„Ein Puz­zle fügt sich zu ei­nem Gan­zen“

Lei­tungs-Trio spricht über die Her­aus­for­de­run­gen beim Mu­si­cal „Die Schö­ne und das Biest“

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - MESSKIRCH - Von Se­bas­ti­an Mu­solf

SAUL­DORF - Fast 300 Per­so­nen wir­ken beim Mu­si­cal „Die Schö­ne und das Biest“mit, das die Chor­mu­sik Rast-Bicht­lin­gen in­sze­niert. Im Saul­dor­fer Bür­ger­haus soll das Stück am 20., 21., 22., 27. und 28. Ok­to­ber auf­ge­führt wer­den. Die drei künst­le­ri­schen Lei­ter hin­ter den Ku­lis­sen des Groß­pro­jekts sind Me­la­nie Schatz, Vol­ker Na­gel und Da­ni­el Fa­s­chi­an.

Die 27-jäh­ri­ge Me­la­nie Schatz ist für den schau­spie­le­ri­schen Part zu­stän­dig: Sie übt mit den Ak­teu­ren die ver­schie­de­nen Rol­len ein. Am ver­gan­ge­nen Mon­tag ha­ben die Pro­ben be­gon­nen. „In der ers­ten Pro­be sind wir zu­sam­men die Tex­te durch­ge­gan­gen, da­nach be­ginnt das Aus­wen­dig­ler­nen. Spä­ter le­gen wir dann Wert auf Mi­mik, Aus­druck und Emo­tio­nen“, sagt Schatz. Es gibt 21 Rol­len mit Text, bei man­chen Sze­nen mit Kom­par­sen wer­den 70 bis 80 Darstel­ler auf der Büh­ne sein. Es ist ei­ne gro­ße Her­aus­for­de­rung, das al­les zu ko­or­di­nie­ren. Je­der muss sei­nen Text ken­nen und wis­sen, wann er an wel­cher Stel­le zu ste­hen hat. „Am meis­ten macht es Spaß, zu se­hen, wie die Kin­der und Ju­gend­li­chen in ih­ren Rol­len auf­ge­hen und in die je­wei­li­ge Per­son schlüp­fen – wenn man das Fun­keln in ih­ren Au­gen sieht“, sagt die 27-Jäh­ri­ge.

Die gro­ße Ge­ne­ral­pro­be ist am Wo­che­n­en­de, 14. und 15. Ok­to­ber. „Der Text ist an­spruchs­voll“, sagt Me­la­nie Schatz – er ba­siert, wie auch die No­ten, auf dem ori­gi­nal Dis­ney­Mu­si­cal. „Es sind vie­le Gän­se­h­aut­mo­men­te und wit­zi­ge Stel­len drin.“

Mu­si­ka­li­scher Lei­ter ist der 37jäh­ri­ge Vol­ker Na­gel. Er ist für den Pro­jekt­chor, das Orches­ter und die So­lis­ten zu­stän­dig. Die So­lis­ten und der Pro­jekt­chor pro­ben be­reits seit dem 1. Ju­ni. 93 Sän­ger wir­ken mit. Sie sind zwi­schen 16 und 70 Jah­re alt. Die So­lis­ten – al­so die Schau­spie­ler, die sin­gen – be­kom­men pro­fes­sio­nel­len Ge­s­angs­un­ter­richt von ei­ner Leh­re­rin aus Tü­bin­gen. „Der Pro­jekt­chor kommt schon sehr gut vor­an. Wir sind mit al­len Stü­cken durch“, sagt Na­gel.

Et­wa zwölf Lie­der singt der Chor, acht bis zehn Stü­cke die So­lis­ten. Die So­lis­ten pro­ben ge­trennt vom Chor. „Vom Sän­ger wird ei­ni­ges ab­ver­langt. Es sind teils sehr ho­he, teils sehr tie­fe Pas­sa­gen da­bei. Das Spek­trum ist sehr breit.“Ge­mein­sa­me Orches­ter­pro­ben fin­den ab Mit­te Sep­tem­ber statt, mo­men­tan üben die Mu­si­ker je­der für sich. Span­nend wer­de es, wenn al­les zu­sam­men­ge­führt wird: Chor, Orches­ter und So­lis­ten. „Ein Puz­zle fügt sich zu ei­nem Gan­zen“, sagt Na­gel. „Am meis­ten freue ich mich, wenn al­les an ei­nem Stück durch­läuft. Ich freue mich auf die Mu­sik und das Schau­spiel“, fügt er an.

Für Büh­nen­bild, Re­qui­si­ten, Ko­s­tü­me und Wer­bung ist der 25-jäh­ri­ge

Da­ni­el Fa­s­chi­an zu­stän­dig. Für das Büh­nen­bild wur­de ein Team zu­sam­men­ge­stellt, dem un­ter an­de­rem auch Schrei­ner an­ge­hö­ren. So wird es Sze­nen ge­ben, die in ei­nem Dorf, ei­nem Schloss, ei­ner Kn­ei­pe und ei­nem Wald spie­len. „Wir ste­cken mit­ten in den Ar­bei­ten“, sagt Fa­s­chi­an. Ei­ni­ges kann erst im Bür­ger­haus um­ge­setzt wer­den, dort be­gin­nen vier Wo­chen vor der Pre­mie­re die Auf­bau­ar­bei­ten. Beim Büh­nen­bild sei die größ­te Her­aus­for­de­rung, dass man es bei der Aus­füh­rung schnell ge­gen ein an­de­res aus­wech­seln kön­ne.

„Vie­le Re­qui­si­ten ha­ben wir aus­ge­lie­hen, vie­les bas­teln wir selbst.“Die Ge­gen­stän­de müs­sen groß ge­nug sein, da­mit man sie auch in der hin­ters­ten Rei­he er­ken­nen kann. Die Ko­s­tü­me ent­ste­hen zu­sam­men mit Me­la­nie Schatz. Von den mehr als 90 Darstel­lern braucht so gut wie je­der

„Es sind vie­le Gän­se­h­aut­mo­men­te und wit­zi­ge Stel­len drin“, sagt Me­la­nie Schatz über das Mu­si­cal.

zwei Ko­s­tü­me. „Wir sind dank­bar, das wir vie­les von an­de­ren Lai­en­büh­nen aus­lei­hen kön­nen. Wir ma­chen aber auch vie­les selbst, das wir nach un­se­ren Vor­stel­lun­gen um­set­zen kön­nen“, sagt Fa­s­chi­an.

Für die Dorf­sze­ne wer­den haupt­säch­lich Bau­ern­kos­tü­me be­nö­tigt. In der Wald­sze­ne ge­be es Wöl­fe. In dem Stück wer­den auch Tee­tas­sen zum Le­ben er­weckt. „Da ha­ben wir stun­den­lang über­legt, wie wir das ma­chen.“Für das Ko­s­tüm wur­den rie­si­ge Blu­men­töp­fe und Blu­men­topfUn­ter­set­zer im XXL-For­mat ge­nom­men.

Da­ni­el Fa­s­chi­an ist zu­ver­sicht­lich, dass An­fang Ok­to­ber al­les steht – denn En­de Ok­to­ber sind die Auf­füh­run­gen.

FOTOS: RENATE HER­MANN

Me­la­nie Schatz, Vol­ker Na­gel und Da­ni­el Fa­s­chi­an (von links) ha­ben beim Mu­si­cal­pro­jekt der Chor­mu­sik Ras­tBicht­lin­gen lei­ten­de Funk­tio­nen. Die Pro­ben lau­fen.

Der Pro­jekt­chor übt seit dem 1. Ju­ni. Die­se Kin­der ma­chen mit.

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