Der Luchs ist wie­der im Do­nau­tal

Bei der Burg Wil­den­stein ent­steht ein Pa­vil­lon mit In­for­ma­ti­ons­ta­feln

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - MESSKIRCH - Von Chris­toph War­ten­berg

LEIBERTINGEN - Der Na­tur­park Obe­re Do­nau und die Ge­mein­de Leibertingen ha­ben ge­mein­sam beim Park­platz der Burg Wil­den­stein ei­nen In­for­ma­ti­ons­pa­vil­lon zum Luchs im Do­nau­tal er­öff­net. Seit 2015 wur­den ver­schie­de­ne Luch­se wie­der im Do­nau­tal ge­sich­tet und nun hof­fen die Na­tur­schüt­zer, dass sich hier lang­sam wie­der ei­ne Po­pu­la­ti­on die­ser Raub­kat­zen her­aus­bil­det. Ein Part­ner die­ses Pro­jekts ist der WWF, der World Wi­de Fund For Na­tu­re. Die Ge­mein­de Leibertingen hat sich beim Bau des Pa­vil­lons und der An­la­ge des Park­plat­zes ein­ge­bracht und wird sich um die Un­ter­hal­tung küm­mern.

Durch die Zer­stö­rung sei­nes Le­bens­rau­mes, gro­ßer na­tur­na­her Wäl­der, und die ge­ziel­te Be­ja­gung ist der Luchs seit un­ge­fähr 200 Jah­ren aus Deutsch­land ver­schwun­den, zu­letzt aus dem Do­nau­tal. Vor 170 Jah­ren wur­de hier der letz­te Luchs ge­sich­tet. Seit den 70er-Jah­ren des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts ha­ben Na­tur­schüt­zer be­gon­nen, Luch­se wie­der aus­zu­wil­dern. Lang­sam brei­ten sich die­se Raub­kat­zen wie­der aus, gel­ten aber nach wie vor als stark ge­fähr­det. „Um­so mehr kön­nen wir stolz dar­auf sein, dass ver­schie­de­ne Luch­se in un­se­rer Re­gi­on auch oh­ne An­sied­lungs­pro­jekt ganz von al­lei­ne ge­kom­men sind“, sag­te Bär. Spe­zi­ell zwei Luch­se, Friedl und Tel­lo be­nannt, wur­den in ih­ren Be­we­gungs­mus­tern wis­sen­schaft­lich ver­folgt. In­zwi­schen könn­ten so­gar drei bis vier Tie­re im Na­tur­park sein.

Ei­ne Au­ra des Ge­heim­nis­vol­len um­gibt den Luchs

Der Tutt­lin­ger Land­rat Ste­fan Bär, Vor­sit­zen­der des Na­tur­park­ver­eins, sag­te, man se­he sich in der Pflicht, über die­ses Wild­tier zu in­for­mie­ren, weil es bei den Bür­gern mit der Au­ra des Ge­heim­nis­vol­len um­ge­ben sei. Da­zu bie­te sich der Platz vor der Burg Wil­den­stein, an dem jähr­lich rund 50 000 Be­su­cher ge­zählt wer­den, be­son­ders an, zu­mal die Ju­gend­her­ber­ge in der Burg auch für zahl­rei­che Kin­der und Ju­gend­li­che ein An­zie­hungs­punkt sei. Von der Idee für den In­fo-Pa­vil­lon bis zur Um­set­zung ha­be es auch dank der tat­kräf­ti­gen Hil­fe durch die Ge­mein­de Leibertingen gera­de mal ein knap­pes Jahr ge­dau­ert.

Bär sprach auch die dif­fu­sen Ängs­te an, die ein Raub­tier in der Re­gi­on we­cke. Be­son­ders Schaf­züch­ter und Jä­ger zeig­ten sich be­sorgt. Dass ein Luchs ein­mal ein Schaf oder an­de­re Tie­re rei­ße, lie­ge in der Na­tur der Sa­che, soll­te aber für den hö­he­ren Zweck hin­ge­nom­men wer­den. In die­sem Zu­sam­men­hang be­grüß­te er auch ein Schaf­züch­ter­ehe­paar, dem der Luchs be­reits ein Tier ge­ris­sen hat. Um­so wich­ti­ger sei es, mit Jä­gern und Schä­fern zu­sam­men­zu­ar­bei­ten und über den Luchs aus­führ­lich zu in­for­mie­ren.

Lei­ber­tin­gens Bür­ger­meis­ter Ar­min Reit­ze freu­te sich über ei­ne wei­te­re tou­ris­ti­sche At­trak­ti­on in sei­ner Ge­mein­de. Des­halb ha­be sei­ne Ver­wal­tung auch ger­ne Ar­bei­ten für den Bau über­nom­men. Man sol­le die Wie­der­kehr des Luch­ses fei­ern. „Der Mensch muss auch mal zu­rück­tre­ten vor der Na­tur, die wir hier doch al­lent­hal­ben prei­sen“, sag­te Reit­ze.

Im Pa­vil­lon in­for­mie­ren zwölf Ta­feln über Bio­lo­gie und Ver­brei­tung des Luch­ses in Mit­tel­eu­ro­pa. Es gibt Nach­wei­se von Luch­sen im Do­nau­tal, un­ter an­de­rem Tritt­spu­ren und Bil­der aus Fo­to­fal­len. Dar­ge­stellt wird auch, dass das Obe­re Do­nau­tal ein idea­ler Le­bens­raum für den Luchs ist. Ei­ne der Ta­feln, rot um­ran­det, bie­tet ak­tu­el­le In­for­ma­tio­nen zum Luchs im Tal.

FO­TOS: CHRIS­TOPH WAR­TEN­BERG

Das Spon­so­re­n­ehe­paar Bü­low, Bür­ger­meis­ter Ar­min Reit­ze und Land­rat Ste­fan Bär durch­schnei­den das ro­te Band.

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