko­ali­ti­ons­frei­heit ist zwar ein ho­hes Gut, darf aber nicht zur Aus­re­de für XXL-Ar­beits­kämp­fe wer­den. Das Ge­setz schreibt kei­ner Ge­werk­schaft vor, für wel­che Zie­le sie zu kämp­fen hat. Aber es ver­langt aus gu­tem Grund Ko­ope­ra­ti­on und In­ter­es­sen­aus­gleich. Da­mit das Ta­rif­ein­heits­ge­setz zum Se­gen für Deutsch­lands Wirt­schaft und die Ar­beit­neh­mer wer­den kann, muss das Ge­setz so­fort nach der Bun­des­tags­wahl über­ar­bei­tet wer­den. Die not­wen­di­gen Prä­zi­sie­run­gen dür­fen nicht auf die lan­ge Bank ge­scho­ben wer­den.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.