EuGH bil­ligt Mer­kels Po­li­tik

Rich­ter­spruch zum EU-Asyl­recht stärkt die Re­gie­rung

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - ERSTE SEITE -

LU­XEM­BURG/BER­LIN (dpa/ts) - Mit sei­nem Ur­teil zum EU-Asyl­recht hat der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hofs (EuGH) in­di­rekt die Flücht­lings­po­li­tik von An­ge­la Mer­kel (CDU) im Herbst 2015 ge­bil­ligt. Die Kanzlerin ha­be sich über die eu­ro­päi­schen Zu­stän­dig­keits­re­geln und das Du­blinSys­tem hin­weg­ge­setzt. Doch han­del­te sie nicht ge­gen, son­dern im Zei­chen eu­ro­päi­scher So­li­da­ri­tät, als sie die Gren­zen öff­ne­te. Mer­kel mach­te vom Selbst­ein­tritts­recht Ge­brauch. Zu­gleich hiel­ten die Rich­ter aber an den EU-Grund­re­geln fest, wo­nach je­ner Staat für die Prü­fung von Asyl­an­trä­gen zu­stän­dig ist, in dem der je­wei­li­ge Flücht­ling zu­erst EU-Bo­den be­trat. Da­mit wä­re Kroa­ti­en, das 2015 vie­le Flücht­lin­ge „durch­ge­wun­ken“hat­te, ver­pflich­tet, sie auf An­trag wie­der bei sich auf­zu­neh­men. Für Deutsch­land hat das Ur­teil aber kaum Kon­se­quen­zen. Laut Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um sei­en die Fäl­le weit­ge­hend ab­ge­schlos­sen.

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