Di­gi­ta­ler Shop für re­gio­na­les Ge­mü­se

Kemp­te­ner Su­per­markt­ket­te Fe­ne­berg ko­ope­riert mit Ama­zon – Start von Le­bens­mit­tel­lie­fer­ser­vice für München

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - WIRTSCHAFT - Von Ben­ja­min Wa­ge­ner

RAVENSBURG - Piz­za und Pam­pers, das ist die ers­te Be­stel­lung ge­we­sen, die im neu­en On­line-Shop von Fe­ne­berg beim welt­größ­ten Di­gi­tal­händ­ler Ama­zon ein­ge­gan­gen ist. Die All­gäu­er Su­per­markt­ket­te ar­bei­tet seit Don­ners­tag mit dem Un­ter­neh­men zu­sam­men und bie­tet nun über die Platt­form des Di­gi­tal­kon­zerns ei­nen Le­bens­mit­tel­lie­fer­ser­vice für München an. Kun­den kön­nen über den Ama­zon-Ser­vice Pri­me Now on­line be­stel­len und ih­re Wa­ren im Stadt­ge­biet der baye­ri­schen Haupt­stadt aus­lie­fern las­sen.

Die Prei­se sind nach An­ga­ben des Un­ter­neh­mens die­sel­ben wie in den Fi­lia­len der Ket­te, die ih­ren Stamm­sitz in Kemp­ten hat. Auf Wunsch – und in den Stadt­ge­bie­ten, die in­ner­halb von ei­ner St­un­de er­reicht wer­den kön­nen – bie­ten Fe­ne­berg und Ama­zon ei­ne Aus­lie­fe­rung in­ner­halb von 60 Mi­nu­ten; Kos­ten da­für: 6,99 Eu­ro. Die zwei­stün­di­ge Lie­fe­rung ist für den Kun­den nicht mit Mehr­kos­ten ver­bun­den. Der Min­dest­be­stell­wert liegt bei 20 Eu­ro.

In dem On­li­neShop gibt es nach An­ga­ben von Fe­ne­berg al­le Le­bens­mit­tel und Pro­duk­te des täg­li­chen Be­darfs – in­klu­si­ve der Fe­ne­berg-Ei­gen­mar­ken und Ei­gen­pro­duk­tio­nen des Un­ter­neh­mens. Da­zu ge­hö­ren auch die Pro­duk­te der Fe­ne­berg-Li­nie Von hier, für die das Un­ter­neh­men in ei­nem Ge­biet 100 Ki­lo­me­ter rund um Kemp­ten Bau­ern un­ter Ver­trag ge­nom­men hat, die für Fe­ne­berg Le­bens­mit­tel nach be­stimm­ten Qua­li­täts­merk­ma­len pro­du­zie­ren. Auf den Pro­duk­ten ist der je­wei­li­ge Er­zeu­ger ver­merkt. Die­ses Kri­te­ri­um ist in dem neu­en On­line-Shop al­ler­dings nicht wähl­bar, da das glei­che Pro­dukt oft von ver­schie­de­nen Bau­ern kommt.

„Lo­gi­scher Schritt in die Zu­kunft“

„Die Zu­sam­men­ar­beit mit Ama­zon ist für uns der nächs­te lo­gi­sche Schritt in die Zu­kunft der Nah­ver­sor­gung“, er­klär­te Han­nes Fe­ne­berg bei der Prä­sen­ta­ti­on des Kon­zepts laut Pres­se­mit­tei­lung am Don­ners­tag in München. Fe­ne­berg führt das Un­ter­neh­men ge­mein­sam mit sei­nem Bru­der Chris­tof. Va­ter Theo­dor Fe­ne­berg er­wei­ter­te das Kä­se­ge­schäft der Fa­mi­lie 1947 um den Han­del mit Le­bens­mit­teln. Im Ge­biet zwi­schen Ulm, München und den All­gäu­er Al­pen be­treibt Fe­ne­berg mitt­ler­wei­le 75 Fi­lia­len, da­zu in Kemp­ten ei­ne Metz­ge­rei und ei­ne Bä­cke­rei. Ge­schäfts­zah­len nennt Fe­ne­berg nicht. Nach Schät­zun­gen des EHI Re­tail In­sti­tu­tes be­läuft sich der Jah­res­um­satz auf rund 375 Mil­lio­nen Eu­ro.

In München be­treibt Fe­ne­berg drei Fi­lia­len und hat zu­dem den Lie­fer­dienst Fresh­foods ge­kauft. Vom La­ger die­ses Start-ups aus be­lie­fert Fe­ne­berg die Mün­che­ner Kun­den – die Fresh­foods-Be­stel­lun­gen mit vier ei­ge­nen Lie­fer­fahr­zeu­gen; die An­fra­gen, die über Ama­zon rein­kom­men, über­nimmt der US-Han­dels­kon­zern mit ei­ge­nen Fahr­rad­ku­rie­ren oder der in der baye­ri­schen Lan­des­haupt­stadt sta­tio­nier­ten Lie­fer­flot­te. Die Fra­ge, ob Fresh­foods schon pro­fi­ta­bel ar­bei­tet, be­ant­wor­tet Fe­ne­berg nicht. „In Deutsch­land ist es schwie­rig, ei­nen E-Com­mer­ce-Händ­ler im Food­be­reich zu fin­den, der schwar­ze Zah­len schreibt“, sagt Fe­ne­ber­gMar­ke­ting­chef Jens Bork auf An­fra­ge der „Schwä­bi­schen Zei­tung“. Man er­hof­fe sich durch Fresh­foods und die Ko­ope­ra­ti­on mit Ama­zon viel für die Zu­kunft zu ler­nen.

FOTO: DPA

Han­nes Fe­ne­berg

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.