Die Far­ben des Mee­res

Blau­er und grü­ner Na­gel­lack lie­gen im Trend – ge­nau wie Stem­pel­dru­cke, Scha­blo­nen­mus­ter und Sti­cker

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - MODE - Von Andrea Abrell

BERLIN (dpa) - Auf die Hän­de blickt man sei­nem Ge­gen­über oft. Ei­ne gu­te Ma­ni­kü­re fällt auf, wenn man et­was greift, ges­ti­ku­liert und an­de­re Hän­de schüt­telt. Vor al­lem fal­len na­tür­lich Far­ben auf den Nä­geln auf. Nun ist die Mo­de auf ra­schen Wech­sel aus­ge­legt, so­dass es selbst bei den Far­ben für die Fin­ger Trends gibt. Im Som­mer 2017 ist das Grün so­wie Blau.

Frank Schä­ber­le vom VKE-Kos­me­tik­ver­band in Berlin fasst die Neu­hei­ten so zu­sam­men: „Der Som­mer ist ei­ne ein­zi­ge Nail­par­ty. Es darf knal­len, glit­zern und fun­keln. Da­bei ste­hen leuch­ten­de Far­ben wie Grün oder auch Blau oder Pink im Mit­tel­punkt.“

Mo­de- und Ma­ke-up-Sty­lis­tin Rit­chie Kar­kow­ski aus Ham­burg be­stä­tigt die Trends: „Für mich ma­chen zum ei­nen Oce­an-Far­ben wie Grün und Blau in die­ser Sai­son das Ren­nen“, er­klärt sie. „Grün wird sich mit Si­cher­heit eben­so durch­set­zen wie sanf­te Koral­len­tö­ne. Li­la da­ge­gen spielt in die­sem Som­mer in mei­nen Au­gen kei­ne Rol­le mehr.“

Ves­na Pe­jak vom Stu­dio Pin­kNail bei Haa­res­zei­ten er­gänzt die Trend­pa­let­te je­doch für Men­schen, die es ger­ne we­ni­ger ex­zen­trisch wol­len, um et­was Un­auf­fäl­li­ge­res: „Wer es klas­sisch mag, der setzt auf hel­le Bee­ren­tö­ne oder Pa­s­tel­le.“Die zar­ten Far­ben sind bei­na­he schon ein sol­cher Klas­si­ker wie Rot. Wo­bei der Farb­ton im Som­mer 2017 auch ei­ne Auf­fri­schung er­lebt: Mo­de­fans tra­gen laut Kar­kow­ski den klas­si­schen Rot­ton „mit ei­nem Stich ins Oran­ge“. Au­ßer­dem im­mer be­lieb­ter sind so­ge­nann­te Chro­me Nails. Wie der Na­me schon na­he­legt, han­delt es sich da­bei um La­cke in Me­tal­lic­tö­nen.

Out­fit pas­send zum Na­ge­lack

Doch Farb­trend hin oder her: Für Sty­ling-Ex­per­tin Kar­kow­ski kommt es nicht al­lein auf die Lack­far­be an, son­dern dar­auf, wie man ihn kom­bi­niert. „Am schöns­ten sieht es im­mer noch aus, wenn ei­ne Far­be im Out­fit mit dem Na­gel­lack har­mo­niert.“Ein Bei­spiel: „Ein Kleid mit ro­ten Blü­ten wird durch den ro­ten Na­gel­lack per­fekt er­gänzt, trägt man ei­ne ver­wa­sche­ne Je­ans, sieht Tür­kis da­zu su­per aus.“

Ver­meint­lich ein neu­er Trend, der in so man­chem La­den auch mit neu­em Na­men so be­wor­ben wirbt, sind so­ge­nann­te Full­co­ver-Nä­gel. Hier soll­te man sich aber nicht be­ir­ren las­sen: Es han­delt sich le­dig­lich um das Be­ma­len des kom­plet­ten Fin­ger­na­gels in ei­ner Far­be. Zu­letzt war es ja et­wa be­liebt, die Sei­ten oder die Spit­zen des Na­gels an­ders­far­big zu tün­chen. Das ist den Ex­per­ten zu­fol­ge schon wie­der we­ni­ger an­ge­sagt.

Blüm­chen sind out

Über den Lack wer­den mit Scha­blo­nen oder Sti­cker Mus­ter ge­legt. „In die­sem Som­mer lie­gen bei die­sen De­tails vor al­lem geo­me­tri­sche Mus­ter im Trend“, be­rich­tet Pe­jak. „Da­ge­gen sind Blüm­chen de­fi­ni­tiv out.“Eben­falls an­ge­sagt sei das Ver­zie­ren mit spe­zi­el­len Stem­peln, die sich eben­falls auf den fer­tig ma­ni­kür­ten Na­gel tup­fen las­sen.

Üb­ri­gens: Wie vie­le an­de­re Make­up-Pro­duk­te auch, hat der Na­gel­lack ei­ne län­ge­re Ge­schich­te. Schon um 1800 färb­ten Frau­en ih­re Nä­gel mit ro­tem Öl ein. Bis es den ers­ten rich­ti­gen Lack gab, ver­ging aber noch ei­ne ge­wis­se Zeit: Er kam 1925 auf den Markt. Zu die­ser Zeit wur­de nur die Na­gel­mit­te la­ckiert, der Mond und die Spit­ze blie­ben farb­los.

Ei­ni­ge Jah­re spä­ter stell­te ein USChe­mi­ker den ers­ten, farb­in­ten­si­ven Lack her, der auf ganz neu­ar­ti­gen Farb­pig­men­ten ba­sier­te. Ihr Vor­teil: Sie las­sen sich bes­ser auf­tra­gen und in vie­len, ganz un­ter­schied­li­chen Farb­tö­nen her­stel­len. Das war die Ge­burts­stun­de der Fir­ma Rev­lon, die bis heu­te als Vor­rei­ter in Sa­chen Lack gilt.

Doch auch künst­li­che Nä­gel sind kei­ne neue Er­fin­dung: Be­reits 1970 gab es Va­ri­an­ten aus Acryl, die neue Mög­lich­kei­ten der Gestal­tung bo­ten. Acryl­nä­gel kom­men auch heu­te noch zum Ein­satz, weil sie auf­grund ih­rer lan­gen Halt­bar­keit be­son­ders für brü­chi­ge Nä­gel ge­eig­net sind. Sie las­sen sich aber nur im Na­gel­stu­dio rea­li­sie­ren.

Gel­na­gel ist wei­cher

Die Al­ter­na­ti­ve ist der wei­che­re Gel­na­gel. Er be­steht aus ei­nem Acrylat, das mit­hil­fe von UV-Licht aus­här­tet. Die­ser Lack ist ein­fa­cher zu mo­del­lie­ren, er hält aber nicht lan­ge. Gel­la­cke zum Auf­tra­gen zu Hau­se mit ver­spro­che­nen Halt­bar­keits­zeit­räu­men von bis zu zwei Wo­chen ha­ben zu­letzt auch die Re­ga­le in den Dro­ge­ri­en er­obert - teils braucht es da­für nicht ein­mal mehr ei­ne UV-Lam­pe.

FO­TOS: DPA

Klei­ne geo­gra­fi­sche Mus­ter auf den Nä­geln sind der­zeit der letz­te Schrei.

Ein wei­te­rer Trend auf den Fin­ger­nä­geln: Chro­me Nails.

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